Rakowitz Dietmar - Apotheker

rakowitz

Leiter der Apotheke zur hl. Margaretha

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Rakowitz Dietmar - Apotheker

Krankenkassensanierung

von Rakowitz Dietmar - Apotheker am 17.11.2014 in Allgemein

Wie aus dem Abschlussbericht der Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, den sie kürzlich dem Ministerrat vorgelegt hat, hervorgeht, ist das Projekt Krankenkassensanierung “höchst erfolgreich abgeschlossen”.

Im Zuge des 2009 beschlossenen Sanierungskonzeptes war den Kassen ein Kostendämpfungsvolumen von 1.725 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2010 bis 2013 vorgegeben worden – tatsächlich erreicht wurden jedoch drei Milliarden.

Zu diesem Erfolg haben die selbständigen Apothekerinnen und Apotheker einen wichtigen Beitrag geleistet, müssen sie doch seit Jahren massive finanzielle Einbußen durch deutlich geringere Margen infolge vermehrter Generikabgabe, durch Leistung des Finanzierungsbeitrages (“Solidaritätsbeitrag”), durch Gewährung eines Sondernachlasses für begünstigte Bezieher und nicht zuletzt auch dadurch, dass immer mehr Apothekenleistungen stillschweigend ausgegliedert wurden, hinnehmen.

Angesichts dieser Tatsache scheint es jedoch höchst fragwürdig, dass derartige “Subventionen” der Krankenkassen durch Apotheken weiterhin von den obersten Repräsentanten der Gesundheitspolitik gefordert werden.

Wie ist Ihre Meinung dazu?

a) Wir sollten weiterhin unseren Beitrag leisten und das System damit letztlich am Laufen halten.

b) Wir haben damit unsere Verpflichtungen mehr als ausreichend erfüllt – weitere Einsparungen bergen die Gefahr, dass Apotheken – trotz des gesetzlich vorgschriebenen Versorgungsauftrages – rote Zahlen schreiben und zusperren müssen.

c) Mir eigentlich egal – ich habe keine Meinung dazu.

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Rakowitz Dietmar - Apotheker

Prävention statt Reparaturmedizin

von Rakowitz Dietmar - Apotheker am 22.09.2014 in Gast Autoren

Der Anteil der über 80-Jährigen in der deutschsprachigen Bevölkerung wird sich bis 2050 verdreifachen und die betreuungs- und kostenintensiven Krankheiten werden dramatisch zunehmen. Dies wird sicher die medizinischen und wirtschaftlichen Ressourcen unseres bisherigen Gesundheitssystems überfordern, auch wenn dies keiner der Verantwortlichen eingestehen wird. Sowohl aus sozialer als auch aus individueller Sicht wird Gesundheit im Alter daher immer bedeutender. Die derzeitigen reparativen Ansätze der klassischen Medizin sind nicht geeignet, diese medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu beherrschen. Es muss unbedingt gelingen, die Gesundheit und Vitalität großer Teile der älteren Bevölkerung deutlich zu verbessern.

Immer mehr Medikamente für ältere Menschen ist kein erfolgversprechender Ansatz. Nicht ein Mangel an Arzneimitteln sondern ein Mangel an Nährstoffen ist sehr häufig die Ursache für funktionelle Störungen, Strukturschädigung und letztendlich Erkrankung. Da Nährstoffe an zentralen Stoffwechselvorgängen, die ursächlich mit Alterungsprozessen in Zusammenhang stehen, maßgeblich beteiligt sind, ist der gezielte Einsatz von Mikronährstoffen bei der Betreuung von älteren Menschen sinnvoll und effektiv.

Würden Sie es daher begrüßen, wenn Mikronährstoffe von den Krankenkassen erstattet würden (um damit den rückläufigen Kassenumsatz wieder zu steigern)? Oder halten Sie das deshalb nicht für sinnvoll, da uns Apothekerinnen und Apotheker ein bislang nahezu exklusives Betätigungsfeld in der Beratung wieder abhanden käme, wodurch der Privatumsatz sinken würde?

Wie ist Ihre Meinung dazu, ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen.

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Rakowitz Dietmar - Apotheker

Arzneimittel-Verfügbarkeit in österreichischen Apotheken

von Rakowitz Dietmar - Apotheker am 13.05.2014 in Gast Autoren

Sie haben diese Situation an der Tara sicherlich schon erlebt: Eine Kunde möchte sein Rezept einlösen, die Artikelanfrage über die Apotheken-Software signalisiert Ihnen, dass das gewünschte Arzneimittel kontingentiert ist. Auf Nachfrage beim Großhändler erhalten Sie die Auskunft, dass das Medikament vermutlich erst wieder zu Monatsanfang erhältlich sein wird.

Sie lassen nicht locker – schließlich handelt es sich hierbei um ein dringend benötigtes Arzneimittel  Ihres Kunden. Also erkundigen Sie sich beim Hersteller bzw. Vertreiber des Medikaments, der Ihnen erklärt, dass die Belieferung des Großhandels laut IMS-Daten erfolgt und daher eigentlich kein darüber hinaus gehender Bedarf bestehen kann. Nach langem Hin und Her ist der Hersteller dann aber doch bereit, “ausnahmsweise” das Arzneimittel an Sie direkt auszuhändigen, selbstverständlich ohne die sonst üblichen Großhandelskonditionen.

Für mich als unmittelbar Betroffenen stellen sich damit aber folgende Fragen:

  • Spiegeln die erhobenen IMS-Zahlen tatsächlich die Wirklichkeit wider?
  • Ist Österreich mit seinem zugegebenermaßen überschaubaren Markt für die Pharmaindustrie tatsächlich so uninteressant?
  • Oder gibt es womöglich in den eigenen Reihen “schwarze Schafe“, die überdurchschnittliche große Mengen an hochpreisigen Arzneimitteln einkaufen, um diese gewinnbringend an das Ausland zu verkaufen?

Laut Apothekenbetriebsordnung obliegt einer öffentlichen Apotheke unter anderem die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Wie soll das möglich sein, wenn Arzneimittel – aus welchem Grund auch immer – mehr denn je eingeschränkt verfügbar sind?

Ich fordere daher die zuständigen Damen und Herren der Gesundheitspolitik hiermit auf, diesen Missstand schnellst möglich zu beseitigen, damit wir Apothekerinnen und Apotheker unsere Dienstleistungen auch in Zukunft bestmöglich anbieten können.

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