Wilke Jens

Vorsicht bei Deckungsbeitrags-Analysen aus der Apotheken-EDV

von Wilke Jens am 17.07.2013 in Analysen

Eine der maßgeblichen Triebfedern jedes unternehmerischen Handelns ist der Gewinn. Dies gilt – unter Einhaltung den apothekenrechtlichen Rahmenbedingungen – auch für die Apotheke. Wenn Sie in der Apotheke ein Produkt (oder eine Dienstleistung) verkaufen, dann mit dem Ziel, einen entsprechenden Gewinn zu erwirtschaften.

In diesem Zusammenhang ist häufig vom sogenannten Deckungsbeitrag (DB) die Rede. Was ist hierunter (in der Kürze sehr vereinfacht) zu verstehen? Bevor Sie Umsatz und einen entsprechenden Gewinn erwirtschaften können, fallen Kosten an. Kosten, die von der einkauften Menge (variable Kosten) oder von anderen – von der Menge unabhängigen – Umständen abhängig (fixe Kosten) sind.

Bei einer vereinfachten Betrachtung, die auch im Einzelhandel als Grundlage dient, werden Einkaufs– und Verkaufspreise in Relation zueinander gestellt. Die Differenz, die sich aus dem (Netto-)Verkaufspreis (Netto-AVP) und dem Einkaufspreis (AEP) ergibt, ist der sogenannte Rohgewinn (oder Rohertrag) und wird auch als Deckungsbeitrag I (DB I) bezeichnet. Setzt man den Rohertrag in Relation zum Netto-AVP, erhält man die Handelsspanne oder Marge (in Prozent).

Der Deckungsbeitrag ist gerade bei der Entscheidung von essentieller Bedeutung, welche Produkte (bei vergleichbarer pharmazeutischer Qualität) im Bereich der nicht-rezeptpflichtigen Arzneimittel bzw. freiverkäuflichen Waren in der Apotheke forciert werden sollen.

Nahezu alle Apotheken-EDV-Systeme bieten daher eine Deckungsbeitrags-Analyse an. Doch Achtung! Eine seriöse Berechnung des tatsächlichen Deckungsbeitrags von Produkten ist nur nach Eingabe UND Verwertung der Einkaufskonditionen im jeweiligen EDV-System möglich. Eine Eingabe ist meist möglich (gerade im Bereich der Naturalrabatte), eine Verwertung der Eingaben in den Analysen und Ergebnissen erfolgt meist nur bedingt, wenn überhaupt. Die Aussagekraft von DB-Analysen sollten Sie daher unbedingt kritisch hinterfragen – bevor Sie entsprechende Entscheidungen treffen … 😉

Alles Gute hierbei!



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