Wilke Jens

Versandhandelsanteil in Österreich – erste Zahlen liegen vor …

von Wilke Jens am 12.06.2014 in Allgemein, Analysen

Richtig – der Versandhandel mit Arzneimitteln ist in Österreich noch nicht erlaubt. Richtig ist aber auch, dass dieser bereits seit geraumer Zeit praktiziert wird – über die bekannten Umwege aus dem benachbarten Ausland wie Tschechien, Deutschland, den Niederlanden und der Slowakei. Interessant natürlich die Frage, wie gut dieser Handel bereits heute – mit noch bestehendem Verbot im Inland – floriert. Egal ob My Care, Apotheke zur Rose oder VfG, die Versandhändler im Arzneimittelbereich punkten mit den klassischen Online-Trümpfen:

1. Niederer Preis: lt. IMS liegt der Preisnachlass im Schnitt bei rund 20% (Maxima bei 40%)

2. Convenience: das heißt Einkauf rund um die Uhr, Bestellung bequem und diskret von zu Hause aus; Lieferung ohne zusätzlichen Aufwand

IMS Health hat nun erste Trendzahlen über den Anteil des Versandhandels in Österreich aufgrund der Abverkaufszahlen von deutschen Versandhandelsapotheken (Basis OTC Offtake) veröffentlicht und schätzt diesen auf ca. 4% mit starkem Wachstum für 2014 (Quelle: IMS Wien und IMS Frankfurt). Auch die IMS sieht den wirtschaftlichen Erfolg für den Versandhandel nur für eine kleine Gruppe von bereits im Versandhandel etablierten Markteilnehmern.

Egal wie man zu dem Thema Versandhandel steht – er wird an Bedeutung gewinnen, er wird zunehmen er wird sich etablieren und er wird der öffentlichen österreichischen Apotheke Umsatz und wichtigen Rohertrag kosten – auch wenn uns das nicht gefällt. Höchste Zeit Wege einzuschlagen oder auszubauen, auf denen der Versandhandel keine Chance gegen die Apotheke vor Ort hat!!



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