Interview: Apotheker meets Betriebswirtschaftler
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Im Gespräch mit MMag. pharm. Jens Wilke, Geschäftsführer ApothekenCOACH®
und Wolfgang Hauser, CEO KAPITAL & SICHERHEIT®
Wolfgang Hauser (W.H.), Betriebswirt, Gründer der Firma KAPITAL & SICHERHEIT®. Der Mann, für den die Rentabilität der entscheidende Faktor ist, trifft auf Jens Wilke (J.W.), Apotheker und Branchenkenner. Eine interessante Kombination und ein spannendes Gespräch über Kernkompetenzen, Umsätze, Erträge und Chancen für den Apotheker. Wandel eine besondere Konstante für Apotheker!
J.W.: Der Wandel in der Apothekerbranche ist eine besondere Sache. Klar, Wandel gibt es überall, aber für einen Apotheker gibt es extrem viele Veränderungen. Ob Spannenkürzung, Erstattungsmöglichkeiten oder die steigende internationale Konkurrenz durch neue Vertriebswege. All diese Dinge stellen Apotheker vor neue Herausforderungen.
Wolfgang Hauser,
CEO, KAPITAL & SICHERHEIT®
W.H.: Ja Herausforderungen, große sogar. Aber aus meiner Sicht überwiegen die Chancen auf diesem Markt. Die Frage ist: Wer die Bereitschaft und vor allem die Fähigkeiten mitbringt, sich auf die neuen Strömungen fachkundig einzulassen? Seit der Gründung von KAPITAL & SICHERHEIT® – vor über 10 Jahren – beschäftigen wir uns zentral mit der Frage: Was ist nötig? Worauf sollte man sich konzentrieren? Was ist in Zeiten des Wandels zu tun um aktiv mitzugestalten? Der Apotheker selbst sollte sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren können. Die Änderungen in der Gesundheitsbranche sind für einen Apotheker oft aufwendig genug und ich vermute auch spannender.
Liberalisierung und Wettbewerb werden größer und nicht kleiner!
W.H.: Beide Punkte sind keine Spezifika der Apothekenbranche! Gerade mit Blick auf ein vereintes Europa werden für alle Unternehmen die Rahmenbedingungen anders. Und es gilt hier auch die Erfahrungen anderer Branchen intelligent zu nutzen.
J.W.: Ja, das stimmt. Ein wichtiger Punkt ist im Apothekensektor jedoch: Der komplette Liberalismus ist noch gar nicht angekommen. Ich denke gerade an die Monopolstellungen, die es in Deutschland bspw. schon lange nicht mehr gibt. Oder Drogerien, die immer mehr die klassischen Apothekenprodukte anbieten. Entscheidend ist, sich darauf frühzeitig einzustellen und Bestehendes zu optimieren.
Der moderne Apotheker der Zukunft ist Heilberufler UND Unternehmer.
W.H.: Resultat daraus ist, dass der moderne Apotheker nicht nur Heilberufler sondern auch ein Stück weit Betriebswirtschaftler sein muss oder er verschafft sich das nötige Know-how von außen.
J.W.: Aus meiner Sicht ist es kaum möglich, Einkauf, Marketing, Produktion, Mitarbeiterführung und auch fachliche Kompetenz auf hohem Niveau im Bereich der Kernkompetenzen immer in ganzer Tiefe bereitzustellen. Die Kernkompetenz bleibt beim Apotheker und den Rest übernimmt der ApothekenCOACH®.
Fremdgesteuerter Umsatz ist wie ein Damoklesschwert!
W.H.: Dafür gibt es viele Beispiele. Jeder Unternehmer, der die Produktdiversifikation vergisst und vollkommen auf ein Pferd setzt, bekommt früher oder später große Probleme. Vor allem dann, wenn sich rechtliche Rahmenbedingungen ändern und man vom Staat stark abhängig ist oder dann wenn ein neuer Wettbewerber auf den Plan tritt.
J.W.: Man denke bitte einmal darüber nach, was mit seiner eigenen Apotheke geschieht wenn es auf einmal staatliche vorgegebene Margen im Bereich der Zusatzprodukte gibt. Oder wenn es 50% weniger Medikamente auf Schein geben würde. Meine Empfehlung: Genau analysieren und neue ergänzende Strategien fahren.
Der 2. Gesundheitsmarkt: DIE CHANCE für engagierte Apotheker
J.W.: Aber aus Sicht des ApothekenCOACH®: Bloß keine Ohnmachtsgefühle! Ich glaube Konfuzius hat einmal gesagt: „Wenn sich eine Türe schließt, so öffnet sich eine neue.” Und genauso muss man die Sache sehen.
W.H.: Der 2. Gesundheitsmarkt ist DIE Chance. Zum einen setzt die Politik vermehrt auf Prävention und Eigenverantwortung. Zum anderen sind die Tendenzen im privaten Bereich auch klar: Die Menschen setzen verstärkt auf Eigenmedikation, Wellness und eine gesamtheitliche Gesunderhaltung. Gesund sein und zu bleiben wird immer wichtiger werden. Es gilt diese große Chance zu nutzen.





