Wilke Jens

Die Kraft der Ziele (Teil II)

von Wilke Jens am 17.12.2012 in Allgemein

„Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Apotheke?“  Nicht selten bekommen wir auf diese Frage im Rahmen von Beratungen Aussagen zu hören wie „Wir haben keine Ziele definiert, es kommt doch sowieso ganz anders.“ Oder “ Wir lassen mal alles auf uns zukommen und sehen dann schon.“ Ein unter Umständen auf den ersten Blick für viele nachvollziehbarer Ansatz.

Warum brauchen wir also überhaupt Ziele? Die Formulierung von Zielen ist eine Grundfunktion unternehmerischen Handelns. Ziele sind Instrumente zur Unternehmenssteuerung, vergleichbar mit dem Cockpit eines Flugzeugs. Wer ohne (langfristige) Ziele arbeitet, läuft Gefahr,  in reinen Aktionismus zu verfallen und sich im operativen Tagesgeschäft dem sich immer schneller drehenden „täglichen Hamsterrad“ zu verlieren.  Viktor Frankl, Wiener Psychotherapeut (1905-1997) formulierte es so: „Es gibt nichts auf der Welt, das einen Menschen so sehr befähigt, Herausforderungen zu überwinden wie das Bewusstsein, ein Ziel und eine Aufgabe zu haben.“

Die Bedeutung von Zielen ist mannigfaltig und leitet sich von deren vielfältigen Funktionen ab:

  1. Selektionsfunktion: erst aufgrund von Zielen ist es möglich, Entscheidungen zwischen unterschiedlichen Handlungsalternativen zu treffen.
  2. Orientierungsfunktion: Ziele bilden den unternehmerischen Rahmen und sichern die klare Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten.
  3. Steuerungsfunktion: durch die Definition von Sollvorgaben für die einzelnen Unternehmensbereiche wird die Lenkung von Verhaltensweisen sichergestellt.
  4. Motivations-und Anreizfunktion: Ziele stellen (bei richtiger Formulierung) auch einen Leistungsanreiz dar. Für Unternehmer UND Mitarbeiter.
  5. Bewertungs- und Kontrollfunktion: bei konsequenter  Zielausrichtung werden Handlungsalternativen permanent auf ihren Beitrag zur Zielerreichung bewertet. Die Kontrollfunktion zeigt sich darin, dass Ziele es erst ermöglichen, Soll-Ist-Vergleiche anzustellen.

Woher leiten sich Ziele ab? Untersucht man erfolgreiche Unternehmen, so zeigt sich, dass diese Unternehmen ausnahmslos eine sehr klare Vorstellung, ein konkretes Bild von der Zukunft Ihres eigenen Unternehmens haben. Viele sprechen in diesem Zusammenhang von der Unternehmensvision. Um dieses Vision, dieses Zukunftsbild umzusetzen, um es zu konkretisieren und zu überprüfen  bedarf es der Operationalisierung der Ziele. Einerseits nach deren Wichtigkeit für den Unternehmenserfolg. Andererseits in zeitlicher Hinsicht durch die  Definition von lang-, mittelfristigen und kurzfristigen Zielen. Wer bereits einen Marathon in Angriff genommen hat, weiß dass es gerade vor dem ersten Marathon ratsam ist sich am Weg zur Erreichung seines Ziels  – zeitlich gestaffelt – Zwischenziele zu setzen. Gleiches gilt für Unternehmensziele.

Unternehmer sollten sich also nie mit dem Status Quo zufrieden geben. Stillstand bedeutet Rückschritt. Fortschritt erwächst aus Zielen. Wer sich keine Ziele setzt wird sie auch nicht erreichen. Wer für sich und sein Unternehmen keine Ziele hat, läuft Gefahr vom Gestalter zum Getriebenen, vom Kapitän zum Passagier zu werden.

Alles Gute für 2013 – in beruflicher wie privater Hinsicht – wünscht Ihnen

Ihr Jens Wilke



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