Hauser Wolfgang

Warenlagerverkleinerung vor der Jahresinventur

von Hauser Wolfgang am 12.11.2010 in Einkauf & Lagermanagement

Oftmals beliebter Sport unter den Apotheken ist es, rechtzeig vor der Jahresinventur, das Lager gezielt zu verkleinern. Sozusagen – „alle Jahre wieder“. Ziel ist es mit dieser Maßnahme den Wareneinsatz (in der GuV) zu verkleinern und somit indirekt das Jahresergebnis zu verbessern. Dabei handelt es sich um einen sehr hartnäckigen Irrtum. Die Größe des Warenlagers hat primär Auswirkungen auf die Liquidität einer Apotheke, jedoch langfristig keinen Einfluss auf die Wareneinsatz-Quote. Es ist unerheblich, ob das Warenlager auf lange Sicht (also über mehrere Jahre) einen Wert von 100.000 € repräsentiert, oder bspw. 140.000 €. Die Differenz von 40.000 € ist daher ein Frage der Liquidität. Die Kosten für das größere Warenlager sind u.U. geringer, als es die verbesserten Lieferantenkonditionen bei größeren Abnahmemengen.

Oftmals unterschätzt werden die Möglichkeiten zur Optimierung von Lieferantenkonditionen, durch konsequente Ausnutzung von Sonderrabatten, welche bei größeren Packungsmengen gewährt werden.  Die erreichbaren Sonderrabatte sind meist sehr erstaunlich und leisten damit einen überproportionalen Beitrag zur Verbesserung des Rohertrages. Dies erfordert die Bereitschaft mehr liquide Mittel einzusetzen. Selbst wenn diese Mittel nicht vorhanden sind und deshalb finanziert werden müssen, stehen die Finanzierungskosten in keiner Relation zu den möglichen Mehrerträgen.



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