Artikel vom Februar 2018

Hauser Wolfgang

Warum ein zu großes Warenlager extrem teuer kommt

von Hauser Wolfgang am 20.02.2018 in Einkauf & Lagermanagement

Ein großes Warenlager wird oft als nicht sehr tragisch wahrgenommen. Ist es aber aus Ertragssicht.

Was passiert mit den verantwortlichen Überlagerpositionen? Die herkömmliche Meinung (zur Selbstberuhigung) besteht darin, dass die große Anzahl an Produkten eben nur etwas zeitversetzt, also später, über die Tara gehen und somit der einzige Nachteil der hohe Kapitalbedarf zur Finanzierung des Lagerwertes sei. Das ist nicht richtig.

Richtig ist, dass nicht benötigte Waren des Überlagers eines Tages, eines der hier genannten Schicksale erleiden wird:

  • kompletter Wertverlust durch überschreiten des Ablaufdatums
  • Rücksendung an Lieferanten mit Abschlägen von 10 – 90%
  • Abverkäufe von Ladenhütern mit massiven Ertragsverlusten
  • kompletter Wertverlust durch Schwund (Schwund steigt mit der Größe des WL)
  • viel höherer Personalbedarf als bei idealer WL-Größe

Meinen Berechnungen und Erfahrungen nach beträgt der Schaden eines Überlagers in einer Median-Apotheke ca. 50.000 EUR jährlich. Das nennt sich Opportunitätskosten = entgangener Gewinn! Bringen Sie das Warenlager in Ordnung. Fangen Sie mit diesem Prozess sofort an.

Als Einstiegsabfrage in Ihrem Warenwirtschaftssystem hat sich folgende Frage bewährt: “Welche Waren wurden in den vergangenen 12 Monaten (=vier Jahreszeiten) nicht verkauft (=null) und wieviele sind davon auf Lager?” Diese Produkte sind offensichtlich überflüssig.

Eine weitere Frage könnten lauten: “Wie hoch war der höchste Wochenbedarf eines Produktes im vergangenen Jahr und wieviel habe ich davon auf Lager?” Und so weiter.

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Wilke Jens

Die Apotheke als Hidden Champion

von Wilke Jens am 20.02.2018 in Allgemein

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es mehr als 1.500 Weltmarktführer. Oftmals sind sie der Öffentlichkeit nicht einmal bekannt. Vielleicht sitzen Sie gerade an einem Schreibtisch der Firma Trodat, haben eine Büroklammer von Gottschalk in der Hand oder essen gerade Ihr Frühstück, das Backzutaten der Firma Ireks enthält?

Sie sehen viele Unternehmen sind uns nicht einmal bekannt und trotzdem sind sie in ihrer Nische Weltmarktführer.

Ein Forscherteam um Unternehmensberater und Universitätsprofessor Hermann Simon untersuchte was diese Unternehmen anders machen, welche Strategien sie verfolgen, welche Strukturen und Unternehmenskulturen sie leben und auch wenn Sie mit Ihrer Apotheke nicht die Marktführerschaft anstreben, so ist doch das ein oder andere auch auf Ihr Unternehmen anwendbar.

Die Logik der Hidden Champions

Die Gemeinsamkeiten der Hidden Champions lassen sich auf drei große Bereiche reduzieren:

  1. Den Kern bildet eine starke Führung, die für ihre Ziele brennt und auf diese Weise auch die Energie und Kreativität ihrer Mitarbeiter
  2. Weiterer Fokus wird auf die internen Kompetenzen gelegt und dabei neben Innovation insbesondere auf die Mitarbeiter.
    • Die starke und ambitionierte Führung bringt Hochleistungsmitarbeiter hervor, die sich mit den Werten und Zielen des Unternehmens identifizieren. Nichts kann von Wettbewerbern so schwer nachgeahmt werden wie die Fähigkeiten und Wertesysteme eines Unternehmens.
    • Alle Hidden Champions haben “mehr Köpfe als Arbeit” und stellen so sicher, dass Mitarbeiter sich nicht mit unproduktiven Tätigkeiten aufhalten und gleichzeitig haben die Mitarbeiter so keine Toleranz gegenüber Minderleistungen ihrer Kollegen. Dies ist nämlich eine weitere Besonderheit der Marktführer: Intoleranz gegenüber Drückebergerei und frühe Trennung von Mitarbeitern, die nicht mitziehen.
    • Aber auch Innovationen sind an der Tagesordnung. Dabei geht es nicht darum das Rad neu zu erfinden und Patente anzumelden. Innovationen können alle Facetten der Geschäftstätigkeit einbeziehen – sie sollen entweder den Kundennutzen erhöhen oder die Kosten senken und können demnach auch neue Prozesse (inkl. Prozesse am Kunden), Geschäftsmodelle, Kommunikationswege uvm. betreffen… und das nicht nur zu Beginn, sondern immer!
  3. Neben internen Kompetenzen ergreifen Hidden Champions externe Chancen und fokussieren sich nicht auf den Wettbewerb, sondern auf ihre Kunden. Es geht darum Kunden zu gewinnen und zu halten und nicht darum besser zu sein als die Konkurrenz. Kundennähe ist ein überaus präsentes Thema. Als Apotheker sind Sie so nah am Kunden wie sonst kaum einer. Nutzen sie die Möglichkeit Kunden nach Ideen und Verbesserungsmöglichkeiten zu fragen, sodass Produkte und Dienstleistungen stetig besser werden und zu den Kundenbedürfnissen passen.

Im nächsten Artikel verrate ich Ihnen, welche Eigenschaften die Führungskräfte der Hidden Champions mitbringen.

Last but not least nur mit Fokus können Sie Ihre Ziele erreichen. Wer versucht im Marathonlauf und im 100 Meter Lauf Olympiasieger zu werden, wird scheitern.

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Schneider Johannes

Inventarversicherung – Über- oder unterversichert?

von Schneider Johannes am 20.02.2018 in Allgemein

Die Inventarversicherung ist neben der Betriebshaftpflicht und der Rechtschutzversicherung eine weitere typische und notwendige Versicherung für die Apotheke. Mit der Inventarversicherung sind sämtliche Gegenstände wie Waren, Vorräte, Einrichtungsgegenstände, also die komplette Geschäftsausstattung der Apotheke gesichert.

Dieser Versicherungsschutz ist für jede/n Apotheker/in eine wichtige Komponente, da eine Zerstörung von Inventar, Betriebsausstattung, Vorräten und Co. schnell ins Geld gehen kann.

In der sogenannten Inventarversicherung können verschiedene Sparten versichert werden – diese sind:

  • Feuer, Blitzschlag
  • Sturm
  • Leitungswasser
  • Einbruch, Diebstahl, Beraubung
  • Glasbruch
  • Maschinenbruch
  • EDV Versicherung
  • Kühlgutversicherung
  • Betriebsunterbrechung (aufgrund eines versicherten Schadens)
  • AllRisk

Welche dieser Sparten Sinn macht und auch versichert werden sollte, hängt vom jeweiligen Betrieb ab und sollte natürlich gut durchdacht werden. Eine genaue Analyse und Anpassung des Inventarvertrages kann sehr oft einiges an monatlicher Prämie sparen. Die Unterschiede sind zum Teil enorm – bis zu 100% Prämienunterschied ist keine Seltenheit.

Dazu ein kurzes Beispiel: wenn eine EDV-Anlage einige Jahre hinter sich hat (z. Beispiel 5 Jahre alt ist), zahlt sich eine EDV-Versicherung im Regelfall nicht mehr aus, da diese Sparte eine Zeitwertentschädigung vorsieht und die Prämie meist recht hoch ist. Im Schadensfall wird der Zeitwert der EDV-Anlage ersetzt und nicht wie beispielsweise bei der Feuerversicherung der Neuwert.

Auch über die Sparte AllRisk wird oft diskutiert. Mach diese Sparte einen Sinn? Oder kostet diese Sparte nur unnötig viel Geld? AllRisk bedeutet, dass alle „unbenannten“ Gefahren zusätzlich zu den herkömmlichen Sparten versichert sind.

Auch bei den anderen Sparten gibt es sehr viel Spielraum in der Gestaltung. Dazu näheres in einen meiner nächsten Artikel.

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Kammerstetter Regina

Änderungen in der Lohnverrechnung ab 2018

von Kammerstetter Regina am 20.02.2018 in Personal, Steuerberatung

Auch in diesem Jahr kommen wieder zahlreiche neue gesetzliche Regelungen im Arbeits- und Sozialrecht auf uns zu. In diesem Artikel habe ich einen kurzen Überblick für Sie zusammengestellt.

  • Angleichung der Kündigungsfristen der Arbeiter an die Angestellten ab 1.1.2021 – es wäre aus Arbeitgebersicht zu überlegen, in neue Arbeitsverträge bereits die Vorkehrung zwecks Ausspruchs der Arbeitgeberkündigung zum 15. und Letzten zu treffen. Durch Kollektivvertrag können in Saisonbetrieben (z.B. Tourismus, Bau) weiterhin kürzere Kündigungsfristen und abweichende Kündigungstermine für Arbeiter festgelegt werden.
  • Ab 1.7.2018 kommt es zu einer Angleichung der Entgeltfortzahlung der Angestellten bei Krankheit oder Unfall an die Systematik der Entgeltfortzahlung der Arbeiter – d.h. auch für Angestellte gilt dann, dass pro Arbeitsjahr Entgeltfortzahlung nur mehr in Höhe des maximalen Entgeltfortzahlungsanspruchs besteht. Im ersten Dienstjahr gibt es 6 Wochen volle Entgeltfortzahlung und 4 Wochen halbe und ab dem zweiten Dienstjahr gibt es bereits 8 Wochen volle Entgeltfortzahlung und 4 Wochen halbe, der Anspruch steigt weiter je nach Dienstzugehörigkeit. Bei Angestellten wird es für den Dienstgeber vorteilhafter, bei Arbeitern jedoch nachteiliger, diese bekamen bis jetzt erst ab dem fünften Dienstjahr 8 Wochen volle Entgeltfortzahlung.
    Achtung: wird das Dienstverhältnis eines Angestellten oder Arbeiters einvernehmlich nach dem 30.6.2018 beendet, so ist die Entgeltfortzahlung in voller Höhe über die Beendigung des Dienstverhältnisses zu bezahlen
  • Abschaffung des Beschäftigungsbonus ab 1.2.2018 – bereits gestellte Anträge bleiben jedoch aufrecht. Ersatzarbeitskräfte können auch nach dem 31.1.2018 über den aws-Fördermanager erfasst werden. Dabei handelt es sich um Ersatzarbeitskräfte für vorzeitig aus dem Unternehmen ausgetretene schon geförderte Arbeitnehmer.
  • Internatskosten für Lehrlinge – ab Jänner 2018 hat der Dienstgeber als Lehrberechtigter die vollen Unterbringungs- und Verpflegungskosten zu tragen. Diese Kosten werden dem Lehrberechtigten über Antrag aus den Mitteln des Insolvenzentgeltfonds erstattet. Zuständig für die Abwicklung sind die Lehrlingsstellen der WKÖ
  • Steuerfreie Aushilfen – unter bestimmten Voraussetzungen sind Aushilfen ab 1.1.2017 steuerfrei zu stellen. Ab 1.1.2018 kommt es auch im Bereich der Sozialversicherung zu Änderungen. Es ist kein UV-Beitrag vom Dienstgeber zu entrichten. Der Dienstgeber behält allerdings den SV-Differenznachzahlungsbetrag direkt vom Entgelt der geringfügigen steuerfreien Aushilfskraft ein. Der Aufwand für die Abwicklung dieser Aushilfskräfte ist enorm. Der Vorteil liegt daher wohl ausschließlich beim Dienstnehmer, der jedoch gegenüber dem Dienstgeber Informationspflichten hat und der Finanz gegenüber haftet, wenn er falsche Angaben macht.

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Bischoff Fritz | BD Rowa

Rowa Technologies wird erneut „Bester Automatenhersteller“

von Bischoff Fritz | BD Rowa am 20.02.2018

Wie in den vergangenen Jahren wurden Apotheken im Rahmen der Coop-Study 2018 zur Entwicklung der Apothekenkooperationen befragt. Die Rowa® Systeme von Becton Dickinson (BD) wurden wie schon in den Vorjahren als „Bester Automatenhersteller“ mit dem 1. Platz  ausgezeichnet. Der Preis wurde am 07. Februar im Rahmen des 10. BVDAK Kooperationsgipfel in München verliehen.

Bereits in den Jahren davor wählten die Apotheker BD Rowa in der Kategorie „Anbieter von Kommissioniersystemen“ auf den ersten Platz. In diesem Jahr zeigte das Ergebnis erneut einen deutlichen Abstand zu anderen Marktanbietern. Besonders positiv wurde von den Kunden bewertet, dass BD Rowa sich als kompetenter Gesamtanbieter für Lösungen rund um die Automatisierung und die Digitalisierung aufgestellt hat.Die Kontinuität der Auszeichnungen
spricht darüber hinaus für die Verlässlichkeit der Rowa Systeme und eine stabile Kundenzufriedenheit.

Rowa Technologies  wird erneut  „Bester Automatenhersteller“

Anlässlich der Preisverleihung auf dem BVDAK Kooperationsgipfel in München bedankte sich Björn Schleheuser, Vertriebsleiter Zentraleuropa bei BD Rowa, für das Vertrauen, dass Apotheker bereits seit vielen Jahren in die Rowa Produkte setzen. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und danken den Apothekern für Ihr klares Votum“, so Schleheuser. „Seit über 20 Jahren steht BD Rowa für Qualität und Verlässlichkeit „Made in Germany“. Diesem Ansatz bleiben wir auch in Zukunft treu und bauen unsere Lösungen hinsichtlich Automatisierung und Digitalisierung weiter aus. Dabei verlieren wir nicht den hohen Anspruch an Servicequalität und Kundenbetreuung aus dem Auge.“

Durchgeführt wurde die neunte Apothekenkooperationsstudie „Coop-Study 2018“ durch das Deutsche Apothekenportal (DAP GmbH) und IQVIA (Fusion von Quintiles und IMS Health) im Auftrag der Fachzeitschrift „Die erfolgreiche Apotheke“ und der AMI GmbH & Co. KG. Hierbei wurden im November 2017 die Beurteilungen von mehr als 630 Apotheken abgefragt.