Artikel vom November 2014

Bischoff Fritz | BD Rowa

Virtuelle Sichtwahl Rowa Vmotion™: Interview mit Dirk Bockelmann, Dirk Götze und Kay Klindwort

von Bischoff Fritz | BD Rowa am 19.11.2014

Herr Götze, warum brauchen wir eine neue Sichtwahl?

Dirk Götze: Herkömmliche Sichtwahlregale sind seit Jahrzehnten im Einsatz, holen aber nicht das Optimale aus der verfügbaren Fläche heraus, denn die Sichtwahl ist die teuerste Verkaufsfläche in der Apotheke. Wir wollten Apotheken effektiver und wirtschaftlicher machen. Meine Vision ist nun Wirklichkeit: die Virtualisierung der Sicht- und Freiwahl von Apotheken. Moderne Touch-Bildschirme statt antiker Holz-Regale, lautet unsere Devise. Durch die Cloud-Lösung können die Screens von überall gesteuert werden und die Daten sind redundant gesichert. Apotheken-Kunden sind begeistert von der zeitgemäßen Optik, der Flexibilität und der Schnelligkeit, mit der sie die ihre Produkte erhalten.

Dirk Bockelmann: Beim Thema Schnelligkeit kommen wir mit ins Spiel. Unsere automatisierten Warenlager bringen die Medikamente schnell und zuverlässig an den HV-Tisch. Die Automatisierung der Sichtwahl ist der nächste und logische Schritt, um manuelle Tätigkeiten zu reduzieren und Apothekenprozesse modern und effizient zu gestalten. Die Technologien von View’n’Vision ergänzen unser Produktportfolio und unsere bestehende Infrastruktur kommt dabei den Apotheken zugute.

Herr Klindwort, Sie arbeiten mit den vorgenannten Automatisierungslösungen in Back-Office und Offizin. Was ist Ihr Fazit nach den ersten Monaten?

Kay Klindwort: Wir sind begeistert. Unsere Apotheke sieht nicht nur modern aus, sondern zahlreiche Prozesse sind deutlich schlanker und straffer und setzen personelle Ressourcen frei. Seit wir mit Rowa Vmotion arbeiten, nehmen unsere Kunden die Sichtwahl stärker wahr. Wir werden häufig darauf angesprochen, wie übersichtlich und modern die Produkte präsentiert werden. Damit sind meine Apotheken wettbewerbsfähig und zeitgemäß.

Herr Götze, wie kann Rowa Vmotion über die klassische Sichtwahl hinaus noch genutzt werden?

Dirk Götze: Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Von der Präsentation von Angeboten über das lokale Wetter, Produktvideos oder die Vorstellung neuer Mitarbeiter sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Vom Hersteller eigens gestaltete Screens erlauben die gebündelte Darstellung einer Produktrange auf einem Bildschirm in attraktivem Design. Auch Freiwahl-Produkte können so präsentiert werden

Herr Klindwort, wie passen sich diese Screens ins Apothekendesign ein?

Kay Klindwort: Wir konnten bei der Gestaltung der Bildschirme nach unseren Vorgaben vorgehen. Es stehen verschiedene Hintergründe zur Auswahl, wir haben
uns für einen dezenten unifarbenen Hintergrund entschieden. Statt vieler Einzelpackungen wie in der klassischen Sichtwahl zeigen wir einzelne Großpackungen. Das sieht aufgeräumter aus und ist auch besser zu erkennen – besonders wichtig bei Kunden der Generation 60+. Per Touch auf die Packung können wir dann die benötigte Packungsgröße auswählen und auslagern lassen.

Herr Bockelmann, die Rowa Systeme haben sich bislang auf das Lagermanagement beschränkt. Warum nun der Schritt in Richtung Sichtwahlautomatisierung?

Dirk Bockelmann: Rowa Vmotion ist die logische Ergänzung, wenn man das gesamte Medikamentenmanagement im Blick hat. Uns geht es darum, den Arbeitsalltag in der
Apotheke so weit wie möglich zu verbessern und sicher zu gestalten – die Kombination von Kommissioniersystem und virtueller Sichtwahl ist dafür ein wichtiger
Schritt in Richtung Apothekenzukunft. Weitere Produktinnovationen für die Offizin sind in nächster Zukunft von uns zu erwarten.

Zu den Personen:

bockelmannDirk Bockelmann, Commercial Director EMEA CareFusion | Rowa
Vertriebsdirektor bei CareFusion | Rowa und verantwortlich für das internationale „Retail Geschäft“ der Rowa Technologies. Dank umfangreicher Erfahrungen in den
Bereichen Service Operations, Produktmanagement und Direktvertrieb hat Bockelmann einen besonderen Fokus auf das Lösungsgeschäft. Speziell die Entwicklung und Vermarktung von innovativen Technologielösungen zur Prozessoptimierung sind Teil seiner Kernkompetenz.

 

goetzeDirk Götze, Geschäftsführer View’n’Vision
Geschäftsführender Gesellschafter der View’n’Vison. Götze ist seit mehreren Jahren in der Pharma-Branche tätig und hat seine Vision Wirklichkeit werden lassen: die Virtualisierung der Sicht- und Freiwahl von Apotheken, um sie effektiver und wirtschaftlicher zu machen. Mit der virtuellen Sichtwahl hat View’n’Vision ein Produkt geschaffen, um Produkte zeitgemäß zu präsentieren, Prozesse zu optimieren und Kosten zu sparen.

 

 

klindwortKay Klindwort, Klindwort Apotheken OHG, Bad Schwartau
Kay Klindwort ist Apotheker aus Leidenschaft und zusätzlich Betriebswirt (MBA). Traditionelle Werte, modernste Technik und qualifizierte, freundliche Mitarbeiter sind sein Anliegen. In Punkto Logistik sind die Klindwort Apotheken mit Rowa Kommissioniersystemen auf dem neusten Stand der Technik. Die Klindwort Apotheke im LUV, Lübeck ist seit diesem Jahr zusätzlich mit einer virtuellen Sichtwahl ausgestattet.

 

 

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Hauser Wolfgang

So wird das Skonto zum Gewinnturbo

von Hauser Wolfgang am 17.11.2014 in Allgemein

Das Skonto beträgt im Wareneinkauf in der Apothekenbranche üblicherweise zwischen 1,0 und 1,5%.

Eine oft unterschätzte Größe. 1,0% klingt nicht aufregend.
Daraus leiten sich zwei Fakten ab.

1. Das Skonto ist nicht allzu schwer bei den Lieferanten zu erwirken. Sitzt relativ locker.
2. Das Skonto wird von Apotheken oft nicht konsequent ausgenutzt.
3. Das Skonto erwirkt einen Anteil am Gewinn von ca. 14,0%!.

Berechnung: Apotheke mit EUR 2,0 Mio. Umsatz und einem Gewinn von EUR 100.000 (=5,0%) hat bei ca. einen Wareneinsatz von EUR 1,4 Mio (=70%). Lediglich 1,0% Skonto ergeben dabei EUR 14.000. Und dies entspricht 14% gemessen am Gewinn von EUR 100.000.

Natürlich hängt der Prozentsatz von Ihren persönlichen Voraussetzungen in Ihrer Apotheke ab. So kann es bei vielen Apotheken  dazu führen, dass sich der Gewinn (EGT) mit einem Schlag „verdoppelt“! Meinen Beobachtungen nach, keine seltene Angelegenheit.

Wichtig Fragen:
1. Bei wie vielen Lieferanten haben Sie Skonto vereinbart?
2. Wie viel Skonto haben Sie bei Ihren Lieferanten vereinbart?
3. An welche Bedingungen ist das Skonto gebunden?
4. Wie oft bleibt das Skonto ungenutzt?
5. Wo könnten noch ein höhere Skonto ausgehandelt werden?
etc.

Unabhängig davon, wie weit Sie das Skonto-Thema schon in Ihrer Apotheke ausgereizt haben. Meiner Einschätzung nach gibt es meistens noch zusätzliche „interessante“ Potentiale, welche darauf warten aktiviert zu werden.

In jedem Fall zeigt dieses Thema sehr klar auf, welche große Wirkung mit oft unscheinbaren Postionen erreicht wird. Das sollte Ihnen Lust auf mehr bringen. Wer suchet, der findet.

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Wilke Jens

Externe Verblisterung – macht das betriebswirtschaftlich Sinn?

von Wilke Jens am 17.11.2014 in Allgemein, Analysen

Die patientenindividuelle Verblisterung  von Medikamenten beschäftigt das Gesundheitswesen und damit auch die Apothekerlandschaft schon seit einigen Jahren. Man kann dieses Thema politisch sehr kontrovers diskutieren, Fakt ist: Apotheken sind mit der Thematik der Verblisterung von Altenheimen zunehmend konfrontiert. Neben den Zielsetzungen der Erhöhung der Medikamentensicherheit und der Verbesserung der Compliance ist gerade die die Frage der entstehenden Kosten bzw. deren Verteilung von zentraler Bedeutung.  Altenheime verfolgen dabei das Ziel – nicht zuletzt auch aus Kostengründen – diesen Versorgungsprozess auszulagern.

Selbst verblistern oder extern vergeben?

Für die beliefernde Apotheke stellt sich daher zunächst die Frage,  ob sie selbst verblistern oder diese Dienstleistung extern vergeben soll. Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass eine maschinelle Verblisterung nur für sehr wenige „großversorgende“ Apotheken Sinn macht. Dies liegt einerseits an den erheblichen Investitionen, anderseits an dem nicht zu unterschätzenden täglichen Aufwand der Verblisterung. Sofern die Entscheidung ob und von wem verblistert wird, nicht zentral vom Altenheimbetreiber entschieden wird, sieht sich die lokal versorgende Apotheke daher vermehrt mit der Fragestellung konfrontiert, ob aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine Vergabe der Verblisterung an einen externen Dienstleister – dies könnte eine andere Apotheke oder ein Blisterzentrum sein – Sinn macht. Schließlich droht im worst case auch der Totalverlust der Versorgung des zu betreuenden Altenheims (Akutversorgung und nicht-blisterfähige Arzneimittel ausgenommen).

Modellrechnung

Sehen wir uns hierzu ein – bewusst defensiv gerechnetes – Beispiel an (eine genaue Berechnung kann klarerweise nur projektbezogen vorgenommen werden):

1.       Umsatz- und Rohertragsbetrachtung:

Nehmen wir ein Heim mit einem Jahresumsatz von rund EUR 80.000 und 75 Bewohnern an. Für eine Modellrechnung unterstellen wir ein Verhältnis Kassenumsatz zu Privatumsatz von 90% : 10% (inkl. einer theoretischen Vollverblisterungsrate). Ohne Einkaufsvorteile ergibt sich näherungsweise ein Rohertrag (DB I) von rund 22%-23%.

2.       Kostenbetrachtung:

Unter der Annahme der Fremdvergabe der Verblisterung an einen externen Dienstleister sind folgende Haupt-Kostenpositionen zu verhandeln:

  • Kosten Wochenblister
  • Kosten für geteilte Arzneimittel
  • Nutzungsgebühr für Blistersoftware
  • Kosten Akutversorgung außerhalb der Dauermedikation

Je nach Anbieter ergeben sich für den Wochenblister (als größte Kostenposition) EUR 3,00-3,50. Inklusive der sonstigen angeführten Kosten kann man aus den Erfahrungswerten Gesamtkosten in der Höhe von rund 60% des oben angeführten Rohertrags annehmen, d.h. rund 40% des Gesamtrohertrages verbleiben in dieser Betrachtung der Apotheke. Nicht eingerechnet sind hier u.a. die internen Personalkosten, die für die Abstimmung Patient, Altenheim, Arzt und Apotheke anfallen.

3.       Kostenweiterverrechnung an das Altenheim?

Sieht man sich die Entwicklungen am österreichischen Markt an, so ist leider festzustellen, dass sich die anfänglichen Befürchtungen der Apothekerschaft, für die Dienstleistung der Verblisterung keinerlei Kosten an das Heim weiterverrechnen zu können, mehr und mehr bewahrheiten. Nichtzuletzt aufgrund aufgrund von „Großversogern“, die diese Dienstleistung den Altenheimen „for free“ anbieten, muss die vor-Ort-Apotheke hier mit gleichen „Konditionen“ arbeiten.

Empfehlung

Da mit dem Verlust eines Altenheimes auch erheblicher Umsatzanteil im Einkauf verloren geht und sich damit auch Einkaufskonditionen (für den restlichen Einkauf der der Apotheke) verschlechtern, ist eine Ablehnung der Verblisterung – aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht – nicht zu empfehlen bzw. vorher einer genauen Betrachtung zu unterziehen. Dass eine Vergabe der patientenindividuellen Verblisterung betriebswirtschaftlich immer nur die zweitbeste Lösung ist liegt auf der Hand. Sie ist jedoch allemal besser als der betriebswirtschaftliche Totalverlust.

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Deak Peter - Apotheker

Regelung der postgraduellen Weiterbildung

von Deak Peter - Apotheker am 17.11.2014 in Allgemein

Wie in meinem Artikel über die Gefahren des Versandhandels schon geschrieben ist es nicht nur wichtig ein fachlich gut ausgebildetes Team zu haben um mit qualitativ hochwertigen Beratungsgesprächen uns vor dem Versandhandel zu positionieren, sondern es ist auch sehr wichtig, dass dies möglichst in jeder Apotheke vorhanden ist, um das landesweite Image der Apotheken diesbezüglich zu stärken.

Wie wir Alle wissen, ist leider nicht jeder Apotheker, und nicht jede PKA von sich aus bereit, Freizeit für Fortbildungen zu opfern, und es ist nicht unbedingt jede Fortbildung wirklich sinnvoll. Deswegen gehört die verpflichtende Fortbildung der PharmazeutInnen und der PKAs meiner Meinung nach gesetzlich geregelt.

Die Apothekerkammer und die Arbeiterkammer sollte jeweils für PharmazeutInnen und PKAs ein verpflichtendes Fortbildungssystem erarbeiten. Diese sollte – wie auch in anderen Ländern – auf ein Punktesystem basieren.

Sinnvoll wäre die Fortbildungen in zwei Kategorien aufzuteilen; Pflicht und Wahlpflicht. Man könnte z.B. vorschreiben, dass alle 2 Jahre Fortbildungen in der Gesamtpunktzahl von 50 Pflicht- und 50 Wahlpflicht-Fortbildungen zu belegen sind. Die Pflicht-Fortbildungen sollten die Kammer und/oder die Universitäten/PKA-Schulen möglichst zum Selbstkostenanteil anbieten, natürlich mehrere im Jahr und in jedem Bundesland. Bei den Wahlpflichtfächern könnte der Markt sozusagen frei sein, jedoch müsste die zu vergebende Punktzahl vorab von z.B. der Kammer akkreditiert werden.

Unter den Bildungsthemen sollte neben der fachbezogenen Wissensthemen auch Psychologie/Umgang mit Kunden, Marketing, Wirtschaftslehre vertreten sein.

Dies würde dazu beitragen dass in sämtlichen Apotheken ein gut ausgebildetes Team die Kunden individuell und optimal betreut, und dadurch das gute Image der Apotheken und der gesamten Branche weiterhin erhält und stärkt.

 

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ApothekenCOACH

Aktuelle Umfrage 11/2014

von ApothekenCOACH am 17.11.2014 in Allgemein

Die letzte Umfrage lautete:

Wie ist Ihr erstes Feedback zu „Apodirekt“?  (Frau Mag. pharm. Karin Herzog, Apotheke Nenzing) hier gehts zum Ergebnis

Die aktuelle Frage kommt:

Frau Mag. pharm. Karin Planitzer, Apotheke Abtenau: hier gehts zur aktuellen Umfrage

Anmerkung: Stimmen Sie ab! Neben uns äußerst informativen und interessanten Newsblogbeiträgen, wird auch unsere aktuelle Umfrage alle 14 Tage neu gestaltet und auf unserer ApothekenCOACH Startseite präsentiert. Stellen Sie sich im Bezug auf Ihr Apotheker -Daseins auch immer wieder die selbe Frage und interessiert es Sie was Ihr Apothekenkollegium dazu denkt? Dann richten Sie ihre Frage einfach an office@apothekencoach.com . Somit wird Ihrer Frage 14 Tage aktuell auf der Startseite unserer Homepage zu sehen sein und mit einem Klick kann jeder Besucher abstimmen. Eine Vielzahl an Teilnehmern ist somit gesichert.

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