Wilke Jens

Kaufpreisparameter für Apotheken

von Wilke Jens am 05.03.2012 in Gründerservice & Apo-Übernahme

Für die Bewertung von Unternehmen können unterschiedlichste Verfahren, wie beispielsweise mittels Discounted Cash-Flow herangezogen werden. Für Apotheken wird im praktischen Alltag die sogenannte Multiplikatormethode, d.h. ein Multiplikator gemessen am erzielten Jahresumsatz zur Anwendung gebracht. Abhängig von unterschiedlichen Parametern liegt dieser Multiplikator in der Regel in einer Bandbreite von 0,8 bis 1,1 vom Jahresnettoumsatz.

Für die konkrete Festlegung spielen gerade aus Käufersicht folgende Faktoren zunächst im Ist- und nicht Soll-Zustand (!) eine entscheidende Rolle:

Umsatzgröße: da ein nicht unerheblicher Anteil der Kosten in der Apotheke Fixkosten, d.h. unabhängig vom Umsatz sind, wird auch tendenziell für Apotheken mit hohem Umsatz ein höherer Multiplikator angesetzt.

Umsatzstruktur: Selbstredend, dass ein höherer Privatumsatzanteil auch mit einem höheren Gesamtrohertrag (DB I) einhergeht und daher „mehr Luft“ zur Deckung der restlichen Kosten bleibt. Dieser Umstand muss zwingend in die Bewertung des Kaufobjektes einfließen. Es resultiert zudem eine größere Unabhängigkeit von gesundheitspolitisch getriebenen Veränderungen im verschreibungspflichtigen Bereich.

Standortfaktoren, –qualität: wie gut ist der Standort der Apotheke? Wie sicher ist er? Losgelöst von der Verschreibersituation können gerade zu teuer bezahlte Apotheken in klassischen „Altstadt-Lagen“ hinsichtlich der Umsatzentwicklung schnell zum Bumerang werden. Schlechte Parkmöglichkeiten bei gleichzeitig neu entstehenden oder wachsenden Einkaufszentren in Stadtrandbereich höhlen Innenstadtbereich nicht selten dramatisch aus.

Investitionszustand: wie hoch ist der aktuelle „Investitionsstau“ des untersuchten Apothekenprojektes? Mit welchen Investitionen, angefangen von EDV, über Umbau bis hin zur Betriebsstättenverlegung muss der Käufer u.U. rechnen? Dies muss zwingend in den (auch von vielen anderen Faktoren abhängigen) Gesamtfinanzierungsbedarf der Apotheke „eingepreist“ werden. Eine spätere Fremdkapitalbeschaffung endet immer bei für den Kreditnehmer unattraktiven Konditionen.

aktuelle Rentabilitätssituation: natürlich ist es für den Käufer von Vorteil, wenn die Apotheke bereits heute ein zweistelliges Betriebsergebnis erzielt. Apotheken mit geringer Ausgangsrentabilität haben zwar mehr Potential um diese „schön zu rechnen“, das Drehen an den richtigen Rentabilitätsschrauben dauert bis zur Auswirkung im Betriebsergebnis jedoch seine Zeit.

Wie man es dreht und wendet – vor dem Hintergrund wandelnder Rahmenbedingungen wird die eingehende und umfassende Bewertung von Apothekenprojekten und der anschließenden Wirtschaftlichkeitsrechnung immer wichtiger! Lassen Sie sich daher von Experten beraten – es wird einer der besten Investitionen in Ihre berufliche Laufbahn werden.

Sie haben Fragen zu einem möglichen Kaufobjekt – Kontaktieren Sie uns unter office@apothekencoach.com – wir beraten Sie gerne! Umfassend, rasch und diskret!



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