Artikel vom September 2014

Hauser Wolfgang

Großes Warenlager als Rohertragskiller Nr. 1

von Hauser Wolfgang am 22.09.2014 in Einkauf & Lagermanagement

Ein großes Warenlager hat verschiedene Nachteile. Viele denken dabei richtigerweise sofort an

  • dem damit verbunden hohen Kapitaleinsatz bzw. Kapitalbedarf und
  • dem wesentlich höheren Personaleinsatz.


Dabei ist vielen nicht so bewusst, dass es noch weitere
massive Gefahrenquellen gibt, welche den Rohertrag signifikant verringern. So liegt in einem zu hohen Warenlagerbestand immer die Gefahr von höheren Quoten an Abläufern sowie größere Gefahr von Schwund.

Darüber hinaus liegt die Quote an Rücksendungen zum Lieferanten immer viel höher als vermutet. Rücksendungen jedoch sind wegen der niedrigen Rücknahmepreise die Giftspritze für jedes Rentabilitätspflänzchen!

Wenn 2 von 10 Packungen wieder zurückgesendet werden und dabei 50% zum Abzug gebracht werden, dann hat sich der Rabatt für die anderen 8 Packungen gleichzeitig und somit quasi in Luft aufgelöst.

Dieser mathematische Zusammenhang wird nicht so klar gesehen, wie es notwendig wäre. In meinen Rohertragsanalysen bestätigt sich immer wieder, dass die zu großen Warenlager immer ein Vorreiter von hohen Rücksendequoten und somit von viel zu geringen Roherträgen sind.

Die Lieferanten wissen ganz genau, dass sie im Grunde nur große Mengen in die Apotheke verkaufen müssen. Die dann in späterer Folge unausweichlich hohen Rücksendungen sind wie eine ideale Rückgewinnungsaktion von bereits vergebenen Rabatten!

Hier gilt es konzentriert vorzugehen.

 

Folgende Beiträge könnten sie ebenfalls interessieren:

Entschlackungskur für das Warenlager fühlt sich großartig an

Rentabilitätsfallen für Apotheken (Steuerberater?)

Wieviel kostet ein großes Warenlager wirklich?

 

 

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare hinterlassen

Wilke Jens

In drei Schritten zur optimalen Lieferfähigkeit (Teil 1)

von Wilke Jens am 22.09.2014 in Analysen, Beratung, Einkauf & Lagermanagement

Unkomplizierter, rascher und direkter Zugang zu Waren ist einer der Erfolgsfaktoren im Einzelhandel. Dabei spielen eine auf die Nachfrage angepasste Sortimentsbreite, -tiefe und somit  auch der Grad der Lieferbereitschaft eine entscheidende Rolle.

Eine hohe Lieferfähigkeit ist gerade auch für die öffentliche Apotheke ein entscheidender Erfolgsbaustein. Sie wird es zukünftig noch in verstärktem Maße werden, wenn neue Marktteilnehmer über andere Vertriebswege und mit anderen Strategien um die Gunst des Kunden buhlen werden. Eine optimale Lieferfähigkeit kann eines der entscheidenden Unterscheidungsmerkmale im Wettbewerb werden.

Was heißt in diesem Zusammenhang „optimal“? Nun, nicht einfach eine unstrukturierte Lagerwerterhöhung, sondern vielmehr eine systematische Optimierung des Warenlagers angepasst an die lokale Nachfrage der Kunden – dies kann und wird in vielen Fällen sogar eine Steigerung der Lieferfähigkeit bei gleichzeitiger Senkung des Warenlagers nach sich ziehen.

Wie kann dies in der Praxis realisiert werden?

Schritt 1: Analyse der derzeitigen Lieferfähigkeit

Ohne Diagnose keine Therapie: um zu wissen, wie es um die aktuelle Performance der Lieferfähigkeit der eigenen Apotheke bestellt ist, gilt es folgenden Kennzahlen zu erheben:

  1. Gesamtanzahl Besorger im Beobachtungszeitraum (eine monatliche Betrachtung hat sich bewährt) im Verhältnis zur Gesamtanzahl verkaufter Packungen im Beobachtungszeitraum
  2. Splittung der Besorger nach:
    • Anzahl unterschiedlicher Lagerartikel (u. deren Anzahl an Packungen)
    • Anzahl unterschiedlicher Nicht-Lagerartikel (u. deren Anzahl an Packungen)
    • idealerweise sollten die AEPs der einzelnen Produkte miterfasst werden (wichtig f. Schritt 2 – Verbesserung der Lieferfähigkeit)
  3. je nach Lage und Umsatzstruktur können folgende vier Bandbreiten definiert werden:
    • < 93% : schlechte Lieferfähigkeit, d.h. unmittelbarer Handlungsbedarf
    • 93% – 95%: durchschnittliche Lieferfähigkeit, Analyse notwendig
    • 95% – 97%: gute Lieferfähigkeit, Steigerung nach wie vor möglich
    • > 97%: sehr gute Lieferfähigkeit – Level halten und an Kunden kommunizieren
  4. zusätzlich können auf Basis der Öffnungstage der Apotheke ermittelt werden:
    • Anzahl Besorger pro Tag
    • Anzahl Kunden mit Besorgern pro Tag
  5. da die Lieferfähigkeit auch immer einen direkten Bezug zum Lager hat, empfiehlt sich eine zusätzliche Lageranalyse nach:
    • Gesamtlagerwert
    • Gesamtanzahl Artikel
    • Gesamtanzahl Packungen

TIPP: Um eine „ehrliche“ Bewertung der tatsächlichen Lieferfähigkeit zu gewährleisten, sollten zusätzlich zu den oben beschriebenen Schritten die sogenannten „Nein-Verkäufe“ erfasst werden, also jene Artikel aus Geschäftsfällen, die der Kunde wünscht, diese aber in der Apotheke nicht vorhanden sind und der Kunde die Apotheke ohne Bestellung und ohne Tätigung eines Alternativkaufes wieder verlässt.

Häufig höre ich den Beratungen (als Erklärung für eine geringe Lieferfähigkeit), dass es die Kunden doch gewohnt seien, dass ihre Produkte erst bestellt werden müssten. Doch Vorsicht: die Zeiten ändern sich, Kunden vergleichen und es ist um jeden Kunden schade, der zum Mitbewerb wechselt …

wie Sie die Lieferfähigkeit in Ihrer Apotheke verbessern, erfahren Sie im nächsten Teil

In drei Schritten zu einer höheren Lieferfähigkeit (Teil 2)

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare hinterlassen

Fouquet Stephan | BD Rowa

Experteninterview: 3 Fragen an Carsten Aehlen

von Fouquet Stephan | BD Rowa am 22.09.2014

Als ausgebildeter Industriekaufmann und Diplom-Ökonom ist Carsten Aehlen seit 2001 im Trade Marketing in der Pharmabranche tätig. Seit 2007 leitet er die Innovations-Akademie deutscher Apotheken (IDA), in der sich zahlreiche Partner zusammengeschlossen haben, um Marktforschung und Weiterbildung für Apotheken zu gewährleisten. Aehlen steht dort auch als Referent mit seinem Fachwissen zur Verfügung, so auch auf zahlreichen Seminarveranstaltungen von CareFusion | Rowa.

Wie können Apotheker durch eine optimierte Warenpräsentation den Einschnitten der ApoBetrO proaktiv begegnen?

Durch ein professionelles Category Management und mit den Erkenntnissen der modernen Konsumforschung ist es möglich, auch in der Apotheke sog. Touchpoints zu setzen, um dem Kunden Kaufanreize zu geben. Hierdurch ist eine deutliche Verbesserung der Flächenrentabilität möglich.

Welche neuen Impulse kann die IDA den niedergelassenen Apotheken in diesem Zusammenhang geben?

Die Innovations-Akademie deutscher Apotheken untersucht seit Jahren das Verhaltenen von Konsumenten in der Apotheke und setzt diese Erkenntnisse in konkrete Empfehlungen um. Hier kann der engagierte Apotheker Tipps bekommen, die er sofort in seiner Arbeit umsetzen kann.

Welche konkreten Vorteile sehen Sie in diesem Zusammenhang in einer Automatisierung des Warenlagers?

Ein optimales Warenlager senkt die Kosten, indem die Kapitalbindung für Waren deutlich gesenkt werden kann. Zudem kann die durch einen Automaten gewonnen Fläche zur Verkaufsfläche umgewandelt werden, was wieder zu einer höheren Produktivität und Rentabilität führt. Meiner Meinung nach ist aber der gewichtigste Vorteil darin zu sehen, dass die Mitarbeiter zum Teil von logistischen Arbeiten entlastet werden, und diese gewonnene Zeit nun beim Kunden einsetzen können. Dies verspricht in einem kompetitiven Markt einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.

Weitere Artikel:

CareFusion | Rowa und View’n’Vision geben Zusammenarbeit bekannt
Experteninterview: Drei Fragen an Prof. Gerhard Riegl
Automatisierung lohnt sich – für alle Apotheken
Das 5.000. Rowa® System geht nach Nordhausen in Thüringen
CareFusion | Rowa erhält Apotheken-Kooperationspreis 2014

Deak Peter - Apotheker

Ist die Nachtdienstgebühr angemessen?

von Deak Peter - Apotheker am 22.09.2014 in Allgemein

Das Thema Nachtdienste ist ein sehr heikles, und sorgt immer wieder für Diskussionen. Der Nachtdienst an sich ist in den meisten Apotheken rein rechnerisch gesehen ein absolutes Verlustgeschäft. Die Personalkosten für einen Nachtdienst sind exorbitant, die Einnahmen dafür minimal. Dazu kommt, dass in der heutigen Zeit die Inanspruchnahme des Nachtdienstes nur zu einem signifikant geringem Anteil wirklich gerechtfertigt ist. Die Nachtdienstgebühr – wenn sie überhaupt einbehoben werden darf – ist so gering, dass dies niemanden nachdenklich macht, ob er den Pharmazeuten mitten in der Nacht wegen einer Lappalie aus dem Bett jagen soll.

An Samstagen, und an Wochentagen darf bis 20:00 Uhr ab Dienstschluss generell keine Extragebühr verlangt werden. Warum eigentlich? Gibt es sonst irgendeinen Dienstleister oder Geschäft, der nach Dienstschluss um sonst extra Arbeit leistet? Selbstverständlich ist die Lage anders, wenn der Kunde mit einem frischen Rezept kommt, welches dringend ist. Der Zuschlag in Höhe von 1,30 an Sonntagen ist auch eher lächerlich. Dafür muss der Dienstgeber dem Dienstnehmer über diese € 1,30 Inanspruchnahme volle Arbeitszeit +50% Zuschlag, etc. zahlen, um dann für Anfragen bereit zu stehen wie „ich habe seit 5 Tagen dies und jenes…“

Unsere Nachbarn in der Schweiz haben echte Nachtdienstgebühren – ausserhalb der Öffnungszeiten (egal ob Sonn-, Feiertag, Tag oder Nacht): CHF 17,30 – , da überlegt sich wohl jeder, ob es tatsächlich so dringend ist, oder es doch noch bis Morgen warten kann. Dadurch verringert sich die Belastung der Pharmazeuten so drastisch, dass selbstständige Apotheker viel mehr Dienste selber übernehmen können, und sich enorme Mitarbeiterkosten sparen, ohne sich zu verausgaben.

Wie ist Ihre Meinung? Finden Sie unsere Nachtdienstgebühren und deren Regelung angemessen?

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare hinterlassen

ApothekenCOACH

Aktuelle Umfrage 09/2013

von ApothekenCOACH am 22.09.2014 in Allgemein

Die letzte Umfrage lautete:

Wie beurteilen sie die aktuelle wirtschaftliche „Apotheken-Großwetterlage“? (Frau Mag. pharm. Christine Luf-Zwieauer, Apotheke in der Wiesen, Wien) hier gehts zum Ergebnis

 

Die aktuelle Frage kommt:

Frau Mag. pharm. Karin Herzog, Apotheke Nenzing: hier gehts zur aktuellen Umfrage

 

Anmerkung: Stimmen Sie ab! Neben uns äußerst informativen und interessanten Newsblogbeiträgen, wird auch unsere aktuelle Umfrage alle 14 Tage neu gestaltet und auf unserer ApothekenCOACH Startseite präsentiert. Stellen Sie sich im Bezug auf Ihr Apotheker -Daseins auch immer wieder die selbe Frage und interessiert es Sie was Ihr Apothekenkollegium dazu denkt? Dann richten Sie ihre Frage einfach an office@apothekencoach.com . Somit wird Ihrer Frage 14 Tage aktuell auf der Startseite unserer Homepage zu sehen sein und mit einem Klick kann jeder Besucher abstimmen. Eine Vielzahl an Teilnehmern ist somit gesichert.

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare hinterlassen