Hauser Wolfgang

Kunde vs. Patient

von Hauser Wolfgang am 22.06.2017 in Beratung

Ärzte sprechen von Patienten.
Steuerberater von Klienten.
Anwälte von Mandanten.
Apotheker meistens von Kunden.

Die Bezeichnungen „Patienten-Klienten-Mandanten“ implizieren:

  • eine gemeinsame Zusammenarbeit 
  • ein Engagement in einer gemeinsamen Sache/Sorge/Problem ….
  • wir stehen auf der gleichen Seite / sind im gleichen Team

Die Bezeichnung „Kunden“ impliziert:

  • Kunde kann nur sein, wer etwas kauft (sonst ist er nur Interessent)
  • gekauft kann nur werden, wenn jemand etwas verkauft;
  • wenn es auf der „anderen“ Seite jemanden gibt der sich „Verkäufer“ nennt
  • Kunden und Verkäufer stehen sich „emotional“ gegenüber

Hier geht es nicht um Wortklauberei.
Mit der jeweiligen Bezeichnung „Patient“ bzw. „Kunde“ schwingen wie oben angeführt eine Menge untrennbarer Gefühle und Emotionen mit.

Welcher Patient möchte sich schon als Kunde fühlen!?

Natürlich sehen sich die Apotheker auf der gleichen Seite / im gleichen Team mit den Menschen und natürlich gibt es ein hohes Engagement für die Interessen der betroffenen Menschen! Warum diese Menschen dann als Kunden bezeichnen?

Ein kranker Mensch ist ein Patient!
Ein an Vorsorge interessierter gesunder Mensch ist ein Klient!

Ja es dauert ein wenig bis man dieses „wording“ verinnerlicht hat.



Zu diesem Artikel gibt es einen Kommentar

  • Kommentar von Mag. Werner Eckert am 25.06.2017 um 12:19 Uhr:

    Diese „wording“ ist ist nichts Neues, sondern sogar schon ein Reizthema mit Konfliktpotenzial. Meiner Erinnerung nach hat einmal der Präsident des Hausärtzteverbands in einer Aussendung explizit geschrieben: Apotheken haben keine Patienten sondern nur Kunden, da sich ihre Tätigkeit darauf beschränkt das abzugeben, was der Arzt anordnet. Nicht mehr und nicht weniger….

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