Wilke Jens

Versandhandel in Österreich – und Ihre Strategie? Teil 1

von Wilke Jens am 19.11.2013 in Marketing

Der Onlinemarkt in Österreich ist vorhanden – bald auch im Arzneimittelbereich. Die Liberalisierung des Handels von Arzneimitteln ist beschlossene Sache. Der Versandhandel im Apothekenbereich kommt. Nicht irgendwann – sondern im Jahr 2014. Man kann die Thematik des Versandhandels natürlich kontrovers diskutieren, so sprechen die einen vor dem Hintergrund möglicher Arzneimittelfälschungen von Hochrisikogeschäften auf Kosten der Endverbraucher, die anderen von einem längst fälligen zeitgemäßen Modell der Nachfragebefriedigung im Arzneimittelbereich.

Wie auch immer man zum Thema E-Commerce stehen mag, Fakt ist: Die Nachfrage für Onlinegeschäft ist vorhanden und sie steigtauch in Österreich.

19% Wachstum im Onlinebereich im Jahr 2012

2,5 Mrd. Euro haben Herr und Frau Österreicher im Jahr 2012 im Onlinehandel ausgegeben – um beachtliche 19% mehr als noch in 2011. Zu diesem Ergebnis kam das Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel EHI in seiner neu erschienen Studie zum Thema E-Commerce in Österreich und der Schweiz. Dabei ist der Markt sehr stark konzentriert, so erwirtschaften die zehn größten Onlinehändler rund 30% des Umsatzes. Wenig überraschend: Amazon führt die Liste der umsatzstärksten Versandhändler mit rund 13% des gesamten Onlinehandels an. Bereits der Zweitplatzierte Universalversand erwirtschaftet nur noch rund ein Drittel des Umsatzes von Amazon.

Klarer Trend zu Multichannel

Die Zeiten, in denen Händler ausschließlich auf den Online-Vertriebskanal setzen, sind vorbei. So betreiben 61% der in Österreich tätigen Onlinehändler zusätzlich ein physisches Geschäft. Mobile Präsenz, d.h. die Möglichkeit „rund um die Uhr“ einzukaufen, wird zukünftig noch wichtiger. Die Autoren der Studie kommen unter anderem zum Schluss, dass es den Händler, den es online nicht gibt, für den Kunden gar nicht gibt.

Die Übertragbarkeit der ermittelten Ergebnisse auf die Apotheke wird sich weisen. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, dass es auch im Apothekenbereich einen Markt für ein Online-Geschäft geben wird. Diese Nachfrage wird befriedigt werden. Von Einzelkämpfern wie auch von Betreibern mit langjähriger logistischer Erfahrung und potenter finanzieller Ausstattung. Es werden signifikante Umsätze erwirtschaftet werden. Ob der einzelne – ob des Preiskampfes und der oft unterschätzten Logistikkomplexität – wirtschaftlich erfolgreich sein wird, ist mehr als zu bezweifeln.

Für die öffentliche Apotheke, die bis dato nur im geographisch lokalen Wettbewerb stand, stellt sich hingegen die Frage, ob und wie Sie sich – sofern noch nicht geschehen – auf die neuen Herausforderungen des Onlinehandels vorbereiten kann …

Mehr dazu in Teil II

 



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