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Engere Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Pflegeberufen

Branchen News vom 10.03.2015

Gemeinsame Fortbildungsveranstaltung am 14. und 15. März in Saalfelden

Wien (OTS) – Wovon die Gesundheitspolitik seit langem spricht, wird von den Pflegeberufen und Apothekern aktiv umgesetzt: Eine engere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe zum Wohle der Patienten. Pflege und Apotheken entwickeln ein umfassendes Kooperationsprogramm, um die Medikation von pflegebedürftigen Personen in Heimen, Krankenhäusern oder betreutem Wohnen zu verbessern. Die erste Maßnahme ist eine gemeinsame Fortbildung zum Thema „Geriatrische Pharmazie und Pflege“, die am 14. und 15. März in Saalfelden stattfindet.

Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes und Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer über die Zusammenarbeit: „Es ist evident, dass Apotheker und Pflegepersonal vom Austausch des Wissens um die Betreuung der Patientinnen und Patienten profitieren. Wir erwarten uns von unseren Kooperationsprojekten, dass sich die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten erhöht, und arzneimittelbezogene Probleme rascher erkannt werden können.“

Pflegebedürftige Personen sind in der Regel über 60 Jahre und brauchen auch eine medikamentöse Therapie. Das Risiko für Wechselwirkungen steigt mit der Anzahl von gleichzeitig eingenommenen Medikamenten stark an. Sowohl ein zuviel, als auch ein zu wenig, eine falsch angewendete oder gar falsche Medikation führt zu einer dramatischen Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Patienten. Die Pflegeberufe sollen zukünftig Warnanzeichen besser verstehen lernen und die Apotheker rechtzeitig darüber informieren. Infolgedessen kann eine Apothekerin, ein Apotheker im Zuge einer Medikationsmanagement-Beratung die Medikation des Patienten und damit seinen Gesundheitszustand verbessern.
Ein aktuelles Projekt der Apotheke Bad Gastein zur optimalen Betreuung der Pflegeheimbewohner wurde kürzlich ausgezeichnet. Die Apothekerschaft hat neue wissenschaftliche Projekte zu den Themen „Sturzgefahr“ und „Schlafmittel“ sowie eine neue Datenbank zur Teilbarkeit von Arzneimitteln in Ausarbeitung.

Die Österreichische Apothekerkammer beschäftigt sich intensiv mit der Versorgung und Betreuung von pflegebedürftigen Personen und hat im Jahr 2014 eine neue Qualitätsrichtlinie zur Versorgung von Pflegeheimen verabschiedet.

Medikationsmanagement

Im Rahmen des Medikationsmanagements wird die Medikation des Patienten, einschließlich der Selbstmedikation, analysiert und optimiert. Arzneimittelbezogene Probleme können dadurch besser erkannt und gelöst werden. Diese gesamtheitliche Betreuung in allen Arzneimittelfragen ist unzertrennlich mit der apothekerlichen Leistung verbunden.

Apotheken auf einen Blick

In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf höchstem Niveau und das zu niedrigen Preisen, wie im Vergleich mit anderen europäischen Ländern deutlich hervorgeht. Trotz der hohen Kaufkraft in Österreich liegen die Arzneimittelpreise unter dem europäischen Durchschnitt. Insgesamt beraten 5.800 akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.360 Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker. Zusätzlich erbringen über 350 Apothekerinnen und Apotheker wertvolle Versorgungs- und Beratungsleistungen für die Patienten in den österreichischen Krankenanstalten.