Artikel vom Juli 2013

Hauser Wolfgang

Einlagensicherung – was unbedingt zu beachten ist

von Hauser Wolfgang am 17.07.2013 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Wieviel ist mit der Einlagensicherung abgesichert?
Grundsätzlich sind die Einlagen pro Einleger und pro Bank mit einem Höchstbetrag von 100.000 € gesichert.

Was fällt unter die Einlagensicherung?
Es fallen alle Arten von Einlagen/Guthaben, die auf verzinste oder unverzinste Konten (Sparkonten, Gehaltsskonten, Festgelder…) bei Kreditinstituten gutgeschrieben werden, unter die Einlagensicherung.

Was heißt pro Bank?
Pro Bank bedeutet, z.B.: Raiffeisensektor – es muss jeweils eine eigene Bank mit eigener Konzession sein. Das kann man am einfachsten über die Bankleitzahl ersehen. D.h. eigene Bankleitzahl ist eine eigene Konzession. Nicht als eigene Bank zu sehen – ist eine Filiale.

2 Personen sind bei einem Konto zeichnungsberechtigt – erhöht dies die Sicherung?
Die Zeichnungsberechtigung als zivilrechtlich eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen – des Kontoinhabers – zu verfügen, erhöht die Einlagensicherung nicht, es bleibt bei 100.000 €

Einlagensicherung bei Unternehmen:
Diese sind ebenso pro Firma bis zu einem Höchstbetrag von 100.000 € gesichert.

Ausnahme große Kapitalgesellschaften?
Von einer großen Kapitalgesellschaft spricht man wenn mindesten zwei der nachfolgenden Größen überschritten werden:

– 18,25 Mio. Euro Bilanzsumme
– 38,5 Mio. Euro Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor Abschlussstichtag
– im Jahresdurchschnitt 250 Arbeitnehmer

Bei Personengesellschaften (KG oder OG) mit zwei oder mehreren Personen als Gesellschafter, werden die Werte bei der Berechnung zusammengefasst und als Einlage eines Einlegers behandelt. Hat eine Person mehrere Personengesellschaften, dann gelten 100.000 € pro Person und nicht pro Personengesellschaft.

Abschließend nochmals der Hinweis, dass Konten mit mehr als 100.000€ in den seltensten Situationen wirklich Sinn machen. Mehr Sicherheit erlangen Sie in dem Sie Ihr Vermögen auf mehr Anlagekategorien aufteilen. Also intelligent streuen.

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Ridißer Johann

Sind Kontokorrentkredite sinnvoll?

von Ridißer Johann am 17.07.2013 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Kontokorrentkredite (auch als Betriebsmittelfinanzierungen bezeichnet) werden üblicherweise Unternehmern als Rahmen auf dem Geschäftskonto zur Verfügung gestellt. Obwohl der Großteil der Betriebe dieses von Banken sehr gerne angebotene Finanzierungsprodukt in Anspruch nimmt, sollten Unternehmer dieser Kreditform äußerst kritisch gegenüberstehen und statt in der Regel, nur in Ausnahmefällen darauf zurückgreifen.
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Die teuerste Form der Finanzierung

Es gibt einige gute Gründe warum Banken Kontokorrentkredite standardmäßig in Unternehmensfinanzierungen einbauen. Neben der Tatsache, dass Kreditinstitute damit die höchsten Deckungsbeiträge erzielen, führt diese Kreditart auch zu einer gewissen Abhängigkeit des Unternehmers so dass dieser das Geldinstitut nicht mehr so leicht wechselt. Aus Sicht der Bank ist es daher höchst lukrativ diese sog. Betriebsmittelfinanzierungen auch dann einzusetzen, wenn es gar keine Betriebsmittel zu finanzieren gibt.
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Kontokorrenkredite sind nur ganz selten sinnvoll

Der Name „Betriebsmittelfinanzierung“ ist irreführend, weil darunter ja auch beispielsweise das Warenlager von Apotheken verstanden werden kann. Solche Produktvorräte, welche nach der Erstbefüllung im Durchschnitt pro Jahr in etwa gleich groß bleiben sind aber keineswegs geeignet auf diese Art und Weise finanziert zu werden obwohl dies in der Praxis meistens passiert.
Sinnvoll sind solche Kredite ausschließlich dann, wenn ein Unternehmen für einen besonders großen Auftrag, der über das übliche Maß hinaus geht, für dafür erforderliches Material bzw. Waren eine Vorfinanzierung benötigt, welche nach Bezahlung durch den Auftraggeber sofort wieder abgedeckt wird. Ein Beispiel dafür wäre ein Tischler, der einen Auftrag erhält, welcher das Zehnfache seiner üblichen Bestellungen ausmacht. Das Material dafür hat er daher nicht in seinem üblichen Lager, sondern muss dieses nun kurzfristig einkaufen und finanzieren bis der Käufer die Rechnung bezahlt. Aus diesem Beispiel ist eindeutig erkennbar, dass Kontokorrentkredite eben nicht in der Regel sondern nur in den oben beschriebenen Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden sollten.
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Große Vorteile ohne Kontokorrentkredit

Wird ein Betrieb ohne Betriebsmittelkredit finanziert ergeben sich neben dem Kostenvorteil weitere, noch wesentlich wichtigere Vorteile. Zunächst kann der langfristige Finanzierungsbedarf so ermittelt werden, dass neben einer großzügigen Liquiditsreserve auch das (größtmögliche) Warenlager inkludiert ist. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die monatlichen Finanzierungskosten wesentlich besser geplant werden können, weil es keinen variablen Kreditrahmen gibt.  Der wohl größte Vorteil aber ergibt sich aus der Tatsache, dass das Betriebskonto von Beginn an einen positiven Saldo aufweist (langfristig mitfinanzierte Liquiditätsreserve). Dadurch ist der Unternehmer in der Lage durch einen einzigen Blick auf das Girokonto festzustellen, ob der Betrieb so profitabel unterwegs ist wie geplant – und das ohne den Steuerberater fragen zu müssen.
Die Praxis zeigt, und das ist wohl das Wichtigste, dass Unternehmer die auf Überziehungen des Betriebskontos verzichten (also keine Kontokorrenkredite in Anspruch nehmen) im Durchschnitt nicht nur wesentlich bessere Betriebsergebnisse erzielen sondern auch über eine deutlich höhere Lebensqualität verfügen als jene Mitbewerber, die den üblichen Weg gehen .

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Wilke Jens

Vorsicht bei Deckungsbeitrags-Analysen aus der Apotheken-EDV

von Wilke Jens am 17.07.2013 in Analysen

Eine der maßgeblichen Triebfedern jedes unternehmerischen Handelns ist der Gewinn. Dies gilt – unter Einhaltung den apothekenrechtlichen Rahmenbedingungen – auch für die Apotheke. Wenn Sie in der Apotheke ein Produkt (oder eine Dienstleistung) verkaufen, dann mit dem Ziel, einen entsprechenden Gewinn zu erwirtschaften.

In diesem Zusammenhang ist häufig vom sogenannten Deckungsbeitrag (DB) die Rede. Was ist hierunter (in der Kürze sehr vereinfacht) zu verstehen? Bevor Sie Umsatz und einen entsprechenden Gewinn erwirtschaften können, fallen Kosten an. Kosten, die von der einkauften Menge (variable Kosten) oder von anderen – von der Menge unabhängigen – Umständen abhängig (fixe Kosten) sind.

Bei einer vereinfachten Betrachtung, die auch im Einzelhandel als Grundlage dient, werden Einkaufs– und Verkaufspreise in Relation zueinander gestellt. Die Differenz, die sich aus dem (Netto-)Verkaufspreis (Netto-AVP) und dem Einkaufspreis (AEP) ergibt, ist der sogenannte Rohgewinn (oder Rohertrag) und wird auch als Deckungsbeitrag I (DB I) bezeichnet. Setzt man den Rohertrag in Relation zum Netto-AVP, erhält man die Handelsspanne oder Marge (in Prozent).

Der Deckungsbeitrag ist gerade bei der Entscheidung von essentieller Bedeutung, welche Produkte (bei vergleichbarer pharmazeutischer Qualität) im Bereich der nicht-rezeptpflichtigen Arzneimittel bzw. freiverkäuflichen Waren in der Apotheke forciert werden sollen.

Nahezu alle Apotheken-EDV-Systeme bieten daher eine Deckungsbeitrags-Analyse an. Doch Achtung! Eine seriöse Berechnung des tatsächlichen Deckungsbeitrags von Produkten ist nur nach Eingabe UND Verwertung der Einkaufskonditionen im jeweiligen EDV-System möglich. Eine Eingabe ist meist möglich (gerade im Bereich der Naturalrabatte), eine Verwertung der Eingaben in den Analysen und Ergebnissen erfolgt meist nur bedingt, wenn überhaupt. Die Aussagekraft von DB-Analysen sollten Sie daher unbedingt kritisch hinterfragen – bevor Sie entsprechende Entscheidungen treffen … 😉

Alles Gute hierbei!

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Steuerberater

GmbH-Reform für Apotheker vorhanden

von Steuerberater am 17.07.2013 in Steuerberatung

In der Vergangenheit wurde sehr viel über dieses Thema kontroversiell gesprochen – nun ist man in den Gesetzesgremien auf der Zielgerade. Die GmbH-Reform wird mit 1. Juli 2013 in Kraft treten, sofern der Bundesrat dem Gesetzesvorhaben Ende Juni 2013 zustimmt.

Das Ziel der Regierungsvorlage zum Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetz 2013 war es die Gründung einer GmbH mit einem Mindeststammkapital von € 10.000 (früher € 35.000) zu erreichen. Das wurde im Plenum des Nationalrates am 12.Juni 2013 beschlossen. Es gab noch weitere Wünsche, welche die Gründung usw. einer GmbH erleichtern sollten. Diese waren der Entfall aller Publikationspflichten und eine vereinfachte Firmengründung durch eine 1-Euro-GmbH. Diese wurden jedoch nicht umgesetzt. Details sind unter dem link http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/I/I_02356/index.shtml zu finden.

Die steuerlichen Auswirkungen für den Apotheker, der bereits eine bestehende GmbH innehat. Die bereits festgesetzte KÖSt-Vorauszahlungen 2013 (mindestens € 1.750/Jahr) für vor dem 01.07.2013 gegründeten GmbHs werden nicht neu festgesetzt, sondern die „überhöhten“ Vorauszahlungen für den Zeitraum ab 1.7.2013 werden bei der Veranlagung angerechnet und gutgeschrieben. Herabsetzungsanträge können daher in diesen Fällen nicht eingebracht werden.

Für alle Apotheker die ab dem 01.07.2013 eine GmbH gründen, gelten bereits folgende steuerlichen Neuerungen: Die Mindest-KÖSt beträgt € 125,00/Quartal bzw € 500,00/Jahr (bisher € 1.750,00/Jahr). Dies gilt generell für GmbHs mit Verlusten bzw. Gewinnen bis € 2.000, also auch für bestehende GmbHs mit einem Stammkapital größer € 10.000 (zB aktuelles Mindest-Stammkapital iHv € 35.000).

Eine GmbH kann für den Apotheker viele steuerliche Vorteile bringen im Zuge eines Apothekenverkaufes, bei der Gründung/Übernahme einer Apotheke bis hin zu der Abdeckung eines anderen Geschäftszweiges wie den Versandhandel usw…

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Ridißer Johann

Unterscheidung von Tages- und Festgeld

von Ridißer Johann am 17.07.2013 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Für die Geldanlage ist es generell wichtig die Unterschiede zwischen Tages- und Festgeld zu kennen, um vor allem die Erhaltung der jederzeitigen Liquidität gewährleisten zu können.
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Tagesgeld

Unter dem Begriff Tagesgeld versteht man Geld, das auf einem Konto zur täglichen Abhebung bei einem Geldinstitut bereit liegt. Als Instrument wird dafür meist das Girokonto verwendet.
Als Klassiker im Bereicht der Tagesgeld-Konten ist das (täglich fällige) Sparbuch anzusehen, bei dem vereinbarungsgemäß eine bestimmte Summe zur täglichen Abhebung bei den angeschlossenen Filialen des Geldinstitutes bereitgestellt wird.
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Festgeld

Unter dem Begriff Festgeld wird Kapital verstanden, welches für einen bestimmten Zeitraum veranlagt wird, was über die tägliche Verfügbarkeit hinaus geht. Meist betragen die Veranlagungszeiträume einen Monat, ein Quartal oder ein Jahr. Existieren gleichzeitig mehrere Konten, können hierdurch unterschiedliche Bindungen für die Geldanlage berücksichtigt werden. Sinnvoll ist das jedoch nur, wenn die Zinssätze für die vorgesehenen Zeiträume auch entsprechende Vorteile für den Anleger bringen.
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Liquidität vor Zins

Gerade im unternehmerischen Bereich ist die schnelle Verfügbarkeit von Kapital sehr oft von besonders großer Bedeutung. Aus diesem Grund ist auf diesen Faktor besonders großer Wert zu legen. Daher ist es auch nicht empfehlenswert das gesamte verfügbare Kapital auf ein Festgeld-Konto einzuzahlen nur um einen etwas höheren Zinssatz als auf dem täglich fälligen Sparbuch zu bekommen, wenn gleichzeitig oder in Kürze dafür ein Konto überzogen oder sogar ein Kredit beantragt werden muss, um die laufendne Kosten begleichen zu können.
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Überblick behalten

Wer unternehmerisch tätig ist, sollte den Überblick über die finanziellen Verhältnisse niemals verlieren. Zu diesem Zweck empfiehlt sich die Erstellung eines „Kontenplans„, welcher die (zumeist automatischen) Zahlungsströme übersichtlich darstellt. Der große Vorteil dieses Instruments besteht unter anderem auch darin, dass „böse Überraschungen“ (z.B. höhere Steuernachzahlungen) ausbleiben, weil solche „Sonderzahlungen“ von Beginn an berücksichtigt werden.

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ApothekenCOACH

Aktuelle Umfrage 2013/07

von ApothekenCOACH am 17.07.2013 in Allgemein

Die letzte Umfrage lautete:

Wie entwickelt sich in Ihrer Apotheke tendenziell der Direkteinkauf? (Mag. Luf-Zwiauer, Apotheke in der Wiesen, Wien) hier gehts zum Ergebnis

 

Die aktuelle Frage kommt:

von Herrn  Dr. Deak (Apotheke Kirchberg Dr. DEAK KG, Tirol) hier gehts zur aktuellen Umfrage

  

 

Anmerkung: Stimmen Sie ab! Neben uns äußerst informativen und interessanten Newsblogbeiträgen, wird auch unsere aktuelle Umfrage alle 14 Tage neu gestaltet und auf unserer ApothekenCOACH Startseite präsentiert. Stellen Sie sich im Bezug auf Ihr Apotheker -Daseins auch immer wieder die selbe Frage und interessiert es Sie was Ihr Apothekenkollegium dazu denkt? Dann richten Sie ihre Frage einfach an office@apothekencoach.com . Somit wird Ihrer Frage 14 Tage aktuell auf der Startseite unserer Homepage zu sehen sein und mit einem Klick kann jeder Besucher abstimmen. Eine Vielzahl an Teilnehmern ist somit gesichert.

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