Artikel vom Februar 2011

Hauser Wolfgang

Starkes Geschlecht ganz schwach

von Hauser Wolfgang am 22.02.2011 in Beratung

Frauen wollen schön sein, Männer stark! Zugegeben ein Griff in die Klischee-Kiste. Aber, wie bei vielen Klischees ist auch hier ein Funken Wahrheit dabei.

Dass Männer statistisch weniger oft beim Arzt oder in der Apotheke auftauchen, kann von dieser Perspektive aus, wie folgt interpretiert werden. Männer und Frauen empfinden den Weg zum Arzt oder in die Apotheke unterschiedlich. Für viele Männer ist dies ein Zeichen von Schwäche. Für manche sogar sehr erniedrigend. Wenn sich dann, trotz großer persönlicher Überwindung ein Mann in die Apotheke schleift und seine Angelegenheit auch noch der halben Welt mitteilen muss, weil jede Diskretionszone fehlt, dann wird das als absolute Höchststrafe empfunden.

Dieser Kreis von Männern würde tiefe Dankbarkeit, für die Gelegenheit von maximaler Diskretion in der Apotheke, empfinden.

Natürlich beschreibt dieses Beispiel nicht die Situation und von 100% der Männerwelt. Jedoch ist diese Zielgruppe nicht so klein wie man vielleicht denken möchte. Und bei der Aktivierung von Potentialen, um die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse in der Apotheke zu steigern, sollte auch diesem Umstand Rechnung getragen werden. Also, ein weiterer Grund, noch mehr Diskretion in der Apotheke zu implementieren.

Darüber hinaus, sollte dieser Zielgruppe die Gelegenheit bzw. das Angebot eingeräumt werden, Stärke zu signalisieren. Krankheit gründet auf Schwäche, Fitness impliziert Stärke. Nicht die Offenbarung von Schwäche, sondern die Chance Stärke zu demonstrieren soll an der Tara für diese Zielgruppe möglich sein.

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Wilke Jens

Apotheke verkaufen – ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

von Wilke Jens am 22.02.2011 in Analysen

Umsatzstagnation oder –rückgang im Kassenbereich, sinkende Roherträge und u.a. die Diskussion um alternative Vertriebswege … – es gibt zahlreiche Gründe, warum wir gerade in Zeiten wie diesen sehr häufig von ApothekeneigentümerInnen mit der Frage konfrontiert werden: „Wäre jetzt ein guter Zeitpunkt die Apotheke zu verkaufen?“

Es wäre höchst unseriös eine Pauschalantwort auf diese Frage zu geben. Zu unterschiedlich gelagert sind hierzu die einzelnen Apothekenprojekte. Fakt ist zweifelsfrei, dass die „Aktie Apotheke“ im Moment am Markt sehr hoch gehandelt wird. Es ist daher auch durchaus sinnvoll und clever – vorausgesetzt dies passt auch in die jeweilige pharmazeutische Lebensplanung – sich frühzeitig mit dem Verkauf der Apotheke aktiv auseinanderzusetzen. Ein Apothekenverkauf will gut geplant und vorbereitet sein. Hierzu ein paar Gedankenanstöße:

„Was ist meine Apotheke wert?“

Viele Unternehmer, so auch selbständige ApothekerInnen beschäftigt die Frage: „Wie viel ist mein Unternehmen, meine Apotheke zum heutigen Tag wert?“ Anders als in anderen Branchen wo beispielsweise mittels Ertragswertmethoden zukünftig zu erwartende Erträge (z.B. Cashflow oder eine andere Gewinngröße), auf den Gegenwartswert „abdiskontiert“, als Basis dienen, orientiert sich die Bewertung von öffentlichen Apotheken derzeit noch ausschließlich am erzielten Jahresumsatz. Letzterer wird in Abhängigkeit zahlreicher Punkte wie Standort, Lage, Umsatzstruktur, Anteil Hochpreisarzneimittel, erschließbares Potenzial etc. mit einem Faktor multipliziert. Eine von neutralen Experten durchgeführte Bewertung der Apotheke als Basis einer seriösen Kaufpreisfindung ist hier empfehlenswert.

„Kann ich meine Apotheke überhaupt schon verkaufen?“

Grundsätzlich können Apothekeneigentümer Ihre Apotheke jederzeit (mit wenigen Ausnahmen) verkaufen. Die Frage richtet sich häufig mehr auf Möglichkeit der Inanspruchnahme des so genannten „Hälftesteuersatzes„, d.h. der steuerlich begünstigten Behandlung der Gewinne aus der Veräußerung des Betriebes. Hierzu sind einige Bedingungen notwendig, wie u.a. die Vollendung des 60. Lebensjahres. Auch ein Verkauf von Anteilen der Apotheke kann eine durchaus praktikable und lukrative Lösung darstellen. Eine Lösung, die auch durchaus bereits vor dem 60. Lebensjahr realisierbar ist. Auch hier sollten Sie im Detail Profis zu Rate ziehen.

„An wen soll ich verkaufen?“

Der Apothekenverkauf will – gerade in ländlichen Gebieten – zeitlich gut vorbereitet sein. Er hängt wesentlich von der Konzessionärsfrage ab. Fachkräftemangel und Marktlage führen derzeit zu einem ausgedünnten Nachfrageverhalten. Aufgrund der langjährigen Beratungstätigkeit sieht sich ApothekenCOACH® hier in der Rolle des Vermittlers, der Verkäufer und potenzielle Käufer (aus unserer internen Datenbank) zusammenbringt. In unseren Beratungen sehen wir sehr häufig, dass selbständige ApothekerInnen nur die Variante des Verkaufs an einen Lieferanten kennen. Es gibt jedoch entsprechend interessante Alternativen, die es auch jungen Pharmazeuten ermöglichen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Die Apothekenumsätze werden in den kommenden Jahren sicher wesentlich moderater steigen (oder sogar stagnieren) als dies in letzter Zeit der Fall war. Gerade weil sich – wie oben beschrieben – der Kaufpreis von Apotheken am Umsatz orientiert, macht es daher Sinn, sich intensiver mit dem Thema Verkauf der Apotheke auseinanderzusetzen.

Nicht vergessen werden sollte dabei, dass Unternehmensverkäufe im Apothekenbereich immer eine entsprechende Vorlaufzeit haben und daher strategisch und zeitlich gut geplant sein sollten. Dann wird auch der Verkauf Ihrer „Aktie Apotheke“ sicher ein voller Erfolg – hierbei Alles Gute.

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Steuerberater

Sind Familienheimfahrten für den Apothekenmitarbeiter absetzbar?

von Steuerberater am 22.02.2011 in Steuerberatung

Grundlegend können Werbungskosten im Zusammenhang mit Familienheimfahrten entstehen, wenn der Apothekenmitarbeiter nicht direkt in der Gemeinde/Stadt der Apotheke (=Arbeitsplatz) seinen Familienwohnsitz innehat. Sollte dieser Fall zutreffen, kann das für den Apothekenmitarbeiter zu sehr hohen Steuergutschriften führen. In solchen Fällen sind in Zusammenarbeit mit einem Steuerberater im Detail genaue Rahmenbedingungen zu prüfen.

Unter dem Begriff „doppelte Haushaltsführung“ können Familienheimfahrten u.a. berücksichtigt werden, wenn die tägliche Rückkehr zum Familienwohnsitz nicht zumutbar ist. Dies ist dann der Fall, wenn der berufsbedingte Zweitwohnsitz in der Nähe der Apotheke (=Arbeitsplatz) mehr als 120 km entfernt ist. Ist die Wegstrecke kürzer, hat der steuerpflichtige Apothekenmitarbeiter entsprechend der Beweislastverteilung den Gegenbeweis zu erbringen, dass ein der „Durchschnittsstrecke“ von 120 km vergleichbares Unzumutbarkeitsausmaß vorliegt. Vieles spricht dafür, dass bei dieser Zumutbarkeitsbeurteilung nur auf Entfernungs– und Zeitfaktoren (z. B. Verzögerungen durch Baustellen, Grenzübertritt, besonderes Pünktlichkeitserfordernis), nicht aber auf sonstige individuelle Belastungsgründe (z. B. physische und psychische Umstände, konkrete Arbeitssituation) abzustellen ist.

Rechtsprechungen in der jüngsten Vergangenheit zeigen jedoch, dass auch verschiedene andere Gründe neben der Fahrstrecke von 120 km einer Unzumutbarkeit der Verlegung des Familienwohnsitzes sprechen können. Primär wird nun des weiteren auf das Verhältnis der Einkünfte am Familienwohnsitz zu den Einkünften am auswärtigen Beschäftigungsort der Apotheke abgestellt. Die Einkünfte am Familienwohnsitz (meistens jene des [Ehe-]Partners) müssen ein Zehntel der Einkünfte des Apothekenmitarbeiters am Beschäftigungsort betragen –  mindestens 2.200 Euro –  damit ihnen erhebliches objektives Gewicht zukommt.

Die steuerliche Absetzarbeit von Fahrten (= „Familienheimfahrten“) kann auch bei ledigen Apothekenmitarbeitern erreicht werden, wenn die erörterten Rahmenbedingungen zutreffen. Dies gilt z. B. bei einem ledigen Apothekenmitarbeiter mit Kindern, wenn er seinem ständigen Wohnsitz dadurch verlässt, um am „Familien“hauptwohnsitz nach dem Rechten zu schauen. Dabei können die Erziehung und Betreuung der minderjährigen Kinder und die Bewahrung des familiären Umfeldes für diese Kinder gewichtige Gründe darstellen, die für die Beibehaltung des Hauptwohnsitzes sprechen. Das würde die steuerliche Erfassung dieser Fahrten mit sich bringen und damit eine hohe Steuergutschrift.

Die komplizierte rechtliche Betrachtungsweise ist für jeden einzelnen Fall zu prüfen und festzustellen – d.h. eine generelle Erfassung von solchen Familienheimfahrten für den Apothekenmitarbeiter ist nicht vorhanden.

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Hauser Wolfgang

Auswirkungen des CHF-Kurses auf das Betriebsergebnis

von Hauser Wolfgang am 22.02.2011 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Für die meisten Apotheken liegt das Ende des Geschäftsjahres zwischen Dezember und März. Das ist auch die Zeit in der die Jahresabschlüsse, Bilanzen und GuVs wieder intensiv studiert werden. Für all jene Apotheker die ihre Apotheken mit CHF (Schweizer Franken) finanzieren, kann der erste Blick auf das Betriebsergebnis durchaus Nervosität auslösen. Durch die Währungsschwankungen zwischen CHF und EUR kann das zur Verringerung des Betriebsergebnisses von 50.000,– bis 150.000,– EUR führen.

Da die Währungsveränderung während der Kreditlaufzeit keine wesentlichen Auswirkungen sondern erst am Ende der Laufzeit beim Tilgungszeitpunkt auf die Liquidität der Apotheke hat, besteht absolut kein Grund zur Sorge! Ganz im Gegenteil.

Das steuerliche Ergebnis verschlechtert sich zwar signifikant. Heißt übersetzt, dass die Bemessungsgrundlage für die Steuer sinkt und daher auch die Steuerlast entsprechend sinkt. Das ist nichts Negatives sondern sehr Positives für den Kreditnehmer bzw. Apotheker.

Fazit: Da weniger Steuer geleistet werden muss, bleibt dem Apotheker (trotz schlechter Zahl beim Betriebsergebnis) erheblich mehr Geld in der Kassa. Dieses Extrabudget bzw. diese Extra-Finanzspritze wird der sorgfältige Apotheker diszipliniert zur Seite legen und ansparen. Den diese wertvollen Rücklagen werden eines Tages mit Sicherheit wieder benötigt, wenn sich das Währungspaar (CHF : EUR) wieder in die andere Richtung entwickelt. Denn dann kommt es zum umgekehrten Effekt.

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Ridißer Johann

Betriebsmittelkredite vermeiden

von Ridißer Johann am 22.02.2011 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Als Betriebsmittelkredite bezeichnet man Finanzierungsrahmen auf Geschäftskonten. Häufig werden in dieser Form Beträge von oft mehr als EUR 100.000,- von Banken zur Verfügung gestellt. Entgegen der gängigen Praxis sollte diese Art von Kreditfinanzierung unbedingt vermieden werden.

Nachteile von Betriebsmittelkrediten:

Hohe Kosten
Betriebsmittelkredite zählen zu den teuersten Finanzierungsformen. Nicht selten kommt es vor, dass die Effektivverzinsung mehr als 3,0% über der sonst üblichen Kondition für langfristige Finanzierungen liegt. Bei einem durchschnittlichen Kreditsaldo von beispielsweise EUR 150.000,- würde dies Mehrkosten von mind. EUR 4.500,-  pro Jahr bedeuten.

Keine Tilgung
Mit Banken wird bei Betriebsmittelkrediten üblicherweise keine laufende Reduzierung der Rahmenhöhe vereinbart. Dies führt sehr häufig dazu, dass die Salden der Kontokorrentkredite im Laufe der Zeit nicht geringer werden sondern im Gegenteil oft sogar noch steigen. Das Ergebnis sind Verbindlichkeiten, die oft erst bei Verkauf der Apotheke getilgt werden. Bis dahin hat der Apotheker allerdings bereits viel mehr an Zinsen bezahlt als er hätte müssen.

Unübersichtlichkeit am Geschäftskonto
Es ist empfehlenswert das Geschäftskonto so einzurichten, dass der jeweilige Geschäftserfolg der Apotheke direkt ablesbar ist. Dies ist allerdings nur dann auf einfache Art und Weise möglich, wenn dieses Konto auf Habenbasis geführt wird. Dies bedeutet, dass sämtliche ausserordentliche Kosten prinzipiell nicht über dieses Konto finanziert werden. Das gilt grundsätzlich für sämtliche mittel- bis langfristigen Investitionen wie z.B. die Anschaffung von Einrichtung und Ausstattung, Firmenfahrzeugen aber auch die Finanzierung des Warenlagers.

Welche Finanzierungsform ist zu bevorzugen?

Betriebsmittelkredite sind für Betriebe nur dann sinnvoll, wenn es kurzfristigen Vorfinanzierungsbedarf für bestimmte Aufträge gibt, die größer als die Norm sind. (Ein Tischlereibetrieb erhält einen besonders hohen Auftrag.) Apotheken haben solche Aufträge nicht zu erwarten. Stattdessen ist der voraussichtliche mittel- bis langfristige Kapitalbedarf sowohl bei Neugründungen als auch bei Übernahmen verhältnismäßig gut abzuschätzen.
Aus diesem Grund ist für Apothekenbetriebe eine mit ausreichenden Reserven versehende, möglichst langfristige Finanzierung empfehlenswert. Mögliche Anlaufkosten bzw. Liquiditätsengpässe aufgrund verzögerter Kassenzahlungen sollten ebenfalls in der Finanzierung Berücksichtigung finden. Die Flexibilität bezüglich der Rückzahlungsverpflichtungen sollte dabei möglichst hoch gehalten werden.

Mit dem richtigen Finanzierungskonzept ist es möglich Betriebsmittelkredite gänzlich zu vermeiden, hohe Kosten zu sparen und von Beginn an Liquiditätsreserven aufzubauen.

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ApothekenCOACH

Aktuelle Umfrage KW 2011/08

von ApothekenCOACH am 22.02.2011 in Analysen

Die letzte Umfrage lautete:

Wie schätzen Sie die Auswirkungen der Kooperation von dm mit der Versandapotheke Zur Rose auf Ihre Apotheke ein?  Frage von Fr. Mag. pharm. Karin Planitzer, Apotheke Abtenau.   hier gehts zum Ergebnis

Die aktuelle Frage kommt:

 von Hr. Mag. Haller (Michaelis Apotheke Kundl)       hier gehts zur aktuellen Umfrage

Anmerkung: Stimmen Sie ab! Neben unseren äußerst informativen und interessanten Newsblogbeiträgen, wird auch unsere aktuelle Umfrage alle 14 Tage neu gestaltet und auf unserer ApothekenCOACH Startseite präsentiert. Stellen Sie sich im Bezug auf Ihr Apotheker -Daseins auch immer wieder die selbe Frage und interessiert es Sie was Ihr Apothekenkollegium dazu denkt? Dann richten Sie ihre Frage einfach an office@apothekencoach.com . Somit wird Ihrer Frage 14 Tage aktuell auf der Startseite unserer Homepage zu sehen sein und mit einem Klick kann jeder Besucher abstimmen. Eine Vielzahl an Teilnehmern ist somit gesichert.

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Wilke Jens

Schritt in die Selbständigkeit: Neugründung oder Übernahme?

von Wilke Jens am 08.02.2011 in Gründerservice & Apo-Übernahme

Die Möglichkeiten sich als Apotheker in Österreich selbständig zu machen, sind begrenzt. Wer nicht „erblich vorbelastet“ ist, hat zwei Möglichkeiten: Neugründung einer Apotheke oder Übernahme einer bestehenden Apotheke. Häufig werden wir von Apothekern mit Blick auf die Selbständigkeit gefragt, was die „bessere“ Variante sei.

Ein paar Gedanken hierzu: Neugründung bedeutet größere Unsicherheit in der zeitlichen Planung, geringere Anfangsinvestitionen (wobei auch diese bei einer Neugründung nicht unterschätzt werden sollten) und in der Regel eine längere Zeitspanne bis eine kritische Umsatzgröße erreicht wird.

Dem steht die Übernahme einer bestehenden Apotheke gegenüber. Diese ist auf Basis der aktuellen Kaufpreise für öffentliche Apotheken mit signifikant höheren Investitionen verbunden, zeitlich meist klarer eingrenz- und rascher umsetzbar. Darüber hinaus existiert bei einer bestehenden Apotheke ein Umsatz, welcher als Planungsgrundlage bereits valide Daten liefert.

Erfolgreich können beide Möglichkeiten sein. Die Frage nach der wirtschaftlichen Attraktivität ist bei beiden Varianten in erster Linie vom Potenzial des Projekts abhängig. Dieses sollte im Fall einer Neugründung mit einer sehr detaillierten Standort- und Umfeldanalyse ermittelt werden. Im Falle der Übernahme der bestehenden Apotheke sollte das zusätzlich (!) realisierbare Potenzial am Standort im Fokus liegen. Dies bestimmt aus Käufersicht wesentlich die sinnvolle Kaufpreisanalyse. Käufer sollten selbst bei den derzeit kolportierten Kaufpreisen für öffentliche Apotheken nicht vergessen: Die Mathematik hat Grenzen … Eine fundierte und unabhängig durchgeführte Kaufpreisanalyse, sowie eine Standort- Umfeld und Wettbewerbsanalyse bewahrt Sie hierbei vor bösen Überraschungen. Schließlich soll Ihr Schritt in die Selbständigkeit auf Basis einer soliden und realistischen Planung eine Erfolgsstory werden!

Alles Gute hierbei!

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Hauser Wolfgang

Die Vermeidung der höchsten Kosten in der Apotheke

von Hauser Wolfgang am 08.02.2011 in Analysen

Erstaunt werden wir immer wieder gefragt, wie es denn möglich sei, Nettobetriebsergebnisse zwischen 15 – 19% in Apotheken erzielen zu können? Unsere Antwort beginnt meist mit dem Satz, dass dies ein Gesamtkunstwerk sei. Natürlich gibt es sie nicht, „diese eine Position oder Handlung“ die solche Ergebnisse alleine ermöglicht.

Selbstverständlich bedarf es für solche Ergebnisse die Feinjustierung vieler Drehschrauben, welche sodann in Summe die große Wirkung zeigen. Dass, dies einerseits umsatzseitige und andererseits kostenseitige Maßnahmen betrifft, ist nicht weiter verwunderlich. Was aber sind, nun die größten Positionen der Kostensenkung in der Apotheke?

Meist nicht jene, an die man vordergründig denkt. Das Zauberwort heißt „Opportunitätskosten“ (= entgangene Gewinne)! Zum besseren Verständnis, hier ein Klassiker für Sie.

Hat eine Apotheke extrem niedrige Mietaufwände, so ist dies auf den ersten Blick sehr positiv zu bewerten. Ein Zeichen geringer Kosten. Aber eben nur auf den ersten Blick. Denn, was sind die Gründe für diesen geringen Mietaufwand? Ist es etwa der Standort, welcher nicht, oder nicht mehr diese Attkrativität besitzt!? Ist es möglicherweise die kleine Geschäftsfläche mit viel zu kleiner Offizin!? Kleine Offizin, heißt wenig Platz. Dies bedeutet weniger Taraplätze, weniger Produkte im Freiwahl / Sichtwahl – Bereich. Etc.

Eine Standortoptimierung ist definitiv mit Mehrkosten verbunden. Diese führen ggf. bei smarter Umsetzung jedoch zu einem erheblichen Umsatz und Ertragsplus, welcher die Mehrkosten bei weitem übertreffen.

Fazit: Die Frage lautet daher immer: „Was kostet mehr Geld, die Kosten für die Standortoptimierung, oder die Opportunitätskosten – also die entgangenen Gewinne – bei Beibehaltung des Standorts?!“

Wenn Sie sich diese Frage für Ihre Apotheke nachhaltig und ganzheitlich beantworten wollen, dann sind Sie eingeladen unsere Analysemöglichkeiten zu nutzen.

PS: Der beste Nährstoff für Opportunitätskosten ist die Zufriedenheit.

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Ridißer Johann

Weniger Kredit ist nicht immer besser

von Ridißer Johann am 08.02.2011 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Viele Apotheker bringen bei der Finanzierung Ihres eigenen Betriebes ihre vorhandenen Eigenmittel nahezu zur Gänze ein, um möglichst wenig über Bankkredite finanzieren zu müssen.
Prinzipiell ist die Absicht, von Beginn an eine möglichst hohe Eigenkapitalquote im Betrieb zu erreichen sehr zu begrüßen. Dieser Wunsch sollte allerdings keinesfalls dazu führen, dass sämtliche Liquiditätsreserven aufgebraucht werden. Doch genau das ist in der Praxis sehr häufig zu beobachten.

Zu geringe freie Liquidität führt stets dazu, dass Apotheker in den ersten Jahren nur relativ geringe Geldüberschüsse erwirtschaften und Anlaufkosten bzw.  private Lebenskosten häufig über teure Kontoüberziehungsrahmen (Betriebsmittelkredite) finanzieren müssen.

FINANZIERUNGSPLANUNG
Bei der Finanzierungsplanung für einen Apothekenbetrieb ist es besonders wichtig sämtliche Neben- und Anlaufkosten zu berücksichtigen. Dabei sind ausreichende Reserven für unvorhergesehene Aufwendungen ebenso zu berücksichtigen, wie bereits absehbare Investitionen in den nächsten 3 Jahren. Des Weiteren sollte der Apotheker von einer sog. „Worst Case – Variante“ bei der Ergebnisplanung ausgehen und nicht umgekehrt.

ERFOLGSENTSCHEIDENDE VORTEILE durch richtige Finanzierungshöhe
Werden die o.a. Faktoren berücksichtigt, kommt es auch im schlechtesten Fall zu keinerlei Liquiditätsproblemen. Werden höhere Gewinne als im „Worst Case“ geplant erzielt, kann der Apotheker Kreditbeträge vorzeitig tilgen oder für eventuell bereits geplante Investitionen verwenden, ohne neuerlich Kredit aufnehmen  zu müssen. Naturgemäß gibt es noch viele andere wirtschaftliche Szenarien, welche jene Apotheker in Vorteil bringen, die über entspr. Reserven verfügen.

Nachteile durch höhere Kosten sind vernachlässigbar gering
Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei den Finanzierungsnebenkosten um Einmalkosten handelt, welche zusätzlich steuerlich geltend gemacht werden können, betragen die Mehrkosten für höhere Kreditbeträge umgerechnet auf die Gesamtlaufzeit oft weniger als 0,1% und sind daher vernachlässigbar gering.
Zinskosten fallen nur dann an, wenn man die Reservebeträge auch tatsächlich ausnützt und sind daher überhaupt nicht anzusetzen.

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Schneider Johannes

Einbruchdiebstahl – Wertgegenstände, Kunstwerke, Bilder

von Schneider Johannes am 08.02.2011 in Finanzierung & Finanzdienstleistung

Es ist Winterzeit und dies ist leider auch die Zeit in der es vermehrt zu Einbrüchen kommt.

Nebst wichtigen Präventivmaßnahmen(Alarmanlagen, Abschließen des Geschäftslokales, Wohnung….) damit es gar nicht soweit kommt, sollte man unbedingt auch für danach Vorsorge treffen, sollte es zu einem Einbruch kommen.

Sehr oft stehen die Betroffenen nach einem erfolgten Einbruchdiebstahlvor zwei großen Problemen, wenn Wertgegenstände, Sammlungen etc.  gestohlen wurden:
– wie beweist man der Versicherung welche Gegenstände in meinem Besitz waren?
– und wie beziffert man die Schadenshöhe?

Vor einigen Tagen passiert – ein Beispiel von vielen:  Einem Mandanten wurde ein wertvolles Bild und drei Münzalben mit alten Silbermünzen, welche er in der Wohnung aufbewahrte, gestohlen.
Es gab keine Aufzeichnungen, keine Fotos od. ähnliches. Nun stand man vor dem Problem, wie hoch ist der Schaden und vor allem wie beweist man der Versicherung, dass man im Besitz dieser Wertgegenstände war?

Daher treffen Sie Vorsorge und machen einmal im Jahr od. zumindest alle paar Jahre diesbezüglich eine Inventur.
– die einfachste Art sind digitale Fotos. Wichtig ist aber, dass die Dateien separat (extern) gespeichert werden. Bankschließfach od. extern aufbewahren.
– bei wertvollen Kunstwerkenwie z.B. Bilder, Graphiken, Skulpturen…. empfiehlt es sich zusätzlich eine Expertise einzuholen.
– bei wertvollen alten Einzelgegenständen wie Uhren, Schmuck…. ist meine Empfehlung ebenso eine Expertise einzuholen
Betrifft es den Privatbereich:
– bei „neuen“ Uhren– sollte man unbedingt die Zertifikate extra archivieren
– bei Sammlungen wie z.B. Münzen, Briefmarken…  empfiehlt es sich eine detaillierte Auflistung zu machen, diese auszudrucken und mit Datum zu unterfertigen und wiederum an einem separaten Platz zu archivieren.

Mit diesen einfachen Vorsorgemaßnahmen erspart man sich viele Diskussionen mit dem Versicherer im Fall der Fälle.

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Steuerberater

Das Kraftfahrzeug der Apotheke

von Steuerberater am 07.02.2011 in Steuerberatung

Das Kfz stellt eine steuerlich interessante Möglichkeit dar kompetente Apothekenmitarbeiter an den Betrieb zu binden. Grundlegend ist ein zur Verfügung gestelltes Kfz an den Apothekenmitarbeiter immer Betriebsvermögen, wenn die gesetzlichen Parameter der Fremdüblichkeit eingehalten werden. Daraus folgt, dass auch sämtliche Ausgaben wie Treibstoff, Versicherung, Reparaturen, Vignette, Parkgebühren usw. voll als Betriebsausgaben in der Apotheke erfasst werden können. Wird derzeit ein Kfz angeschafft, welches über 40.000 Euro kostet, wären die im vorigen Satz angeführten Ausgaben entsprechend anteilig zu kürzen.

Welche steuerlichen Auswirkungen sind auf Seiten des Apothekenmitarbeiters zu beachten? Grundsätzlich kann das Kfz einen geldwerten Vorteil eines Apothekenmitarbeiters aus dem Dienstverhältnis darstellen und hier gibt es drei verschiedene Einstufungen:

1.    Private Nutzung ist Verboten

Es steht dem Apotheker frei, dem Angestellten das Kfz ausschließlich für Dienstfahrten zur Verfügung zu stellen und ihm jede private Nutzung zu verbieten. Die Lohnsteuer– und Dienstgeberbeitragspflicht ist in diesem Fall nicht gegeben, wenn ein tatsächlich ernst gemeintes Verbot des Apothekers hinsichtlich der privaten Fahrten vorliegt. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn der Apotheker auch für die Wirksamkeit seines Verbotes sorgt. Auf die Führung eines Nachweises ist zu achten!

2.    Private Nutzung unter 500 km im Monat

Besteht für den Apothekenmitarbeiter die Möglichkeit, ein arbeitgebereigenes Kfz für nicht beruflich veranlasste Fahrten einschließlich Fahrten zwischen Wohnung und Apotheke (= Arbeitsstätte) zu benützen, dann ist gemäß der Verordnung des Bundesministers für Finanzen ein Sachbezug festzusetzen. Die bundeseinheitliche Bewertung dieses Sachbezuges beträgt 0,75 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des Kfz (einschließlich Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe) – jedoch maximal 300 Euro monatlich. Als Nachweis der gefahrenen Kilometer ist ein Fahrtenbuch zu führen.

3.    Private Nutzung über 500 km im Monat

Es ist von den gleichen Voraussetzungen wie beim Punkt 2. auszugehen. Der Sachbezug erhöht sich auf 1,5% – jedoch maximal 600 Euro monatlich.

Die Sachbezugswerte müssen in der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt werden. Wichtig und interessant ist eine Rechtsentscheidung. Ist der Wohnsitz (eventuell eine Dienstwohnung in der Apotheke) des Apothekenmitarbeiters mit der Arbeitsstätte ident, dann sind Fahrten zwischen der mit dem Wohnsitz identen Arbeitsstätte und einer weiteren anderen Apotheke des Dienstgebers als Fahrt zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte anzusehen. Das würde somit zum Ansatz eines Sachbezuges bei der Berechnung der lohnabhängigen Abgaben führt.

Jedenfalls zeigt sich gerade bei den steigenden Kosten für ein Kfz, dass dieses als guter Wirkstoff anzusehen ist, den Apothekenmitarbeiter an sich zu binden.

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