Artikel vom März 2015

Hauser Wolfgang

Interpretation der APO-Verband -Presseaussendung zur wirtschaftlichen Lage der Apotheken

von Hauser Wolfgang am 20.03.2015 in Allgemein

Mit der Presseaussendung vom 20. Februar informiert der Apothekerverband traditionell die Medien über die wirtschaftliche Lage der Apotheken. (siehe Rundschreiben) Dabei wird zu Recht darauf hingewiesen, dass die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken “weiter kritisch” ist. “Jede dritte Apotheke ist in der Verlustzone!”

Durch die Presseaussendung an die APA (Austria Presse Agentur) gelang diese Information sodann in diverse Medien Einzug.

Was sind nun die Gründe für eine derartig katastrophale Ergebnissituation in Österreichs Apotheken?

  • Ist es eine sinkende Kundenfrequenz? Nein, sicher nicht!
  • Ist es ein UmsatzproblemNein, sicher nicht!

Was ist dann der logische Hauptgrund für die miserable Ergebnissituation?

ES IST EIN MARGEN-PROBLEM (!)

Und ca. 70% des Umsatzes ist mit einer staatlich regulierten Marge festgelegt. Es ist allein der Kraft der Apothekerinnen und Apotheker zu verdanken, dass es im Privatumsatzbereich zu einer gewissen Kompensation gekommen ist. Dies ist jedoch nicht unendlich fortführbar.

Es muss auch nicht mathematisch begabten Betrachtern der Ist-Situation klar ersichtlich sein, dass die vom Staat festgelegte Marge ein inakzeptables Niveau “längst” überstiegen hat und es zu einer wirtschaftlichen “Aushungerung” der Apotheken geführt hat.

Wie kann nun die wirtschaftliche Ausquetschung der Apotheken gestoppt und positiv geändert werden? Meiner Meinung nach nicht mit einem “Kuschelkurs” in Richtung margenfestlegender Institutionen. Es gibt keine Zeit mehr mit dem Faktor Hoffnung auf Besserung zu warten. Wieso auch? Wer sollte sich für die Apotheken stark machen, wenn sie es selbst nicht tun? Man sollte von den erfolgreichen Kampagnen anderer Branchen lernen und erkennen, dass es ohne Druck und medialer kurz + mittel + langfristig Strategien nicht zu einer freiwilligen Abkehr dieses staatlichen Margen-Desasters kommen wird.

Ich begrüße die Presseaussendung des Apothekenverbandes ausserordenlich. Jedoch muss klar sein, dass es für eine rasche Änderung der Margen viel mehr braucht. Das wünsche ich mir für die selbständigen Apothekerinnen und Apotheker.

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Wilke Jens

Apotheke besser organisieren – Teil 1

von Wilke Jens am 20.03.2015 in Allgemein, Analysen, Beratung

Warum gibt es Apotheken, die bei ähnlichen Rahmenbedingungen (Vergleichbarkeit bei Apothekengröße, Umsatzstruktur, Ausrichtung, Mitarbeiteranzahl und -struktur, Turnus) deutlich unterdurchschnittliche Personalkosten aufweisen (lt. aktuellem Wirtschaftsbericht des Apothekerverbandes beträgt der Personalaufwand der Median Apotheke in Österreich 14,8%), manche hingegen bei dieser Kernkennzahl signifikant über dem Marktschnitt liegen?

Eine der Antworten darauf lautet: sie sind besser organisiert, umgangssprachlich würde man sagen, man spürt, dass in diesen Apotheken besser, ruhiger und “geschmierter” läuft. Was sind die Gründe dafür? Bei genauerer Analyse solcher Apothekenbetriebe stechen vor allem drei Punkte ins Auge:

  1. diese Teams arbeiten effektiver, jeder von Ihnen macht die richtigen Dinge. Dies hat viel mit der klaren Vergaben von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten – idealerweise verschriftlicht – zu tun. Wer weiß wofür er zuständig ist, wird in der Regel – eine gesunde Arbeitseinstellung vorausgesetzt – eine höhere Eigenverantwortung und Identifikation mit diesen, “seinen ” Arbeitsbereichen an den Tag legen.
  2. die Mitarbeiter solcher Apotheken arbeiten effizienter, d.h. sie optimieren  (in Absprache mit Apothekenleitung und Kollegen) die Abläufe und Prozesse. Dies ist gerade für Apotheken von entscheidender Bedeutung, da sehr viele unterschiedliche Personen an denselben Prozessen arbeiten. Viele Apotheken weisen einen hohen Anteil an weiblichen Mitarbeitern auf, haben viele Teildienstkräfte und sind aufgrund der Familienplanung mit eine höheren natürliche Fluktuation konfrontiert sind.
  3. die Kommunikation in gut organisierten Apotheken läuft besser. Dabei gilt es mehrere wichtige Fragen zu beantworten:
    • welches (effiziente!) Kommunikationsmedium habe ich für das “daily business”? Schwarzes Brett? Intranet? Woher weiß ich als Mitarbeiter wo ich welche Infos finde? Woher weiß ich als Verantwortlicher (Mitarbeiter, Apothekenleiter etc.) wer im Team die Info gelesen und verstanden hat?
    • wo und wie werden Informationen archiviert?
    • Was ist bei der Informationsweitergabe Holschuld, was ist Bringschuld?
    • wie findet die “übergeordnete” Kommunikation in der Apotheke statt? Wie oft gibt es Teammeetings (Tipp: lieber kürzer von der Dauer, dafür regelmäßig!)? Wer protokolliert? Welche sich ergebende Aufgaben, werden von wem, bis wann erledigt? Wie ist beim nächsten Meeting der Soll-Ist-Vergleich im Rückspiegel organisiert?

Wie man “step by step” in der eigenen Apotheke den Grad der Organisation verbessert und womit man konkret starten sollte, erfahren Sie im nächsten newsletter.

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Ridißer Johann

Frankenkredite derzeit praktisch zum Nulltarif

von Ridißer Johann am 20.03.2015 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Die unerfreuliche Kursentwicklung des Schweizer Franken hat auch eine positive Seite. Aufgrund der starken eidgenössischen Währung hat die SNB (Schweizer Nationalbank) den Leitzinssatz deutlich in den negativen Bereich auf aktuell -0,75% gesenkt. Die Schweiz erhofft sich dadurch eine signifikante Kurserholung gegenüber dem Euro. Die Auswirkungen für Frankenkreditnehmer werden diesbezüglich in den nächsten Monaten erfreulich sein, denn die bisherige Verzinsung der CHF-Finanzierungen wird sich noch einmal deutlich reduzieren.

Die Verzinsung von Frankenkrediten liegt bei nahezu Null Prozent

Als Basis für die Berechnung des Zinssatzes für Frankenkredit dient zumeist der 3-Monats-LIBOR. Dieser liegt derzeit bei ca. – 0,75% was dem negativen Leitsinssatz entspricht. Rechnet man zu dieser Zinsbasis den im Kreditvertrag vereinbarten Zinsaufschlag hinzu, ergibt sich der anzuwendende Kreditzinssatz. Beträgt das Agio also beispielsweise 1,25% dann liegt der Zinssatz bei nur mehr 0,5% und dementsprechend niedrig werden die Kreditkosten in Zukunft sein.

Bewusst machen der einzigartigen Situation

Mittlerweile nimmt der Großteil der Kreditnehmer die Tatsache, dass man für Kredite kaum mehr Zinsen zu zahlen hat als “ganz normal” wahr. Doch gerade in diesem Vorteil liegt eine nicht zu unterschätzende Gefahr verborgen, denn niedrige Ausgaben werden eben schnell zur Gewohnheit. Steigen die Zinsen irgendwann wieder einmal an (was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch passieren wird), dann werden die höheren Zahlungen als unangenehme “zusätzliche” Belastungen empfunden.

Um diesem Phänomen entgegen zu wirken, lohnt es sich den aktuellen Zinsvorteil (ca. 4,0%) auf einem separaten Konto konsequent anzusparen. Mit Hilfe dieser Vorgangsweise erlangt man gewissermaßen einen “doppelten Vorteil”! Einerseits wird zusätzliches Kapital angespart. Auf der anderen Seite bleibt es Gewohnheit den ursprünglich für die Finanzierung kalkulierten Betrag auszugeben.

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Bischoff Fritz | BD Rowa

CareFusion investiert in das Geschäft mit niedergelassenen Apotheken in Europa

von Bischoff Fritz | BD Rowa am 20.03.2015

CareFusion, eines der weltweit führenden Medizintechnik-Unternehmen, wird die ARX-Gruppe übernehmen, einen langjährigen Vertriebs- und Servicepartner für die Rowa® Systeme in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Belgien, Norwegen und der französischsprachigen Schweiz.

Damit erweitert CareFusion seinen direkten Marktzugang in Europa und ist noch näher an den niedergelassenen Apotheken und Krankenhäusern vor Ort.

ARX ist seit 1996 Vertriebspartner von CareFusion | Rowa und vermarket die Rowa Systeme als Partner in den oben genannten Ländern. Auch der Vor-Ort-Service wird von ARX geleistet. Seit 2010 vertreibt ARX darüber hinaus die Pyxis® Systeme von CareFusion (Medikamentenmanagement für die Krankenhaus-Station).

Mit der Übernahme des langjährigen Partners festigt CareFusion seine Position im europäischen Apothekenmarkt und setzt gleichzeitig ein Zeichen für die Bedeutung dieses Marktes für das Unternehmen. Die Kunden in den oben genannten Ländern sind von keinen direkten Änderungen betroffen. „Mit der Ausweitung unserer Aktivitäten in Westeuropa schaffen wir uns einen direkten Zugang zu den entsprechenden Märkten und können so noch besser auf die Anforderungen der Kunden in den jeweiligen Ländern eingehen”, erläutert Dirk Wingenter, Geschäftsführer von CareFusion |Rowa. „Das ist gerade bei der Neu- und Weiterentwicklung unserer Produkte wichtig – und davon profitieren alle unsere Kunden weltweit.”

CareFusion geht davon aus, die Transaktion im April abzuschließen, vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen und behördlichen Genehmigungen. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.

 

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Daniela Gruber

Schaufenstergestaltung als Teil des Marketings – Teil 1

von Daniela Gruber am 20.03.2015 in Gast Autoren, Marketing

Einen ersten Eindruck gibt es kein zweites Mal!

Diese Umschreibung eines Zitats zeigt klar, worauf es im Apothekenschaufenster ankommt. Der erste Eindruck, den ein Kunde oder Patient binnen Sekunden von meiner Apotheke gewinnt, ist mitentscheidend für das weitere Einkaufsverhalten.

Die Natur hat den Menschen darauf vorbereitet, auf den ersten Blick zu entscheiden: Gut oder schlecht, Freund oder Feind, Jäger oder Opfer.

Auch wenn dieser Urinstinkt im Schaufensterbereich nicht ganz so dramatisch ist, sagt das Schaufenster viel über die zu erwartende Einkaufssituation in der Apotheke aus: Je liebevoller, kreativer und klarer ein Schaufenster gestaltet wurde, desto eher findet der Kunde auch in der Offizin eine Wohlfühlatmosphäre vor, die zu einem positiv wahrgenommenen Beratungs- und Einkaufserlebnis führen wird.

Das Schaufenster als Kommunikationskanal

Schaufenster stellen die Visitenkarte der Apotheke dar und prägen – egal ob groß oder klein – das gesamte Erscheinungsbild. Auch mit dem Schaufenster wird das Ziel verfolgt, Botschaften zu übermitteln und ein Image beim Kunden aufzubauen. Wir zeigen, was wir als Apotheke können: Die besonderen Service-Leistungen, die wir erbringen; Das Sortiment, das wir anbieten oder Aktionen, die wir bereithalten. So stellen wir beispielsweise das aktuelle Apothekenteam vor, zeige eine neue Kosmetik-Serie oder präsentieren die ideale Reiseapotheke.

Egal welchen Kommunikationskanal wir einsetzen, wir senden immer eine Botschaft an unsere Kunden, ob wir wollen oder nicht. Je klarer und einfacher nun diese Botschaft ist, desto eher wird diese vom Kunden verstanden und führt zu mehr Zufriedenheit beim Kunden und zu wirtschaftlichem Erfolg in der Apotheke.

Was ein Schaufenster leisten kann

Da wir in vielen Werbebereichen besondere gesetzliche Vorgaben beachten müssen, ist es umso wichtiger, die Kommunikationsmöglichkeiten im Schaufenster optimal zu nutzen. In guten Lauflagen können bis zu 2000 Kunden pro Tag an einem Schaufenster vorbeigehen. Selbst wenn nur die Hälfte der Passanten das Schaufenster bewusst wahrnimmt, sind das bis zu 1000 mögliche Kunden pro Tag, die ich als Apotheke mit meinem Schaufenster erreichen kann.

Das kann mehr sein, als es eine Kundenzeitschrift oder Anzeige vermag. Je mehr es uns gelingt, die Blickdauer der Passanten zu erhöhen, desto mehr Informationen können wir übermitteln und Kaufanreize schaffen. Vorbeifahrende Personen erblicken Bilder, Symbole oder Schlagworte; Fußgänger bleiben im Idealfall stehen und nehmen Details wahr.

Interesse geweckt? Im nächsten Artikel erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Schaufenstertypen und praktische Tipps für die Umsetzung.

 
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ApothekenCOACH

Aktuelle Umfrage

von ApothekenCOACH am 20.03.2015 in Allgemein

Die letzte Umfrage lautete:

Gibt es in Ihrer Apotheke klare – schriftlich definierte – Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten? (von Frau Mag. pharm. Karin Herzog, Apotheke Nenzing) hier gehts zum Ergebnis

Die aktuelle Umfrage kommt von Frau Mag. pharm. Luf-Zwiauer, Apotheke in der Wiesen: hier gehts zur aktuellen Umfrage

Anmerkung: Stimmen Sie ab! Neben uns äußerst informativen und interessanten Newsblogbeiträgen, wird auch unsere aktuelle Umfrage alle 14 Tage neu gestaltet und auf unserer ApothekenCOACH Startseite präsentiert. Stellen Sie sich im Bezug auf Ihr Apotheker -Daseins auch immer wieder die selbe Frage und interessiert es Sie was Ihr Apothekenkollegium dazu denkt? Dann richten Sie ihre Frage einfach an office@apothekencoach.com . Somit wird Ihrer Frage 14 Tage aktuell auf der Startseite unserer Homepage zu sehen sein und mit einem Klick kann jeder Besucher abstimmen. Eine Vielzahl an Teilnehmern ist somit gesichert.

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