Ridißer Johann

Johann Ridißer

Leiter Bankenmanagement

johann.ridisser@apothekencoach.com

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Die Flüchtlingskrise könnte sich wirtschaftlich positiv auf Europa auswirken

von Ridißer Johann am 15.10.2015 in Allgemein

Abgesehen von der humanitären Katastrophe der Flüchtlingsströme in Europa könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen durchaus positiv sein. Manche Ökonomen sprechen sogar von einem “kleinen Konjunkturprogramm“, welches durch die Flüchtlingskrise ausgelöst wird.

Der Staat pumpt viel Geld in die Wirtschaft

Auch wenn es viele Menschen gibt, die wohltätig und unentgeltlich Flüchtlinge unterstützen muss doch der Großteil die Leistungen vom Staat bezahlt werden. Auf diese Art und Weise wird viel Kapital in die Wirtschaft gepumpt, welches jedenfalls kurzfristig für mehr Arbeitsplätze und Aufträge für inländische Unternehmen sorgt. Die Wertschöpfung bleibt dabei voll und ganz im Inland, was bei anderen konjunkturellen Maßnahmen nicht immer der Fall ist.

Auch langfristig sind positive Auswirkungen möglich

Wenn es Europa gelingt, mit dem Flüchtlingsansturm vernünftig umzugehen und möglich macht, dass viele der vertriebenen Menschen bei uns Arbeit finden, dann könnte es auch auf lange Sicht positive wirtschaftliche Konsequenzen geben. Abgesehen von den vielen Ängsten und Sorgen, welche die Menschen in unserem Land völlig zurecht beschäftigen, und den großen Problemen, die es in diesem Zusammenhang noch zu lösen gilt, gibt es zumindest aus der Perspektive der Wirtschaft Chancen für die Zukunft.

 

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Korrektur an den Börsen – guter Einstiegszeitpunkt?

von Ridißer Johann am 15.09.2015 in Allgemein

Nach dem Erreichen der Allzeit-Hochs an den US-Börsen und dem Deutschen Aktienindex in der ersten Jahreshälfte 2015 befinden wir uns aktuell in einer Korrekturphase. Nun stellt sich die Frage, ob es sich bereits um einen guten Einstiegszeitpunkt handeln könnte?

Von einem guten Einstiegszeitpunkt spricht man immer im Nachhinein

Auch wenn es viele (oft selbst ernannte) “Experten” gibt, die diesbezüglich ihre Meinung kundtun, lässt sich im Vorhinein der “perfekte” Einstiegszeitpunkt definitiv nicht bestimmen. Niemand weiß, wie weit die Korrektur an den Börsen noch gehen kann und wann die tiefsten Kurse erreicht sind. Aus diesem Grund sollten Aktieninvestitionen eben nicht kurzfristig sondern generell mit einem langen Zeithorizont getätigt werden.

Einstiegszeitpunkt ist bei Sparplänen irrelevant

Möchte man in Form von Ansparplänen langfristig in Börsenwerte veranlagen, dann spielt der Zeitpunkt des Beginns überhaupt keine Rolle. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vielmehr, dass man überhaupt einmal beginnt und zum Ende der geplanten Laufzeit auf ein sog. Ablaufmanagement zurückgreifen kann.

Größere Investitionsbeträge aufteilen

Besteht die Möglichkeit höhere Summen zu investieren, dann empfiehlt es sich das Kapital in mehreren Tranchen über mehrere Monate (oder auch Jahre) verteilt zu investieren. Auf diese Weise kann das Risiko verringert und der sog. Cost Average Effekt genützt werden. Je länger das Kapital investiert bleiben kann, umso weniger wichtig wird der Einstiegszeitpunkt. In diesem Zusammenhang gilt, dass Aktieninvestments einen Veranlagungshorizont von zumindest zehn Jahren haben sollten.

Fazit

Grundsätzlich ist es natürlich besser in einer Korrekturphase zu investieren – derzeit liegen die Kurse in etwa 20% unter den Höchstwerten.

Viel wichtiger als der Einstiegszeitpunkt ist allerdings die eigene Überzeugung für eine Veranlagung in Börsenwerte und eine diesbezügliche Strategie, an die man auch in möglicherweise “schlechten” Zeiten festhalten kann. Langfristig gesehen liegen Aktieninvestments noch immer an oberster Stelle hinsichtlich Rendite und Sicherheit.

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Schweizer Franken Kredite – Update

von Ridißer Johann am 24.08.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Der Euro-Franken-Kurs hat mittlerweile mit knapp 1,10 den höchsten Wert seit der Aufhebung der Untergrenze im Jänner diesen Jahres erreicht (siehe u.a. Chart). Nun stellt sich die Frage, ob dies der Beginn einer stärkeren Erholung sein könnte oder ob es sich möglicherweise nur um ein kurzes Strohfeuer handelt.

EUR CHF Kursentwicklung

Steigen der längerfristigen Zinsen als mögliches Indiz

Die These einer weiteren Erholung des Frankenkurses erhält durch das Ansteigen der langfristigen Zinssätze etwas an Unterstützung. Bestätigt sich dieser Trend, dann würde der Zinsunterschied zwischen Euro- und Franken-Veranlagungen ansteigen, weshalb der Wert der eidgenössischen Währung tendenziell geschwächt werden sollte. Abzulesen sind die steigenden langfristigen Zinsen beispielsweise an den Angeboten der Banken für Fixzinskredite mit Laufzeiten von 10 Jahren und mehr. Die diesbezüglichen Konditionen sind mittlerweile etwas schlechter (also höher) als noch vor einigen Wochen.

Das Anleihen-Kauf-Programm der EZB als Bremse

Solange das sog. QE-Programm (Quantitative Easing) der Europäischen Zentralbank läuft (voraussichtlich bis Herbst 2016), muss man davon ausgehen, dass dieses den EURO eher schwächen wird, was wiederum den möglichen Kursanstieg des Franken bremsen würde. Positiv wären die Auswirkungen der Anleihenkäufe erst dann, wenn diese zum beabsichtigten höheren Wirtschaftswachstum in der Eurozone führen würden und somit unsere Gemeinschaftswährung wieder an Wert zulegen könnte.

Fazit

Wie immer ist eine verlässliche Aussage über den weiteren Verlauf des Euro-Franken-Kurses nicht möglich. Tatsache ist aber, dass der EUR/CHF-Kurs seit dem Tiefpunkt im Jänner diesen Jahres (0,98) um ca. 10 Prozentpunkte gestiegen ist, was monetär ausgedrückt ca. EUR 15.000,- positiver Differenz (abhängig vom Einstiegskurs) pro 100.000,- EUR des ursprünglichen Kreditbetrages bedeutet.

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Was könnte der “GREXIT” für den EURO bedeuten

von Ridißer Johann am 07.07.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Griechenland steht derzeit im Mittelpunkt, wenn es um Diskussionen über die wirtschaftliche Weiterentwicklung in Europa und die Auswirkungen auf den EURO geht. Doch welche Folgen könnte die Rückkehr Griechenlands zur alten Drachme für die europäische Gemeinschaftswährung tatsächlich haben?

Griechenland ist aus wirtschaftlicher Sicht unbedeutend

Mit einem Beitrag von nicht einmal 1,5% zur Wirtschaftsleistung Europas ist Griechenland ein “BIP-Zwerg” unter den 28 EU-Staaten. Dementsprechend würden die ökonomischen Auswirkungen bei einem Ausstieg Griechenlands aus dem EURO mittelfristig kaum spürbar sein, auch wenn es kurzzeitig an den Börsen zu Turbulenzen kommen könnte.

Die Auswirkungen auf den EURO könnten spürbar sein

Kommt es tatsächlich zum sog. GREXIT, dann könnten die Auswirkungen auf den Wert des EURO tatsächlich spürbar werden. Unmittelbar nach Bekanntwerden einer solchen Entscheidung würde es höchstwahrscheinlich noch zu einem Wertverlust des EURO gegenüber den wichtigsten Weltwährungen kommen. Mittel- und langfristig sollte der Ausstieg eines wirtschaftlich schwachen Landes allerdings dazu führen, dass die europäische Gemeinschaftswährung gestärkt wird. Das hätte dann beispielsweise für Frankenkreditnehmer positive Auswirkungen.

Der GREXIT könnte eine Beispielwirkung erzeugen

Steigt Griechenland tatsächlich aus dem EURO aus, dann darf man davon ausgehen, dass dies eine Beispielwirkung auslösen würde. Das bedeutet, dass diese Möglichkeit dann auch für andere Staaten mit ähnlichen Problemen nicht mehr ganz ausgeschlossen werden muss, was wiederum Auswirkungen auf den EUR-Devisenkurs haben könnte. Mittel- und langfristig könnten die wirtschaftlichen Folgen aber eher positiv sein, weil Länder mit geringerer Produktivität nun nicht mehr mit allen Mitteln gezwungen werden müssten in der Gemeinschaftswährung zu bleiben und im Gegenzug der EURO durch die ökonomischen Großmächte gestärkt werden würde.

Auswirkungen für Österreich eher positiv

Nachdem wir das Glück haben in einem wirtschaftlich starken Umfeld zu leben, sollten die Auswirkungen für die Österreicher bei einem GREXIT eher positiv sein. Urlaubsreisen nach Griechenland zum Beispiel würden eher günstiger werden, weil mit einer starken Abwertung der neuen (alten?) griechischen Währung zu rechnen ist. Im Gegenzug sollte der EURO wieder an Wert zulegen, was auch sämtliche andere Importe aus NichtEUROStaaten günstiger machen könnte.

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Guter Zeitpunkt für die längerfristige Fixierung von Kreditzinsen

von Ridißer Johann am 15.06.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Die europäischen Leitzinsen für Finanzierungen liegen nach der neuerlichen Senkung zu Jahresbeginn am Nullpunkt bzw. sogar knapp darunter. Mittlerweile dauert die Phase der Nullzinspolitik schon mehr als sechs Jahre und kurzfristig ist auch kein Ende in Sicht. Dies sehen offensichtlich auch viele Banken so und manche offerieren aktuell besonders günstige Konditionen für längerfristige Zinssatzbindungen.

Die Zinssatzbindung sollte 10 Jahre oder mehr betragen

Besteht der Wunsch nach einer Fixierung des Kreditzinssatzes, dann ist es empfehlenswert von Banken Angebote mit einer möglichst langen Dauer der Bindung anzufordern. Bei langfristigen Finanzierungen mit einer Restlaufzeit von mehr als zehn Jahren sollte die Zins-Bindung mindestens zehn Jahre oder mehr betragen. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Vorteil aus der Fixzinsvereinbarung möglicherweise zu gering. Selbstverständlich kann es aufgrund der speziellen Situation eines Kreditnehmers auch sinnvoll sein, kürzere Fixzinslaufzeiten in Anspruch zu nehmen – beispielsweise dann, wenn eine vorzeitige Rückzahlung geplant ist.

Warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist

Betrachtet man die aktuellen Angebote von Banken, kann man feststellen, dass es noch nie zuvor günstigere Konditionen für Fixzinskredite mit Laufzeiten von 10 Jahren und länger gegeben hat. Das hängt u.a. damit zusammen, dass wir am Anfang des Anleihen-Kauf-Programmes der EZB stehen. Wenn man davon ausgeht, dass damit die Wirtschaft langsam wieder in Schwung gebracht werden kann, dann sollten auch irgendwann die Zinsen wieder zu steigen beginnen. Glaubt man an dieses Szenario, dann ist es also nur eine Frage der Zeit bis die Zinsen wieder steigen. Auch Banken kalkulieren ihre Angebote auf Basis der voraussichtlichen Entwicklung. Sobald es kleine Anzeichen für eine zukünftige wirtschaftliche Erholung gibt, werden die Konditionen wieder schlechter.

Klauseln während der Fixzins-Phase beachten

Wie bei jeder Kreditvereinbarung sollte dem “Kleingedruckten” auch bei Fixzins-Angeboten von Banken besondere Beachtung geschenkt werden. Dies gilt im Speziellen für die Konditionen bei Sondertilgungen während der Fixzins-Phase. Diesbezüglich kann es große Unterschiede zwischen den Kreditinstituten geben. Aus diesem Grund ist das Einholen mehrerer Angebote verschiedener Banken empfehlenswert.

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Aufbau von Kapitalreserven – mit welchen Instrumenten?

von Ridißer Johann am 11.05.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Die historisch niedrigen Finanzierungskosten bieten derzeit die Gelegenheit vermehrt Investitionen vorzunehmen. Sind diese bereits abgeschlossen dann ist es empfehlenswert in den Aufbau von Kapital-Reserven zu investieren. Gerade für Unternehmer kann ein entsprechend hoher Vermögens-Polster im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert sein.

Welche Instrumente eignen sich für den Aufbau von Kapitalreserven

Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass eine konkrete Empfehlung immer erst dann möglich ist, wenn die finanzielle Gesamtsituation und die Wünsche des Unternehmers ganzheitlich betrachtet worden sind.
Grundsätzlich sollten Kapitalreserven aber in Veranlagungsformen investiert werden die weder schwankungsanfällig noch längerfristig gebunden sind. Beide Eigenschaften sind diesbezüglich sehr wichtig, denn dieses Guthaben könnte schnell benötigt werden, wenn sich eine unternehmerische Gelegenheit bietet. Als konkrete Produkte bieten sich daher neben im Augenblick sehr gering verzinsten Festgeldkonten geldmarktnahe Investmentfonds an. Die Auswahlmöglichkeiten sind diesbezüglich sehr umfangreich.

Diversifikation bei höheren Summen 

Hat das Volumen des Reserve-Kapitals bereits eine höhere Marke erreicht als ursprünglich geplant, dann macht es Sinn über die Aufteilung des Vermögens auf unterschiedliche Assets nachzudenken. In diesem Fall können dann auch längerfristige Veranlagungsformen in das Konzept miteinbezogen werden.

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Fixzinskredite bringen Planungssicherheit bei Apothekengründung bzw. -übernahme

von Ridißer Johann am 20.04.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Am Beginn jeder unternehmerischen Tätigkeit hat man es mit vielen Unbekannten zu tun. Vor allem bei Neueröffnung einer Apotheke aber auch bei Übernahme muss der Jungunternehmer viele Variablen berücksichtigen bzw. einstellen. In dieser Situation ist es von Vorteil, wenn man zumindest eine wichtige Komponente zu einer Konstanten machen kann.

Der beste Zeitpunkt zur Gründung bzw. Übernahme einer Apotheke

Aus Sicht der Finanzierung befinden wir uns aktuell am besten Zeitpunkt für eine Unternehmensgründung. Noch nie zuvor waren Kredite so günstig wie jetzt. Das gerade bei Apotheken erforderliche, verhältnismäßig hohe, Kreditvolumen führt im Normalfall auch zu relativ hohen Fixkosten in Form von Zinsen. Diese Fixkosten sind im Augenblick sehr gering.

Der beste Zeitpunkt zur Fixierung der Kreditzinsen

Der Vorteil an der derzeitigen Marktlage liegt auch darin, dass die Niedrigzinsphase mittlerweile schon einige Jahre dauert und aufgrund des vor kurzem gestarteten Konjunkturprogramms der EZB voraussichtlich noch einige Zeit anhalten wird. Aus diesem Grund ist auch die Fixierung der Kreditzinsen zur sehr günstigen Konditionen und auf einen längeren Zeitraum möglich. Im Sinne der Planungssicherheit ist diese Variante der Finanzierung von großem Vorteil, weil man sich zumindest für die Dauer der Fixzinssatz-Bindung nicht um die Finanzierung kümmern muss und sich voll und ganz dem eigentlichen Apothekengeschäft widmen kann.

 

 

 

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Frankenkredite derzeit praktisch zum Nulltarif

von Ridißer Johann am 20.03.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Die unerfreuliche Kursentwicklung des Schweizer Franken hat auch eine positive Seite. Aufgrund der starken eidgenössischen Währung hat die SNB (Schweizer Nationalbank) den Leitzinssatz deutlich in den negativen Bereich auf aktuell -0,75% gesenkt. Die Schweiz erhofft sich dadurch eine signifikante Kurserholung gegenüber dem Euro. Die Auswirkungen für Frankenkreditnehmer werden diesbezüglich in den nächsten Monaten erfreulich sein, denn die bisherige Verzinsung der CHF-Finanzierungen wird sich noch einmal deutlich reduzieren.

Die Verzinsung von Frankenkrediten liegt bei nahezu Null Prozent

Als Basis für die Berechnung des Zinssatzes für Frankenkredit dient zumeist der 3-Monats-LIBOR. Dieser liegt derzeit bei ca. – 0,75% was dem negativen Leitsinssatz entspricht. Rechnet man zu dieser Zinsbasis den im Kreditvertrag vereinbarten Zinsaufschlag hinzu, ergibt sich der anzuwendende Kreditzinssatz. Beträgt das Agio also beispielsweise 1,25% dann liegt der Zinssatz bei nur mehr 0,5% und dementsprechend niedrig werden die Kreditkosten in Zukunft sein.

Bewusst machen der einzigartigen Situation

Mittlerweile nimmt der Großteil der Kreditnehmer die Tatsache, dass man für Kredite kaum mehr Zinsen zu zahlen hat als “ganz normal” wahr. Doch gerade in diesem Vorteil liegt eine nicht zu unterschätzende Gefahr verborgen, denn niedrige Ausgaben werden eben schnell zur Gewohnheit. Steigen die Zinsen irgendwann wieder einmal an (was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch passieren wird), dann werden die höheren Zahlungen als unangenehme “zusätzliche” Belastungen empfunden.

Um diesem Phänomen entgegen zu wirken, lohnt es sich den aktuellen Zinsvorteil (ca. 4,0%) auf einem separaten Konto konsequent anzusparen. Mit Hilfe dieser Vorgangsweise erlangt man gewissermaßen einen “doppelten Vorteil”! Einerseits wird zusätzliches Kapital angespart. Auf der anderen Seite bleibt es Gewohnheit den ursprünglich für die Finanzierung kalkulierten Betrag auszugeben.

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Gestiegene Liquidität durch Franken-Finanzierungen

von Ridißer Johann am 16.02.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Für all jene Apotheken, die in Schweizer Franken finanziert sind ergab sich in den letzten Jahren aufgrund des Kursverlustes und des gleichzeitig stark gefallenen Zinsaufwandes eine deutliche Erhöhung des Liquiditätsergebnisses. Mit Ende des laufenden Geschäftsjahres wird sich aufgrund der Aufhebung der Kursuntergrenze durch die SNB (Schweizer Nationalbank) und die in diesem Zusammenhang wirksam werdenden Buchverluste neuerlich ein Liquiditätsüberschuss ergeben. Dem prinzipiellen Nachteil des stärker gewordenen Franken steht daher gerade jetzt ein großer Vorteil hinsichtlich des verfügbaren Kapitals gegenüber, welchen es nun gilt so gut wie möglich auszunützen.

Zusätzliche Liquidität sollte in Reserven veranlagt werden

Genauso wie für den Zinsvorteil, der durch die Niedrigzinspolitik der letzten Jahre entstanden ist, gilt auch für die zusätzlich gewonnene Liquidität aus den buchmäßigen Kursverlusten, dass diese konsequent als Kapitalreserve auf die Seite gelegt wird. Dies ist deshalb ganz besonders wichtig, weil bei zukünftiger positiver Entwicklung des EUR/CHF-Kurses Buch-Gewinne in den Bilanzen entstehen und zu Steuernachzahlungen führen würden! Dann wäre es ganz besonders schade, wenn so eine positive Entwicklung den Beigeschmack eines Liquiditätsengpasses hätte.

Höhe der Steuervorauszahlung beachten

In diesem Zusammenhang ist selbstverständlich auch die geringere Steuervorauszahlung, die durch die Kursverluste entstanden ist, in der Kalkulation zu berücksichtigen. Diese würde nämlich genau dann überdurchschnittlich hoch werden, wenn sich der Frankenkurs wieder einmal in die andere Richtung bewegen würde. Zu diesem Zeitpunkt wären Kapitalreserven Goldes wert, weil sie einerseits den erhöhten Liquiditätsbedarf abdecken und auf der anderen Seite für gewinnbringende Kredittilgungen eingesetzt werden könnten.

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Frankenkredite – News zum Jahresbeginn

von Ridißer Johann am 15.01.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Nach der kürzlichen Aufhebung der Kursuntergrenze wirft sich selbstverständlich die Frage auf, wie es nun mit dem Franken weiter geht? Diesbezüglich gibt es im Augenblick natürlich nur Spekulationen. Ein wichtiger Aspekt ist allerdings die Tatsache, dass die Schweiz die Untergrenze plötzlich und ohne Zwischenschritt (auf ein tieferes Niveau) durchgeführt hat. Das ist entweder sehr mutig, sehr dumm oder die SNB (Schweizer Nationalbank) weiß mehr als wir heute ahnen. Natürlich ist die SNB nicht dumm und zockt auch sicher nicht mit dem Wohle der eigenen Bevölkerung und startet unnotwendigerweise einen risikoreichen Testversuch um Gefahr zu laufen, die eigene Wirtschaft auf Jahre ins Chaos zu stürzen.

All dies deutet darauf hin, dass die SNB damit rechnet (und es offensichtlich weiß), dass der Kurs nicht ins Bodenlose fallen wird. Ein weiteres Indiz dafür ist die Einführung von Negativzinsen für Geldanlagen in der Schweiz mit nun -0,75% anstatt den bisherigen -0,25%. Dies zeigt, dass die Schweiz auch weiterhin kein Interesse an einem starken Franken hat und definitiv dagegen steuern wird. Dies eben mit anderen Mitteln.

Führende Bankexperten in Österreich sprechen unisono von einem „völlig unverständlichen und überraschenden Schritt der SNB“. Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek beispielsweise sieht einen harten Schlag gegen die Wirtschaft der Schweiz und erwartet einen EUR/CHF-Kurs, welcher sich in den nächsten zwei bis drei Wochen bei 1,10 bis 1,13 einpendeln sollte.

“Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, sieht unterdessen in den heftigen Marktbewegungen nach der Aufhebung des Mindestwechselkurses für den Schweizer Franken eine Überreaktion. In einem am Samstag von den Zeitungen „Neue Zürcher Zeitung” und „Le Temps” veröffentlichten Interview sagte Jordan, der Franken sei gegenüber dem Dollar stark überbewertet. Der Markt werde „nach und nach” feststellen, dass diese Überbewertung „nicht gerechtfertigt” sei. Es werde aber „einige Zeit” dauern, bis die Märkte zu „geordneten Verhältnissen” zurückkehrten.”

Was sind nun die konkreten Auswirkungen auf Franken – Kreditnehmer durch die Aufhebung der Kursuntergrenze?

Was ändert sich durch den neuen Kurs?
Der aktuelle Kurs von ca. EUR/CHF 1,00 hat nur dann Auswirkungen, wenn eine Konvertierung in EUR durchgeführt wird. In diesem Fall wird der Kursverlust auch realisiert und überträgt sich somit unumkehrbar auch auf die Euroebene.

Welche Änderung ergibt sich bei der Zinszahlungen?
Die Auswirkungen auf die monatlichen bzw. vierteljährlichen Zinszahlungen ergeben sich aus der Kursveränderung und sind mit ca. 15% verhältnismäßig gering. Eine Zinszahlung für einen Frankenkredit von beispielsweise EUR 150,- monatlich erhöht sich daher um ca. EUR 23,-.

Kann von den Negativzinsen profitiert werden?
Obwohl die Schweiz deutliche Negativzinsen in Höhe von -0,75% einführt (für Spareinlagen ab 10 Mio.), wird sich an den Zinsen für Kreditnehmern nichts ändern. Allerdings darf aufgrund dieser Maßnahme erwartet werden, dass die Zinsen für Frankenkredite längere Zeit nicht steigen werden.

Wo wird sich der CHF-Kurs demnächst einpendeln?
Nach wie vor ist es noch nicht abschätzbar wo sich der EUR/CHF-Kurs einpendeln wird. Niemand kann das genau vorhersagen. Finanzexperten aus der Schweiz würden eine “fairen Bewertung derzeit bei 1,29 CHF/EUR” sehen. Die allermeisten Kreditnehmer haben noch mind. 10 Jahre und oftmals mehr als 17/18 Jahre bis zur Tilgung. Wichtig wird sein, dass sich der Kurs bis zum Tilgungszeitpunkt wenigsten noch einmal in eine interessante Richtung bewegt. Dieses Einemal reicht um in einem solchen Moment in den Euro zu konvertieren.

Ist eine CHF-Kursänderung zum Positiven überhaupt realistisch in den nächsten 10 – 15 Jahre?
Wenn wir auf die Geschichte verschiedener Währungen insbesondere des Schweizer Franken zurückblicken, erhalten wir durchaus Aufschluss über die möglichen Bewegungen in der Zukunft. Blickt man auf die Historie wichtiger Devisenkurse, dann kann man generell feststellen, dass es gerade bei Währungen ein immer wieder kehrendes Auf-und-Ab gibt. Vor allem nach starken Abwärtsphasen folgt in der Regel eine deutliche Korrektur.

In der Abb.1 ist die Entwicklung des EUR/USD-Kurses seit 1979 dargestellt. Bei diesem langfristigen Chart lassen sich diese sog. Korrekturphasen sehr gut erkennen (mit blauen Kreisen gekennzeichnet). Gerade nach sehr starken Bewegungen gab es umso stärkere Gegenbewegungen (grün gekennzeichnet).

Bild1

Abb.2 zeigt die Historie des EUR/GBP-Kurses seit 1979. Auch hier lassen sich die Phasen von Bewegung und Korrektur schön erkennen.

Bild2

Auch in der EUR/JPY-Historie (Abb. 3) lassen sich ähnliche Muster beobachten. Der Vergleich des Yen-Charts mit dem Kursverlauf des Schweizer Franken ist auch deshalb interessant, weil auch die Japanische Währung als sicherer Hafen gilt und in Krisenzeiten Geld dorthin verlagert wird. Auch dort hat es nach starken Aufwertungen deutliche Gegenbewegungen gegeben (grüne Markierungen).

Bild3

In der folgenden 4. Abbildung ist nun der Frankenkurs gegenüber dem Euro dargestellt.
Auch in diesem Chart sind Gegenbewegungen deutlich zu erkennen. Im Unterschied zu den anderen Währungen fehlt allerdings noch eine kräftige Korrekturphase nach einer starken Aufwertung. Die grüne Markierung soll in diesem Fall nur eine Möglichkeit darstellen aber sollte in keinster Weise als Prognose verstanden werden. Tatsache ist allerdings, dass wir am absoluten Allzeit-Tief stehen und eine Gegenbewegung äußerst wahrscheinlich ist. Diesbezüglich lässt sich allerdings die Größenordnung und der Zeitpunkt einer möglich Korrektur naturgemäß nicht bestimmen.

Bild4

FAZIT:
Durch die Betrachtung der langfristigen Kursverläufe verschiedener Währungen soll erkannt werden, dass es immer Phasen von Bewegung und Korrektur gibt. Sehr häufig beginnen solche Gegenbewegungen in einem Zeitraum in welchem sich die meisten Menschen eine eben solche nicht vorstellen können, weil es davor solange nur in eine Richtung gegangen ist.

Gut zu sehen ist das an der Entwicklung der Börsen in den letzten Jahren. Der DAX (Deutscher Aktienindex) beispielsweise brach nach Ausbruch der Krise im Jahr 2008/2009 um mehr als 50% ein. Bereits im Jahr 2009 (grüne Markierung), also erst kurz nach Ausbruch der Krise, begann der Kurs bereits wieder zu steigen und ist mittlerweile deutlich über das Hoch von 2008 gestiegen.

Bild5

Selbstverständlich kann man durch Ereignisse aus der Vergangenheit nicht auf eine mögliche Entwicklung in der Zukunft schließen. Allerdings ist es doch bemerkenswert, dass sich diese Muster stets wiederholen. Die Franken – Kreditnehmer benötigen im Grunde nur eine einzige Gegenbewegung in den verbleibenden Jahren. Diese Chancen sind intakt.

 

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Wem vertrauen Sie in Geldfragen?

von Ridißer Johann am 16.12.2014 in Beratung

Gemäß einer aktuellen Umfrage vertraut fast die Hälfte der österreichischen Bevölkerung in Geldfragen ihrer Bank bzw. ihrem Bankberater. Dieses Ergebnis ist nachvollziehbar, weil der Marktauftritt von Banken durch teure Fernsehwerbung und prunkvolle Beratungsräumlichkeiten durchaus vertrauenserweckend ist. Tatsache ist allerdings, dass Banken – wie jedes andere Unternehmen auch – ihre Produkte zum bestmöglichen (aus Sicht der Bank also höchstmöglichen) Preis verkaufen möchten. Die Bankmitarbeiter sind daher gezwungen im Auftrag ihrer arbeitgebenden Bank zu handeln anstatt die Interessen ihrer Kunden vertreten zu können. Doch wem vertrauen, wenn nicht der Bank?

Beratung ist unumgänglich

Grundsätzlich gilt für alle Lebensbereiche, dass man sich auf das eigene Gefühl bzw. auf die eigene Einschätzung verlassen sollte. Allerdings ist das nicht so einfach, wenn es sich um finanzielle Themen handelt, mit welchen man ansonsten wenig bis gar nichts zu tun hat. So wickelt eine Privatperson im Laufe des Lebens oft nur eine einzige große Finanzierung ab, nämlich dann wenn es um den Erwerb des Eigenheimes geht. Für Apotheker ist die Herausforderung noch wesentlich größer, weil für den Aufbau bzw. den Erwerb der eigenen Apotheke noch wesentlich höhere finanzielle Mittel erforderlich sind und auch das in der Regel nur ein einziges Mal stattfindet. Aus diesem Grund ist eine ausführliche Beratung unbedingt erforderlich um herausfinden zu können, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt und welche Variante zur eigenen Persönlichkeit am besten passt.

Nur unabhängige Berater sind empfehlenswert

Wie bereits in der Einleitung dieses Artikels festgestellt, sind Bankmitarbeiter immer an die Vorgaben ihres Arbeitgebers gebunden. Daher kann man von ihnen auch keine unabhängige und objektive Beratung erwarten. Das gilt selbstverständlich auch für die Hausbank zu welcher möglicherweise bereits ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde.
Bei größeren finanziellen Vorhaben (Finanzierung oder Veranlagung) ist es nun äußerst empfehlenswert mehrere Angebote von verschiedenen Geldinstituten einzuholen. Diesbezüglich sollten aber nicht nur Banken zu Gesprächen eingeladen sondern unbedingt auch Beratungen von unabhängigen Finanzexperten in Anspruch genommen werden.
Diese Vorgangsweise ist deswegen so wichtig, weil nur mit Hilfe eines von Banken unabhängigen Fachmannes ein kritischer Blick auf die Angebote von Geldinstituten gerichtet werden kann. Schließlich darf man nicht vergessen, dass jedes Geldinstitut versucht ihr eigenes Angebot als das optimale für den Konsumenten anzupreisen bzw. darzustellen. Letztendlich sollte es aber immer darum gehen, jene Finanzierungs- bzw. Veranlagungs-Variante zu finden, welche auf die eigenen Bedürfnisse bestmöglich abgestimmt und nicht für die Bank die beste ist.

 

 

 

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Schweizer Franken Kredite – Update

von Ridißer Johann am 17.11.2014 in Allgemein

In den letzten Wochen näherte sich der EUR/CHF-Kurs immer mehr jener Untergrenze bei 1,20 an, welche von der SNB (Schweizer Nationalbank) ziemlich genau vor drei Jahren eingeführt wurde. Diese Situation verstärkt nun die Diskussion über das Festhalten an dieser Untergrenze. Die SNB betont in ihren Stellungnahmen immer wieder, dass sie die Marke von 1,20 “mit allen Mitteln” verteidigen werde, doch können sich Frankenkreditnehmer auch darauf verlassen?

Die entscheidende Frage und wie lautet die Antwort

Tatsächlich dreht sich im Augenblick für Frankenkreditnehmer alles um die Frage ob die Kursuntergrenze halten wird. Naturgemäß kann auf diese Frage keine verlässliche Antwort gegeben werden. Allerdings deutet derzeit vieles darauf hin, dass das Limit aufrecht bleibt.
Sämtliche Aussagen der führenden Vertreter der eidgenössischen Nationalbank in den letzten zwei Jahren bringen deutlich zum Ausdruck, dass die Verteidigung der Untergrenze Priorität hat und mit allen verfügbaren Mitteln durchgesetzt werden wird. Daran hat sich auch in den letzten Wochen nichts geändert.
Hinzu kommt, dass die SNB seit Ende 2012 nicht mehr aktiv eingreifen musste um den Kurs zu stützen. Die Nationalbank hatte also zwei Jahre Zeit um sich auf die Eventualität weiterer Kursstützungen vorzubereiten. Es ist daher und auch aufgrund ihrer letzten Veröffentlichungen äußerst unwahrscheinlich, dass die SNB bereits bei den ersten Anzeichen weiterer Erfordernisse klein bei gibt.
Ein weiterer Aspekt ist die Abwertung des Franken gegenüber dem US-Dollar, die in den letzten Monaten eingesetzt hat. Dies ist ein erster Hinweis auf ein generelle Abwertung des Franken, die in späterer Folge auch gegenüber dem EURO einsetzen könnte, wenn diese schwierige Phase überwunden ist.

Richtungsweisend könnten die ersten Interventionen der SNB am Devisenmarkt sein, wenn der EUR/CHF-Kurs in den nächsten Wochen tatsächlich die Marke von 1,20 erreicht. Danach wird man möglicherweise besser abschätzen können wie die Schweiz in Zukunft mit der Kurs-Untergrenze umgehen wird.
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Abb.: EUR/CHF-Kurs von 5.2009 bis 11.2014

2014.11 CHF-Chart

 

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Wie Banken die Zinsen für Kredite kalkulieren

von Ridißer Johann am 15.10.2014 in Allgemein

Obwohl der Zinssatz für die Unternehmens-Finanzierungen (z.B. für Apothekenkauf oder Neugründung) nur eine untergeordnete Rolle spielt bzw. spielen sollte, steht dieser bei Bank-Verhandlungen doch meist im Mittelpunkt. In diesem Zusammenhang ist es interessant, wie Banken den Zinssatz ihrer Angebote kalkulieren. Selbstverständlich möchte jedes Geldinstitut so viel wie möglich am verliehenen Geld verdienen. Der Ertrag kann bei gleichem Zinssatz allerdings je nach Bank sehr unterschiedlich sein, weshalb es auch sehr große Unterschiede bei den angebotenen Konditionen geben kann.

Wie setzt sich der Kredit-Zinssatz aus Sicht der Bank zusammen

1) Der Refinanzierungssatz
Als Basis dient der sog. Refinanzierungssatz. Dies ist jener Zinssatz zu welchem sich Banken Geld von einer anderen Bank (zumeist von der OENB – Österreichische Nationalbank) ausleihen. Kreditinstitute müssen sich also das Kapital welches sie in Form von Krediten an ihre Kunden weitergeben zunächst selbst ausborgen, weil nur ein Teil der Spareinlagen dafür verwendet werden kann. Wie hoch die Zinsen sind, die eine Bank dafür zu zahlen hat, hängt genau so wie bei einem privaten Kreditnehmer davon ab wie gut die Bonität (das Rating) des Kreditinstitutes ist. Banken mit schlechtem Rating müssen daher das Geld schon teurer einkaufen und sind daher nicht in der Lage besonders günstige Kredite anbieten zu können.

2) Der Aufschlag bzw. das Agio
Auf den Refinanzierungssatz schlägt die Bank das sog. Agio darauf. Wie hoch dieser Aufschlag ist, hängt nun einerseits von der Bonität des Kreditnehmers ab und andererseits davon wie viel die Bank verdienen möchte (grundsätzlich natürlich so viel wie möglich). Das Agio beinhaltet also aus Sicht der Bank die sog. Risikokosten (ist das Ausfallsrisiko je nach Bonitätseinstufung des Kreditwerbers) und den Ertragsanteil für die Bank.
Wichtig ist, dass in den meisten Angeboten nicht der tatsächliche Refinanzierungssatz der Bank aufscheint, sondern ein anderer Indikator (z.B. der 3-Monats-Euribor) plus dem entsprechenden Aufschlag. Es lässt sich daraus also nicht erkennen, wie gut die Bonität der Bank selbst ist.

3) Zusätzliche Kosten
Darunter sind laufende zusätzliche Gebühren zu verstehen, die zwar nicht im Zinssatz direkt enthalten sind, diesem aber hinzugerechnet werden müssen, weil sie ja ständig anfallen. Diesbezüglich gibt es hinsichtlich Gebührenbezeichnungen und -höhe zumeist sehr große Unterschiede zwischen den verschiedenen Geldinstituten. Beispiele dafür sind Kontoführungsgebühren, Kreditprovision, Bereitstellungsgebühr und viele mehr.

Fazit

Letztendlich zählt natürlich nur der Zinssatz (inkl. eingerechnete laufende Zusatzkosten) welchen man als Kreditnehmer bezahlt. Es könnte dem Kreditnehmer daher egal sein wie die Bank intern kalkuliert. Es ist allerdings möglich, dass die eigene Hausbank zu jenen Kreditinstituten zählt, die aufgrund ihrer Rahmenbedingungen nicht in der Lage ist, wirklich günstige Konditionen anzubieten. Gerade wenn es um Konditionenverhandlungen für bestehende oder neue Finanzierungen geht, kann das Wissen über die interne Kalkulation der Bank daher von Vorteil sein.

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Zinssenkung durch EZB – deutliches Signal für Europa

von Ridißer Johann am 22.09.2014 in Allgemein

Anfang September hat die EZB – für viele überraschend – die Zinsen noch ein weiteres Mal gesenkt. Diesbezüglich ist nicht das Ausmaß der Senkung (0,1%), sondern das Signal welches die Europäische Zentralbank damit gesetzt hat besonders interessant und beachtenswert.

Deutliches Signal für die gesamte EU

Mario Draghi wurde in den vergangenen Monaten nicht müde zu betonen, dass die EZB bereit ist, alles zu tun um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Ende der Krise und einem wirtschatlichen Aufschwung in der EU zu schaffen. Bislang wurde ihm von vielen Seiten nicht richtig geglaubt, doch nun könnte sich das – zumindest zum Teil – geändert haben. Als ein Beweis dafür kann die Entwicklung des EURO-Kurses im Vergleich zum US-Dollar herangezogen werden. In den letzten vier Monaten verlor die Europäische Einheitswährung fast 10 % ihres Wertes. Was in den Medien oft als “Schwäche der Währung” bezeichnet wird, ist für die wirtschaftliche Entwicklung prinzipiell sehr gut. Unternehmen können ihre Waren nun leichter exportieren und der Profit ist dabei pro Einheit (in EURO gemessen) genau so hoch wie zuvor, was insgesamt einen kräftigen Gewinnzuwachs bedeutet.

Bedeutung für Investoren bzw. Anleger

Im Zusammenhang mit der Geldveranlagung steht beim Großteil der Medien das “Nullzins-Sparbuch” im Mittelpunkt. Selbstverständlich ist es für die Psyche nicht angenehm, wenn man als braver Sparer am Ende des Jahres praktisch nichts für sein Geld von der Bank bekommt. Auf der anderen Seite muss man bedenken, dass die Realverzinsung (Spar-Zins abzüglich Inflationsrate) beim Sparbuch auch in Zeiten hoher Zinsen nicht besser gewesen ist, wie z.B. in den 1970er Jahren als eben auch die Inflationsrate wesentlich höher war als heute.

Auf der anderen Seite bedeuten niedrige Zinsen grundsätzlich einen großen Vorteil für Unternehmen, was sich wiederum in den Börsenkursen der Aktien widerspiegelt. Diese Tatsache bringt nun große Chancen für Anleger die ihr Kapital in Wertpapiere investieren. Aufgrund der klaren Aussagen der EZB, die mittlerweile auch mit Taten bestätigt wurden, darf man davon ausgehen, dass die Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden wird. Dies wiederum sollte eben auch zu einer entsprechend positiven Entwicklung der Börsenkurse führen an welcher Kapitalanleger sehr schön profitieren können.

 

 

 

 

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Ridißer Johann

Apothekenkauf bzw. -gründung: Vorsicht bei der Ermittlung des Finanzierungsbedarfs

von Ridißer Johann am 08.08.2014 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Viele Apotheker kämpfen am Beginn ihrer Laufbahn trotz guter Umsatzentwicklung mit Liquiditätsproblemen. Dies macht nicht nur sehr oft weitere Gespräche mit der Bank erforderlich sondern setzt auch den Apotheker psychologisch unter Druck. Insgesamt daher eine äußerst unzufriedenstellende Situation, die durch die richtige Ermittlung des tatsächlichen Finanzierungsbedarfs und einem darauf abgestimmten Gesamtfinanzierungskonzept von Beginn an verhindert werden könnte.

Die Ermittlung des Finanzierungsbedarfs

In der Folge sind die wichtigsten Punkte aufgelistet, die in der Praxis zu einer zu geringen Bemessung des notwendigen Investionsaufwandes führen. Angesichts der Tatsache, dass der erforderliche Betrag für den Erwerb bzw. die Neugründung einer Apotheke verhältnismäßig hoch erscheint, ist es verständlich wenn der Apotheker die zu finanzierende Summe möglichst gering halten möchte. Allerdings ist es nicht zielführend, wenn dadurch möglicherweise anfallende Kosten vergessen oder zu gering angesetzt werden.

  • Kaufnebenkosten
    Sämtliche Nebenkosten (Rechtsanwalt, Notar, Bank, etc.) müssen berücksichtig werden
  • Kosten für einen (möglicherweise in der Zukunft geplanten) Umbau
    Sind Umbauten erst zu einem späteren Zeitpunkt (nach Übernahme) geplant dann sollten diese bereits bei der Finanzierung des Kaufs berücksichtigt werden!
  • Einrichtung
    Ebenso wie bei einem Umbau sollten hier die voraussichtlichen Kosten möglichst genau durch das Einholen von verbindlichen Anboten ermittelt werden.
  • Anlaufkosten
    Hier passieren die größten Versäumnisse. Diese Aufwendungen werden häufig gar nicht berücksichtigt oder viel zu gering bemessen. Nicht nur bei einer Neugründung dauert es eine Weile bis die Geldströme zeitgerecht fließen. Hinzu kommt, dass diese Kosten von Banken generell in Form von Betriebsmittelkrediten als Rahmen am Geschäftskonto zur Verfügung gestellt werden. Das sollte allerdings unbedingt vermieden werden.
  • Reserven
    Auch wenn bei den obigen Punkten die Beträge realitätsgetreu ermittelt wurden ist es empfehlenswert zusätzliche Reserven für unvorhergesehene Aufwendungen einzukalkulieren.
  • Warenlager
    Das Warenlager gehört ebenso zum langfristigen Gesamtinvestitionsvolumen und sollte auf keinen Fall in Form des oben erwähnten Betriebsmittelkredites finanziert werden.

Das richtige Finanzierungskonzept ist ebenfalls entscheidend

Sind die voraussichtlichen Gesamtkosten vollständig ermittelt ist schon ein großer Schritt getan. Die Art und Weise deren Finanzierung ist allerdings auch noch als besonders wichtig anzusehen. Gerade hier werden grobe Fehler gemacht, die letztendlich Liquiditätsengpässe zur Folge haben können. Diesbezüglich möchte ich an dieser Stelle eine ungewohnt deutliche Empfehlung aussprechen: Es sollte dringend vermieden werden direkt mit Banken zu sprechen! Vielmehr sollte für die die Finanzierung die Hilfe eines von Banken unabhängigen Experten in Anspruch genommen werden. Bei der Beauftragung eines Kredites sollte der Apotheker nie vergessen, dass Banken in erster Linie in ihrem eigenen Interesse handeln müssen. Dies gilt selbstverständlich auch für jene Institute, die sich selbst als “Spezialisten für Apothekenfinanzierungen” bezeichnen.

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Ridißer Johann

Interessante Fakten rund um die Fußball-WM

von Ridißer Johann am 15.07.2014 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Die vielen Berichte rund um die Fußball-WM lassen kaum ein Thema aus, sodass man sich über jedes kleinste Detail informieren kann. Bemerkenswert sind aber auch die wirtschaftlichen Fakten, die im Zusammenhang mit Weltmeisterschaften festgestellt wurden.

WM-Titel wirken positiv auf die Börse

Allerdings nur im Land des Weltmeisters! Die Statistik zeigt, dass sich die Börsen im Staat des Titelgewinners überdurchschnittlich gut entwickeln. Dieser Effekt ist allerdings nur im Monat nach dem Final-Gewinn zu beobachten. – Im Verlauf des restlichen Jahres geht es (laut Statistik) dann im Vergleich zum globalen Aktienmarkt wieder langsamer voran. Zusammengefasst bedeutet dies für die “Weltmeister-Börse” daher, dass auf die Euphorie schnell Ernüchterung folgt, welche dann wesentlich länger andauert.

Die Wirtschaft sagt oft den Sieger voraus

In auffallend vielen Fällen entwickelte sich die Wirtschaft im Land des WM-Siegers in den Jahren vor dem Titelgewinn stärker als im Durchschnitt.

Die Globalisierung macht die WM zum Massenturnier

Bei der ersten WM 1930 in Uruguay nahmen nur 13 Länder teil. Heute sind es 32 bzw. über 200 Nationen wenn man auch die Qualifikation, die sich über 2 Jahr erstreckt, berücksichtigt. Damit ist die Fußball-Weltmeisterschaft das mit Abstand größte Sportereignis einer einzelnen Sportart. Nur die Olympischen Spiele können das noch toppen.

Die Fußball-WM als Geldquelle

Aufgrund der gewaltigen Dimension der Veranstaltung gibt es auch sehr hohe finanzielle Umsätze. Umstritten ist – und das wird fast bei jeder WM diskutiert – ob sich die extrem hohen Investitionen im Veranstalterland tatsächlich auch auszahlen. Unbestritten ist hingegen, dass die (zurzeit heftig kritisierte) FIFA milliardenhohe Gewinne aus den Titelkämpfen lukriert. Alleine bei der WM 2010 sollen es ca. 1,7 Mrd. EUR gewesen sein. Von diesem Betrag sind die Ausschüttungen an die teilnehmenden Nationen in Höhe von insgesamt ca. 260 Mio EUR bereits abgezogen.

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Ridißer Johann

Historische Entscheidung der EZB – mögliche Auswirkungen der neuerlichen Zinssenkung

von Ridißer Johann am 12.06.2014 in Allgemein

Am 5.6.2014 senkte die EZB (Europäische Zentralbank) den Leitzinssatz für Ausleihungen (Refinanzierungssatz) auf den bisher niedrigsten Wert von 0,15% (vormals 0,25%). Der Zinssatz für Einlagen bei der EZB wurde mit -0,1% erstmals in der Geschichte sogar negativ! Das Ziel dieser Vorgangsweise ist die weitere Ankurbelung der Wirtschaft.

Mögliche Auswirkungen

Obwohl es sich nominell nur um einen winzigen Schritt nach unten handelt (-0,1%), ist es doch ein klares Zeichen dafür, dass die EZB gewillt ist sämtliche Mittel einzusetzen um die wirtschaftliche Erholung, welche in einigen Ländern ja bereits eingesetzt hat, weiter fortzuführen. Die Senkung des Zinssatzes alleine wird allerdings nur wenig bewirken. Vielmehr geht es u.a. darum die Banken in Europa dazu zu bringen das billige Geld in Form von Krediten auch an die Unternehmen weiterzugeben. Diesbezügliche Maßnahmen wurden bereits beschlossen, nun müssen diese aber noch in die Praxis umgesetzt werden.

Die Auswirkungen für die Bevölkerung werden zunächst nur von geringer Natur sein. Die Zinsen für laufende Kredite werden sich wenn überhaupt nur kaum verändern und am Sparbuch wird man in nächster Zeit noch ein bischen weniger erhalten.

An den Börsen könnte es allerdings zu weiteren Aufschwüngen kommen, was sich an der ersten Reaktion unmittelbar nach der Veröffentlichung der Maßnahmen der EZB andeutete.

Der DAX übertraf das erste Mal die 10.000 Punkte-Marke

Die Maßnahmen der EZB haben den DAX (Deutscher Aktienindex) das erste Mal in seiner Geschichte über die magische Marke von 10.000 Punkten steigen lassen. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein kurzer Blick zurück. Die Auswirkungen der Krise haben den Index im Jahr 2009 von ca. 8.000 auf 3.600 Punkte abstürzen lassen. Nur 5 Jahre später wurde nicht nur der Einbruch aufgeholt sondern die alte Höchstmarke deutlich übertroffen (das entspricht einem Plus von 178 %).
Auch die amerikanischen Indizes haben neue Höchststände erzielt.
Man darf nun gespannt sein, wie es an den Börsen weitergeht. Angesichts der Tatsache, dass die Zinsen nun noch einige Zeit auf tiefstem Niveau bleiben werden, darf man davon ausgehen, dass nun viele Menschen Aktien wieder als Anlageinstrument entdecken werden. Das wiederum würde mittelfristig ein weiteres Ansteigen der Kurse zur Folge haben.

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Ridißer Johann

Zinsen bleiben auf Tiefststand

von Ridißer Johann am 13.05.2014 in Allgemein

Auch wenn in den USA bereits vieles darauf hindeutet, dass die Zinsen mittelfristig etwas angehoben werden könnten, ist in Europa diesbezüglich noch nichts zu bemerken. Vielmehr darf man in unserem Wirtschaftsraum davon ausgehen, dass die Zinsen noch längere Zeit, möglicherweise sogar für mehrere Jahre, auf dem aktuellen Niveau bleiben.

Wie können Kreditnehmer profitieren?

All jene, die Kredite laufen haben, können sich darüber freuen, dass sie nur geringe Zinszahlungen zu leisten haben. Das Phänomen dabei ist allerdings, dass nur wenige Kreditnehmer wirklich das Gefühl haben großartig zu gewinnen. Dies liegt einerseits daran, dass ja trotzdem noch die Raten (=Zahlungen) an die Bank zu leisten sind und andererseits der eingesparte Betrag nicht ersichtlich bzw. spürbar ist.
Wirklich profitieren (also auch gefühlsmäßig) werden Kreditnehmer erst dann, wenn sie die nicht zu zahlenden Zinsen regelmäßig weglegen und separat ansparen. Nur auf diese Art und Weise wird der eingesparte Betrag auch sichtbar. Aufgrund der voraussichtlich noch länger anhaltenden Niedrigzinsphase können schnell hohe Kapitalreserven entstehen. Bei einer Finanzierung in Höhe von EUR 1,0 Mio und einer Zinsersparnis von 4,0% p.a. ergibt dies bei einer Anspardauer von 10 Jahren einen Betrag von EUR 400.000,-!

Wie können Sparer profitieren?

Das Sparbuchsparen ist im Augenblick wahrlich kein Honiglecken, muss man sich doch mit Zinsen knapp über dem Nullpunkt zufrieden geben. Doch anstatt Trübsal zu blasen gibt es aufgrund der historischen Niedrigzinsphase gute Chancen in anderen Anlageklassen. So bieten derzeit vor allem Aktien mittel- bis langfristig die größten Entwicklungsmöglichkeiten, denn niedrige Zinsen sind grundsätzlich für Unternehmen von großem Vorteil. Über Wertpapierfonds gelingt es die Veranlagung in Aktien ausgesprochen gut abzusichern bzw. breit zu streuen – und das bereits ab kleinsten Beträgen.
Weitere gute Gelegenheiten findet man im Bereich der Immobilieninvestments. Auch wenn es hier in den letzten Jahren bereits zu Preissteigerungen gekommen ist (was für alle gut ist, die bereits investiert haben), kann man ausgewählte Produkte nach wie vor ausdrücklich empfehlen.

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Ridißer Johann

Frankenkredite – Update

von Ridißer Johann am 09.04.2014 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Nach Ausbruch der “Krim-Krise” erreichte der EUR/CHF-Kurs im vergangenen Monat die Marke von 1,21. Das führte zu einer Verstärkung der Diskussionen hinsichtlich des von der Schweiz eingeführten Mindestkurses bei 1,20.

Die SNB wird den Mindestkurs “mit allen Mitteln” verteidigen

In ihrer am 20. März 2014 veröffentlichten “Geldpolitischen Lagebeurteilung” bekräftigt die Schweizer Nationalbank das Festhalten am Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro. Wesentlich ist dabei die Aussage, dass die SNB die eingeführte Grenze “wenn nötig durch den Kauf von Devisen in unbeschränkter Höhe durchsetzen und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen wird”. An den folgenden Tagen stieg der EUR/CHF-Kurs daher auch schnell wieder auf ca. 1,22.

Man darf also davon ausgehen, dass dieses Kurslimit in den kommenden Jahren voraussichtlich halten wird. Hinzu kommt, dass die Wirtschafts-Prognosen für die EU grundsätzlich positiv sind, was auf eine nachhaltige Erholung hoffen lässt. Dies würde ja dann ohne dem Eingreifen der SNB zu einem höheren Frankenkurs führen.

Der IWF unterstützt die SNB hinsichtlich des Mindestkurses

Ein weiteres wichtiges Zeichen für das Halten der Kursuntergrenze sind die Aussagen führender Vertreter des IWF (Internationaler Währungsfonds). Der Fonds “empfiehlt” der SNB den Mindestkurs in jedem Fall beizubehalten. Obwohl es sich dabei nur um eine verbale Unterstützung handelt, ist es doch ein zusätzliches Indiz dafür, dass mitllerweile viele Länder an eine wirtschaftliche Entspannung in der Eurozone glauben, weshalb es eben nur mehr eine Frage der Zeit wäre bis der Franken von selbst schwächer werden würde.

Mögliche Einführung von Negativzinsen in der Schweiz

Was absurd klingt – Sparer sollen “Strafzinsen” für die Veranlagung ihrer Gelder zahlen – könnte tatsächlich bald Realität werden. Jedenfalls wird dieses Thema seit der Veröffentlichung des jährlichen “Schweiz-Berichts” des IWF ernsthaft diskutiert. Der IWF hat nämlich in ihrer Aussendung der Schweiz den Einsatz von Negativzinsen empfohlen.
Was viele in diesem Zusammenhang nicht wissen, ist die Tatsache, dass es in der Schweiz bereits einmal Minuszinen für Spareinlagen gab. In den 1970er Jahren brachte der Einsatz dieses Mittels den gewünschen Erfolg.
In Schweden und Dänemark wurde dieses Instrument erst vor kurzem (2009 bzw. 2012) – jeweils mit Erfolg – angewendet. Die jeweiligen Währungen gaben schnell nach und stabilisierten dadurch die Wirtschaft.
Somit ist die Einführung von Negativzinsen in der Schweiz gar nicht so unwahrscheinlich wie man möglicherweise annehmen möchte.

Auswirkungen für Frankenkreditnehmer

Die o.a. Aussagen von SNB und IWF machen sowohl das Halten der Franken-Untergrenze als auch die mittelfristige Abschwächung des Franken sehr wahrscheinlich. Glaubt man an diese Prognosen, erscheint eine Konvertierung des CHF-Kredites in den EURO im Augenblick als nicht sinnvoll. Allerdings sollte nicht darauf vergessen werden weiterhin Reserven mit Hilfe der Ansparung des Zinsvorteils aufzubauen. Das historisch niedrige Zinsniveau sollte so lange wie möglich ausgenützt werden. Nach wie vor beträgt der Zinsvorteil im Vergleich zur langfristigen Benchmark (6,0%) ca. 4,5% p.a..

 

 

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Ridißer Johann

Die Börse als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung

von Ridißer Johann am 11.03.2014 in Allgemein

An den Börsen Europas (DAX) und der U.S.A.  wurden soeben wieder neue Allzeit-Höchststände erreicht.

Das Bemerkenswerte daran ist die Tatsache, dass sich trotzdem die Mehrheit der Bevölkerung noch “in der Krise” befindet.

Aus diesem Grund wird es an den Börsen voraussichtlich auch noch deutlich weiter nach oben gehen, weil eben der Großteil der Anleger noch gar nicht in Aktien investiert ist.

Das bedeutet, dass es noch immer die Gelegenheit gibt an der (sehr wahrscheinlichen) wirtschaftlichen Erholung in den nächsten Jahren zu profitieren.

Die Entwicklung an den Börsen kann diesbezüglich als verlässlicher Indikator herangezogen werden.

Die Interpretation des Indikators ist wichtig

Betrachtet man die historische Entwicklung an den Börsen, so ist auffallend, dass stets nach großen Einbrüchen besonders schnelle und starke Aufwärtsbewegungen stattgefunden haben. Analysiert man dazu im Vergleich die Stimmung der Bevölkerung stellt man fest, dass die Menschen gerade kurz vor den jeweiligen Einbrüchen am besten „gelaunt” waren (dies war zuletzt 2008 der Fall).

Daraus ergibt sich nun die Bedeutung des Indikators für die weitere Entwicklung: Immer dann, wenn nach Krisen neue Höchststände an den Börsen erreicht werden und die Stimmung in der Bevölkerung noch nicht überwiegend positiv ist (das ist gleichbedeutend damit, dass der Großteil der privaten Anleger noch nicht in Aktien investiert ist), dann ist ein wirtschaftlicher Aufschwung in den nächsten Jahren wahrscheinlich.

In der folgenden Darstellung ist dies im DAX (Deutscher Aktienindex) seit Anfang 2013 der Fall. (Beachten Sie diesbezüglich auch meinen Artikel vom 21.01.2013.)

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Ridißer Johann

Den Zinssatz bei Krediten jetzt längerfristig fixieren?

von Ridißer Johann am 13.02.2014 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Wir befinden uns mittlerweile schon seit mehr als fünf Jahren in einer Phase historisch niedrigster Kreditzinsen. Nachdem der sog. “Gewöhnungseffekt” in der Natur des Menschen liegt, denkt augenblicklich auch kaum jemand über eine Umstellung der variablen auf eine fixe Kreditverzinsung nach. Doch genau so eine Konditionen-Anpassung sollte man in der derzeitigen Marktlage überlegen – auch wenn die Bank dies kaum aktiv ansprechen wird – oder eben gerade deswegen!

Antizyklisches Verhalten bringt zumeist große Vorteile

In der  Geldveranlagung gilt nach wie vor die Börsenweisheit “Kaufe in der Krise zu niedrigen Kursen und verkaufe in der Euphorie“. Dieses sog. antizyklische Verhalten sollte aber auch bei Kreditfinanzierungen hinsichtlich des Zinssatzes angewandt werden. Das bedeutet, dass man in Phasen hoher Zinsen eher variable und bei einem niedrigen Zinsniveau eher längerfristig fixe Kreditkonditionen vereinbaren sollte. In der Praxis passiert in den meisten Fällen das Gegenteil. Sind die Zinsen hoch, schließen viele Menschen Fixzinskredite ab, weil sie einerseits Angst vor noch höheren Zinsen haben und andererseits die Banken grundsätzlich (in ihrem eigenen Interesse) fixe Finanzierungen empfehlen. Umgekehrt werden in Niedrigzinsphasen nur wenige Kredite mit längerfristig fixer Verzinsung in Anspruch genommen, weil sich eben kaum jemand vorstellen kann, dass es wieder nach oben gehen kann bzw. Banken solche fixen Finanzierungsvarianten (in ihrem eigenen Interesse) sicherlich nicht aktiv empfehlen.

Die Zinsen werden wieder steigen

Im Augenblick erscheint es zwar unwahrscheinlich, dass es bereits in den nächsten Monaten zu Zinssatzerhöhungen kommen wird. Trotzdem darf man mit Sicherheit annehmen, dass die Zinsen irgendwann auch wieder steigen werden. Entwickelt sich die Wirtschaft weiterhin positiv dann kann dieser Prozess verhältnismäßig schnell beginnen. In den meisten Fällen ist es dann aber schon zu spät um auf eine fixe Finanzierung umzusteigen, weil es die zum jetzigen Zeitpunkt besonders günstigen Konditionen später eben nicht mehr geben wird.
Aus diesem Grund sollte die wirtschaftliche Entwicklung verfolgt werden und spätestens bei den ersten Anzeichen von Zinserhöhungen (z.B. von der EZB oder der Amerikanischen Notenbank) intensiv über eine Umstellung der Finanzierungskonditionen nachgedacht werden – wenn Sie es nicht schon jetzt tun.

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Ridißer Johann

Schweizer Franken Kredite – Update

von Ridißer Johann am 14.01.2014 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Im letzten Quartal 2013 verdichteten sich die Anzeichen für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft. Damit ist das Ende der Krise zumindest in Sicht. Betrachtet man die Leitbörsen in Europa (DAX) und Amerika (Dow Jones), dann ist dort die Krise schon längst überwunden, denn sowohl der DAX als auch der Dow Jones erreichten im abgelaufenen Jahr historische Höchststände.

Für Frankenkreditnehmer kann dies als gutes Zeichen gedeutet werden. Dementsprechend gab es beim EUR/CHF-Kurs im Jahr 2013 schon mehrmals den Versuch, nach oben auszubrechen. Auch wenn das bisher noch nicht nachhaltig gelungen ist, so ist es doch ein Indiz dafür, dass dies in nächster Zukunft passieren könnte.

SNB will Untergrenze mit aller Kraft verteidigen

Ein äußerst wichtiger Aspekt für den weiteren Verbleib in der Fremdwährung ist die Tatsache, dass die SNB (Schweizer Nationalbank) die im September 2011 eingeführte Kurs-Untergrenze von EUR/CHF 1,20 nach wie vor aufrecht erhalten möchte. Dies bekräftigen deren Spitzenvertreter auch regelmäßig bei den entsprechenden Pressekonferenzen. Aufgrund des leichten wirtschaftlichen Aufwärtstrends, ist dies auch absolut möglich und nachvollziehbar. Wenn es diesbezüglich auch keine Garantie gibt, darf man doch mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der EUR/CHF-Kurs eher nach oben anstatt nach unten gehen wird.

Aufwärtstendenz im Jahr 2013

Im Vergleich zum Jahr davor gab es im Jahr 2013 deutlich mehr Bewegung beim EUR/CHF-Kurs (siehe u.a. Abb.). Mit den beiden Spitzen und einem Höchstkurs von über 1,26 ist auch eine Aufwärtstendenz zu erkennen. Diese Spitzen traten jedesmal dann auf, wenn es Anzeichen für eine Lösung der im Jahr 2008 begonnen Krise gab. Aus diesem Grund kann man schlussfolgern, dass es mit dem Frankenkurs nach oben gehen würde, wenn die Wirtschaftsaussichten nachhaltig positiv werden. Wann dies der Fall sein wird, lässt sich naturgemäß nicht sagen, allerdings sprechen mittlerweile mehrere Faktoren dafür. Ein Beispiel dafür sind eben die bereits oben erwähnten Höchststände an den wichtigsten europäischen und amerikanischen Börsen. Somit gibt es jedenfalls die Chance, dass es bereits im Jahr 2014 zu einem deutlichen Anstieg des EUR/CHF-Kurses kommen kann.

 

Abb.: EUR/CHF-Kurs von 1.2012 bis 1.2014

 

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Ridißer Johann

Lombardkredite – jetzt interessant

von Ridißer Johann am 16.12.2013 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Als Lombardkredite werden im Bankenjargon Darlehen bezeichnet, welche gegen die Besicherung durch Wertpapiere gewährt werden. Vor Abschaffung der Kreditsteuer im Jahr 2011 waren Lombardkredite sehr beliebt, weil dafür keine staatlichen Gebühren zu zahlen waren. Seitdem ist diese Finanzierungsform etwas in Vergessenheit geraten. Doch gerade in der aktuellen Marktlage können solche Darlehen von großem Vorteil sein.

Niedrige Kreditzinsen und steigende Börsen

Die Kombination von historisch niedrigen Zinsen für Finanzierungen auf der einen und steigenden Aktienkurse auf der anderen Seite führt dazu, dass sich Lombarddarlehen im Augenblick geradezu anbieten. Aufgrund der derzeitigen Wirtschaftsaussichten darf davon ausgegangen werden, dass die Zinsen noch eine ganze Weile auf tiefstem Niveau bleiben. Besonders interessant kann in diesem Zusammenhang die Fixierung des Zinssatzes für einen längeren Zeitraum (z.B. 10 Jahre) sein. Auch an den Börsen darf mittelfristig mit einer Fortführung des Aufwärtstrends gerechnet werden. Dieses Zusammenspiel bedeutet prinzipiell einen guten Zeitpunkt für Investitionen. Wenn daher Unternehmer Anschaffungen bzw. Um- oder Zubauten schon länger geplant haben, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diese in die Tat umzusetzen. Bei der Wahl der dafür erforderlichen Finanzierung sollte ein Lombardkredit unbedingt in die Überlegungen miteinbezogen werden.

Spekulationen mit Lombardkrediten sind nicht empfehlenswert

Wichtig ist an dieser Stelle, dass dieser Artikel keine Aufforderung darstellt um mit geborgtem Geld mit Wertpapieren zu “spekulieren” – ganz im Gegenteil. Sinnvoll kann es hingegen sein, ohnehin vorhandene Wertpapiere als Sicherstellung für die Finanzierung einer Investition einzusetzen, welche von Haus aus geplant ist. Um einen Vorteil zu generieren, ist es auch nicht erforderlich bei den Wertpapieren hohe Risken einzugehen. Bereits bei sehr konservativen Veranlagungsformen kann, bei richtiger Auswahl, die Rendite deutlich höher sein als die Zinsen, die man für die Finanzierung zu entrichten hat.

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Ridißer Johann

Nominalzinssatz und Effektivzinssatz

von Ridißer Johann am 19.11.2013 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Sowohl bei Finanzierungen als auch bei Veranlagungen steht zumeist der sog. Nominalzinssatz im Mittelpunkt obwohl letzlich ausschließlich der Effektivzinssatz maßgeblich für den gesamten Aufwand bzw. Ertrag eines Produktes ist. Der Grund für die geringe Beachtung des Effektivzinssatzes liegt mit Sicherheit an seiner meist komplizierten Ermittlung. Hinzu kommt, dass es für Produktanbieter (Banken und Versicherungen) wesentlich einfacher und auch werbewirksamer ist mit dem Nominalzinssatz zu werben. Der Effektivzinssatz steht dann – wenn überhaupt – nur im Kleingedruckten. Für seriöse Vergleiche von verschiedenen Angeboten ist es allerdings unerlässlich die jeweils effektiven Kosten bzw. Erträge zu ermitteln.

Was versteht man unter Nominalzinssatz

Der Nominalzinssatz gibt jeweils den Prozentsatz an zu dem der Kredit oder die Veranlagung verzinst ist. Wichtig ist, dass in diesem Zinssatz keinerlei Nebenkosten berücksichtigt sind. Das bedeutet, dass der effektive Zinssatz bei Finanzierungen immer höher und bei Geldanlagen immer geringer ist als der Nominalzinssatz. In beiden Fällen handelt es sich beim Nominalzinssatz daher um eine ungenaue Angabe der tatsächlichen Kosten bzw. Erträge. Erst mit Hilfe des (richtig errechneten) Effektivzinssatzes sind zuverlässige Aussagen möglich.

Was versteht man unter Effektivzinssatz

Der Effektivzinssatz soll die tatsächlichen Kosten einer Finanzierung bzw. tatsächlichen Erträge einer Geldanlage zum Ausdruck bringen. Prinzipiell müssen zu diesem Zweck sämtliche Kosten und Gebühren berücksichtigt werden. Die Ermittlung ist schwierig, weil sowohl einmalige als auch laufende Kosten in die Kalkulation einfließen und in den effektiven Jahres-Zinssatzes umgerechnet werden müssen. Allerdings ist es sehr empfehlenswert diese Mühe auf sich zu nehmen (bzw. einen Experten damit zu beauftragen), denn in der Regel gibt es große Unterschiede zwischen Nominal- und Effektivzinssätzen.

Resümee

Nur mit Hilfe des Effektivzinssatzes können Angebote mehrerer Bankinstitute seriös verglichen werden. So kommt es oft vor, dass Kredite mit niedrigem Nominalzinssatz bei Berücksichtigung sämtlicher Kosten und Gebühren wesentlich teurer sind als andere Angebote mit einem höheren nominellen Zinssatz. Bei Geldanlagen gilt dasselbe in umgekehrter Form wobei es durch die noch größere Produktvielfalt naturgemäß zu noch höheren Differenzen kommt.

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Ridißer Johann

Der Aufschwung startet immer in der Krise

von Ridißer Johann am 16.10.2013 in Analysen

Nach wie vor ist keine Rede davon, dass die bisher schlimmste Krise der Europäischen Union inklusive der weltweiten Finanzkrise überwunden wären. In der Bevölkerung ist die Stimmung immer noch eher negativ und von Zukunftsängsten geprägt. Betrachtet man die länger zurückliegenden Krisen der Vergangenheit dann ist es äußerst interessant wie sehr sich die Muster gleichen. Besonders interessant sind diese Vergleiche im Hinblick auf das Ausnützen von Chancen. Bekanntlich liegt ja in jeder Krise auch eine Chance._

Der Aufschwung an den Börsen startet immer sehr früh

Sieht man sich zum Beispiel die Entwicklung des “Deutschen Aktienindex” (DAX) an, so begann der Kursabsturz nach Ausbruch der Krise im Jänner 2008. Bis Anfang 2009 gab es Kursverluste von mehr als 50%. Aber bereits im März 2009 begannen sich die Kurse (also auch die damit verbundenen Unternehmen) wieder zu erholen. Nur vier Jahre später (März 2013) waren die gesamten Kursverluste bereits wieder wettgemacht, was einer Performance von ca. 25% pro Jahr entsprach! All das passierte “mitten in der Krise” zu einer Zeit in der sich kaum jemand eine Lösung vorstellen konnte.
In ähnlicher Form verlaufen auch die meisten anderen Wirtschaftskrisen. Auffallend ist, dass die Erholung in den meisten Fällen desto schneller und stärker erfolgt je größer der Absturz davor war. Mit anderen Worten ausgedrückt kann man auch sagen, dass die Chancen umso höher sind je heftiger die Krise ausfällt._

Wie kann man Chancen nützen

Selbstverständlich ist es schwierig zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Investition ist. Allerdings ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen bzw. daran zu “glauben”, dass es nach Ausbruch einer Krise auch immer eine Erholung geben wird! Dieser “Glaube” ist deshalb so wichtig, weil ja genau in dieser Zeit “Weltuntergangsstimmung” herrscht und die Menschen dabei sind die letzten Aktien die sie noch haben zu verkaufen.
Ganz besonders wichtig ist es natürlich auch Kapitalreserven zu haben, damit Investitionen – gerade in der Krise – überhaupt möglich sind!
All jene übrigens, die Aktienanteile mittels Fondssparplänen kaufen, nützen die Krise ganz automatisch aus, weil durch den monatlich gleichbleibenden Betrag in Krisenzeiten wesentlich mehr Anteile günstig erworben werden. Dieser sog. “Cost Average Effekt” bringt bei langfristigem Kapitalaufbau zusätzliche Erträge.
Auch wenn jetzt die Kurse der Börsen schon wieder verhältnismäßig hoch sind, gibt es voraussichtlich noch einige Zeit gute Möglichkeiten auf weitere Gewinne, weil Privatpersonen bisher noch kaum investiert sind. Erst wenn wieder “jeder Zweite” Aktien kauft und die Börsenentwicklung zum “Stammtisch-Gespräch” wird sollte man sich von seinen Unternehmensanteilen trennen. Aus heutiger Sicht wird es bis dahin aber wohl noch einige Zeit (Jahre) dauern.

 

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