Hauser Wolfgang

Warum Apotheken-Verpachtungen zunehmen werden

von Hauser Wolfgang am 19.04.2016 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Was bleibt dem Verkäufer beim Verkauf einer Apotheke letztendlich netto übrig? Vom Bruttoverkaufspreis müssen noch eventuell bestehende Verbindlichkeiten (zB Darlehen) abgezogen werden und die Steuern sind zu begleichen. Naturgemäß sieht das bei jedem Apothekenverkauf etwas anders aus. Bei einer Median-Apotheke können schon einmal 1,5 Mio. EUR netto übrig bleiben.

Wie groß ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieses stolze Kapital in den kommenden Jahren vermehrt? Viele betroffene Apotheker wären im Rückspiegel betrachtet bereits froh, wenn es nicht weniger geworden wäre. Viele wenden sich bei einer derart großen Summe an Berater bzw. an die Bank. Große Summen werden gerne aus Sicherheitsgründen auf mehrere Anlagekategorien gestreut. All zu große Streuung ist dann auch nicht ideal, weil sich dann mit Sicherheit auch Rohrkrepierer darunter befinden, welche dann die Gesamtertragssituation empfindlich belasten können.

Ein Blick in die nahe Zukunft lässt auch nicht hoffen, dass dies einfacher wird. Es ist hoch wahrscheinlich, dass die Veranlagung von Vermögen zunehmend komplexer und auch risikobehafteter wird (siehe Artikel).

Der Rückzug aus der Apotheke muss nicht zwingend mit dem Verkauf der Apotheke einhergehen. Auch die Verpachtung kann ein Weg sein. Mit der Verpachtung wird in der Regel ein fixer Pachtzins vereinbart, welcher sich nicht am letztendlichen Betriebserfolg (=Betriebsergebnis, etc) orientiert sondern am Umsatz. Der Verpächter lukriert eine lediglich vom Umsatz abhängige und somit nahezu fixe Verzinsung seines Investments (= der Apotheke) Bei steigendem Umsatz steigt auch die Verzinsung und es erhöht sich auch die Stamm-Substanz des Investments = der Unternehmenswert. Der Verpächter erzielt attraktive passive Zinserträge, ohne selbst in der Apotheke arbeiten zu müssen. Gerade weil es durch die katastrophale Finanzpolitik der großen Volkswirtschaften zu enormen Verwerfungen (Minuszinsen, echte Inflation, geschickte Enteignungsaktionen von Wohlhabenden) am Anlagesektor kommt wird es nur sehr schwer möglich sein das Nettovermögen unvermindert zu erhalten.

In meiner Beratungspraxis vernehme ich eine deutlich gestiegene Nachfrage an Informationen rund um die Verpachtung. Die durch die Verpachtungen eingeleitete Verknappung der verfügbaren bzw. kaufbaren Apotheken und die anhaltende Niedrigzinspolitik werden mittelfristig den Verkaufspreis von Apotheken weiter steigern.



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